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Veröffentlicht am 2016-02-27 13:35:48 in /ph/

/ph/ 13740: Hallo Bernd, ich würde mich gerne mit der Frank...

HenryHoffman Avatar
HenryHoffman:#13740

Hallo Bernd,

ich würde mich gerne mit der Frankfurter Schule auseinandersetzen. Welche Werke muss man gelesen haben um einen Überblick über die Frankfurter Schule zubekommen und welche Werke sollte man lesen, wenn man mehr in die Tiefe gehen will?

Sollte man hierzu auch Marx lesen?


Auch: Allgemeiner Faden zur Frankfurter Schule bzw. zur Kritischen Theorie. Was ist Bernds Standpunkt dazu? Was hält er von ihren Ideen bzw. ihrer Wirkung?

albertodebo Avatar
albertodebo:#13741

http://homepage.univie.ac.at/henning.schluss/seminare/023bildung_und_genetik/texte/04sloterdijk_an_%20assheuer_u_Habermas.htm


Sloterdijk widerlegt Habermas - der Text ist eine gute Grundlage um die FFM "Schule" zu verstehen + zu widerlegen

_zm Avatar
_zm:#13742

>>13741
>Darf ich notieren, was ich jetzt sehe? In ihrer älteren Version (Adorno) war die Frankfurter Schule ein gnostischer George-Kreis von links; sie lancierte die wunderbar hochmütige Initiative, eine ganze Generation in verfeinernder Absicht zu verführen.

:3

joshclark17 Avatar
joshclark17:#13744

>>13741 Zitat aus seiner der Homepage ."In meinen Ohren klingt das nach Science-Fiction, mit biologischer Gotik und soziologischer Schauerromantik kombiniert. "ja er ist der beste ..hauptberuflich .....und er verpruegelt ihn da

zackeeler Avatar
zackeeler:#13745

>>13742
>sie lancierte die wunderbar hochmütige Initiative, eine ganze Generation in verfeinernder Absicht zu verführen.

Diese Behauptung ist aber völlig konträr zu dem Verhalten der Hauptakteure der Frankfurter Schule, Marcuse mal ausgenommen, um 1968 herum. Die haben sich doch komplett von der Studentenbewegung distanziert und sie argwöhnisch bis ablehnend betrachtet.

Sloterdijk reimt sich die Wirklichkeit meinem Empfinden nach etwas zu stark nach seinen Gunsten zusammen.

joynalrab Avatar
joynalrab:#13775

>>13741...zu Sloterdijk widerlegt Habermas .....noch ein weiteres Zitat...."Bitte beachten Sie die Formulierung "bis auf weiteres". Sie drückt aus, dass ich der Obergrenze meiner Toleranz nahe bin. Sie haben, Herr Habermas, mit zahlreichen Leuten über mich geredet, niemals mit mir. In unserem argumentierenden Gewerbe ist das bedenklich; bei einem Theoretiker des demokratischen Dialogs ist es unverständlich. ..."Sloterdijk kommt viel wuchtiger und frischer..allein so ein Auftreten

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#13776

Ich glaube nicht, dass man einen Überblick über die Kritische Theorie bekommen kann, ohne in die Tiefe zu gehen.
Kauf dir einfach die Dialektik der Aufklärung und/oder die Minima Moralia und fang an zu lesen; es dauert so oder so ein Wenig, bis man die Sprache versteht.
Vorkenntnisse bezüglich Kant, Hegel, Marx und Freud oder vielleicht sogar Benjamin wären wohl fürs Verständnis optimal, meiner Erfahrung nach reicht es zuerst auch grob die Hauptaussagen bzw. die Essenzen jener Autoren zu kennen.
Allgemein ist zu sagen, dass die Beschäftigung mit der Kritischen Theorie die Mühe und den Aufwand mehr als wert ist.
Wenn dich kritische Theorie interessiert, empfehle ich auch mal die Zeitschrift Bahamas.

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#13777

>>13776 Er hat sie aufgerieben.Sie laufen vor ihm davon. Die kritische Theorie ist eine Sackgasse.Zeitverschwendung.

syntetyc Avatar
syntetyc:#13780

>>13777
Spricht da ein sogenannter Experte?

axel_gillino Avatar
axel_gillino:#13781

>>13740
Wow, so ein Faden hier, hier? Wer hätte das gedacht.

Am Anfang wäre "Die Frankfurter Schule" von Rolf Wiggershaus zu empfehlen, kurz und kompakt als Einführung. Kann man an einem Tag mal durchblättern, ich fand es ganz gut.
Danach vlt. die "Dialektitk der Aufklärung" um die Grundzüge und Ansätze der Kritischen theorie zu verstehen, auch die "Negative Dialektik" von Adorno ist sicherlich ne ganz gute Sache.

Ansonsten gibt es ja viele Einführungswerke usw, falls dahingehend Interesse besteht die Einführung zu Adorno von Schweppenhäuser ist ganz gut.

Leute die was von Sloterdijk blubbern am besten ignorieren!

Ansonsten dies >>13776 bis auf Bahamas lesen.

Antideutschen Mumpitz der sich selbst immer wiederhohlt ist nach einiger Zeit öde.

Grundsätze wenn man mal drinn ist lohnt sicher aber z.B. "Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft" von Moshe Postone.

Viel Erfolg und Geduld, wie Bernd schon sagte es dauert ewig bis man sich an die Sprache gewöhnt

linux29 Avatar
linux29:#13782

>>13740
achso am und an mal im Kritik Netz lesen ist auch ganz nett

joynalrab Avatar
joynalrab:#13784

>>13780 Nein.Aber wenn Habermas als letzter Vertreter der Frankfurter Schule von Sloterdijk "zerlegt" wird und es bleibt so stehen?

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#13786

>>13784
Naja, Habermas setzte die Frankfurter Schule ja nicht direkt fort sondern unterschied sich von Adorno, Horkheimer etc., gerade der spätere.

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#13787

>>13786 naja>Wo war eigentlich Sartre?Irgendwie hatte der sich auch positioniert und sei dann doch falsch verstanden worden.Irgendwie ist auch da nichts Greifbares vorhanden.Nicht doch einfacher die "Frankfurter Schule" mit und wie Sloterdijk abzuharken?

jitachi Avatar
jitachi:#13796

>>13781
>Leute die was von Frankfurter Schule blubbern am besten ignorieren!

Guter Tipp, so etwas hier?
http://www.philolex.de/frankfur.htm

thehacker Avatar
thehacker:#13797

>>13787

Fühle mich hier nicht so richtig zu hause, da ich Logiker bin. Ich habe aber mit Existenzialismus (nicht so sehr Existenzphilosophie deutscher Prägung also) ursprünglich angefangen und kenne die atheistische Variante von Sartre ein bisschen.

Dieses "Sartre + falsch verstanden"-Meme hat nicht viel mit Frankfurter Schule zu tun, sondern geht auf eine Begegnung Sartres mit Heidegger zurück, wenn ich nicht irre. Da gab es einen Austausch zwischen den beiden bei einem Treffen in Deutschland, infolgedessen Heidegger sinngemäß äußerte, dass die gefühlte Parallele zwischen seiner Existenzphilosophie und dem franz. Existenzialismus (Sartres u.a.) ein Irrtum sei.

Sartre hat sich kräftig bei Heidegger und Husserl für "Le Etre et le Neant" bedient und in denen eben Vorbilder/Gesinnungsgenossen usw. gesehen. Für Jan-Paul muss die Enttäuschung wohl nie wieder dieselbe gewesen sein. Andererseits ist er Franzose und hat sicherlich nach ein, zwei Stunden eine neue Beschäftigung gefunden - ein Deutscher wäre daran verreckt.

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#13806

>>13796
Ah, diese dämliche Seite schon wieder.

anjhero Avatar
anjhero:#13807

>>13806
>iggit, einer mit Ahnung von der Materie lästert meine Götzen.

cboller1 Avatar
cboller1:#13808

>>13807
halt besser den Mund

melvindidit Avatar
melvindidit:#13819

Weil sie die Natur des Menschen geflissentlich ausblendet, weil sie, bis zum verkrampfen in spastischen Sprachzuckungen (hier bes. Habermas) versucht, einen geistigen logischen Überbau zu den Hess/Marxschen Erlösungsutopien zu konstruieren, und weil ihre Apologeten in diesem Vorhaben oberlehrerhaft und totalitär auftreten.

csswizardry Avatar
csswizardry:#13820

>>13819
Du hast zwar nichts verstanden Bernd, aber die beliebige Abwertung und das aufstellen von Strohmännern gelingt dir recht gut.
Marx war utopischer Idealist und Adorno ein Logiker, alles klar.

Shriiiiimp Avatar
Shriiiiimp:#13821

>>13808 und ?

linux29 Avatar
linux29:#13824

>>13819
Ernsthaft zu glauben es gäbe eine bestimmbare Menschliche Natur...

mikaeljorhult Avatar
mikaeljorhult:#13845

Nicht Studenten Bernd hier, wie am besten Adorno lesen? Breche mir an solcher Literatur immer einen ab um dann irgendwann doch frustriert abzubrechen. Habe aber auch keine Ahnung wie man am besten mit derartiger Fachliteratur umgeht. Frage ist auch alg. auf derartige Texte bezogen.

doooon Avatar
doooon:#13847

>>13845

Wenn dir der akademische Hintergrund fehlt, ist der ungünstigste Start, den du mit philosophischer Literatur wählen kannst, der, 'kontinentale Vertreter' (ein mehr oder minder feststehender, aber nicht ganz wertfreier Begriff in der akademischen Philosophie) der Philosophie zu lesen.

Der Grund ist leider auch nicht ganz einfach: Ich versuche das jetzt einmal sehr einfach, insofern ich ganz naiv darüber spreche, ohne (die Vertreter der einen oder anderen Richtung) beleidigen zu wollen. Also bitte stell dir das so vor, dass ich dir jetzt unter vorgehaltener Hand im Privatgespräch den Einstieg erleichtern will - offen würde ich so nicht reden.

Es gibt zwei große Unterscheidungen, die man in der Art, Philosophie zu betreiben, treffen kann: Das eine ist die analytische Philosophie, das andere die kontinentale Philosophie.

Analytische Philosophie versucht mit wissenschaftlichen Mitteln, d.h. mit Methoden, mit dem Selbstanspruch an Präzision, Transparenz usw. der echten Wissenschaften (Mathematik, Physik, usw.) philosophische Fragestellungen AUS den Wissenschaften zu untersuchen/behandeln. WESENTLICHES Merkmal dieses Philosophierens ist, dass die Sprache klar, die Begriffe jederzeit (zumindest dem Anspruch nach) geklärt sind, so dass intersubjektiver Dialog (zwischen Wissenschaftlern/Philosophen) nicht - wie bei der kontinentalen Philosophie - zur Farce wird, weil man schon daran scheitert, dass man sich untereinander gar nicht richtig versteht, weil Wortinhalte nicht abgegrenzt sind.

Beispiele für analytische Philosphie sind Fragen zu den Grundlagen der Mathematik, erkenntnitheoretische Fragestellungen aus der Physik, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes (Neurokram), Fragen zur Abgrenzung der Biologie zur Phsyik und Chemie uvm. Als prominente Vertreter kann man vielleicht mal Carnap, Quine, Wittgenstein nennen.


Demgegenüber existiert die sog. kontinentale Philosophie, die eine nicht vollends von der analytischen Philosophie losgelöste Tradition hat, jedoch ihrer Art und Verfahrensweise nach sehr anders gestrickt ist. Als Laie merkt man das sofort daran, dass, wenn man einem solchen Vertreter zuhört oder einen Text von ihm liest, alles wie Lyrik klingt. Da hat man manchmal Ästhetik in der Sprache in der Weise wie man es bei Dichtung erwarten würde. Klarheit ist hier NIE die Klarheit, die die Wissenschaft anstrebt. Sprache ist hier nicht nur Transportmittel und Denkstrukturvorgabe, sondern hat immer auch etwas Mystisches.

Das Problem ist, dass diese Leute nicht etwa Unsinn schreiben, sondern sie lassen fahrlässig und viel häufiger noch absichtlich (!) Dinge (=Elemente ihrer Sprache, also Worte, technische Termini, Wortneubildung/Kunstworte und Argumentation) ungeklärt und immunisieren sich dadurch natürlich teilweise gegen Kritik. Du kannst dann zuhören, fühlst dich aber als analytisch geprägter Philosoph irgendwie hilflos, weil du gar nicht mehr weist, wo du anfangen sollst, deren Argumentation auseinanderzunehmen.

Typische Vertreter sind hier vielleicht Heidegger, Fichte, Hegel, Adorno, Sartre, eigentlich die gesamte Frankfurter Schule, Kant, Schelling.

Mein Rat ist: Nimm' dir eine leichte Einführung zur analytischen Philosophie zur Hand und versuch' dich daran. Thomas Nagels "Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie" (Reclam) ist ein Klassiker. Reinarbeiten kannst du dich natürlich in beide Richtungen - es ist letztlich eine Typfrage und eine Frage danach, was du machen willst: Willst du über Wissenschaftliches philosophieren oder willst du Kunst machen?

xspirits Avatar
xspirits:#13855

>>13847
Hätte vlt. sagen sollen das ich nicht völlig ahnungslos bin... mir ging es eher um alg. Tipps zum arbeiten mit anspruchsvoller/wissenschaftlicher Lektüre. Ansonsten auch schuss aus an die kontinental Philosophie!

donjain Avatar
donjain:#13856

>>13855

>Ansonsten auch schuss aus an die kontinental Philosophie!

Wat? [Was meinten Sie damit?/Sie versagten beim erzeugen eines sinnvollen Satzes.]

axel_gillino Avatar
axel_gillino:#13857

>>13856
Analytische Philosophie ist halt positivistischer Quark.

sementiy Avatar
sementiy:#13858

Am besten gar nicht erst mir dem ganzen Kram anfangen, könnte jetzt noch eine Replik an den "Analytiker" (ist jetzt nur als Kategorisierung gedacht, weil ich zu drauf und demotiviert bin um zu markieren, nichts gegen den Verfasser) schreiben, aber wozu? Der Streit Positivismus versus Kritische Theorie wurde schon x mal ausgefochten und wer auch immer meint sich damit beschäftigen zu wollen, soll halt die jeweiligen Autoren nachlesen.
Natürlich kann derjenige, der sich als Analytiker betrachtet und eher den "wissenschaftlichen" weg wählt, als Student der akademischen Gunst relativ sicher sein, jedenfalls an meiner Universität in Köln gibt es keinen einzigen Professor, dessen Philosophie nicht (wenn man zwischen beiden Philosophien entscheiden müsste) auf der analytischen basiert.
Vielleicht bin ich ja auch nur an die falsche Universität geraten und anderswo ist das wissenschaftliche Spektrum vielfältiger, wer weiß.

vickyshits Avatar
vickyshits:#13859

>>13857

Analytische Philosophie =/= Positivismus, muss man einfach wissen, Bernd. Da gibt es so viel mehr. Was du da sagst ist quasi: Aus einer Menge von Themen und Methoden, die man analytisch angehen kann, ignorieren wir alle, bis auf den logischen Empirismus und identifizieren Analytische Philosophie einfach mit letzterem. Das ist keine vereinfachende Generalisierung - es ist einfach falsch.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#13860

>>13858

Insgesamt meine Frage: Du trollst, oder? Bin gerade zu müde und verballert, um angemessen zu reagieren, nur zu Kölns Lehrkörper einmal: Dieses Seminar ist ein gut ausgebauter Ort der Verballerung. Gerade Köln hat, ob der Größe, so wenig nicht-weiche Scheiße zu bieten, dass mir immer davor gegraut hat, was einer so großen Uni heute noch lehr- und forschungsinhaltlich gestattet wird. Es ist geradezu weltfremd, wie man einen so großen Laden international so isolieren kann. Hinzu kommt, dass gerade Köln auch noch eine Hochburg der Phänomenologie (mit entsprechendem institutionellem Ausbau), d.i. einer der Königsdisziplinen pseudo-weicher Kacke ist.


[Jun.-Prof. Dr. David Wirmer]
Arabische und Jüdische Philosophie

[Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer]
Geschichte und Systematik der Philosophie, insbes. der Philosophie des Mittelalters
Epistemologie und Metaphysik
Anthropologie
Ästhetik und Kunsttheorie
Religionsphilosophie

[Prof. Dr. Wilfried Hinsch]
Theorien und Methoden der Ethik
Grundlagen der politischen Philosophie
Gerechtigkeitstheorie
Krieg und Frieden

[Prof. Dr. Christoph Helmig]
Antike Philosophie
Geschichte des Platonismus / Aristotelismus
Antike Epistemologie / Begriffe (concepts) - Begriffsbildung (concept formation)
Antike und spätantike Theorien des Ortes / Raumes (topos)
Philosophie in Rom

[Prof. Dr. Christine Chwaszcza]
Ethik der Internationalen Beziehungen
Philosophie der Menschenrechte
Handlungstheorie
Theorien praktischer Rationalität
Theorien normativer Begründung

[Prof. Dr. Claudia Bickmann]
Metaphysik/Ontologie
Erkenntnistheorie/Bewußtseinsphilosophie
Kant, Deutsche Idealismus, Heidegger (Bezug zur Philosophie d. Antike)
Ästhetiktheorie
Komparative Philosophie

[Jun.-Prof. Dr. Anne Burkard]
Narrative Texte im Philosophieunterricht
Umgangsweisen mit philosophischen Dissensen im Philosophieunterricht
Entwicklung differenzierender und sprachsensibler Materialien für den Philosophieunterricht
Metaethik
Tierphilosophie

[Prof. Dr. Andreas Hüttemann]
Wissenschaftstheorie
Metaphysik
Frühe Neuzeit

[Prof. Dr. Thomas Grundmann]
Allgemeine und angewandte Erkenntnistheorie
Intuitionen
Methodologie der Philosophie (Gedankenexperimente, Begriffsanalyse, Dissens, transzendentale Argumente, experimentelle Philosophie)
Soziale Erkenntnistheorie
Kant

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#13861

Warum finden bloß alle analytische Philosophie so toll? Worin sieht Bernd bitte die Überlegenheit zur kontinental Philosophie?

herrhaase Avatar
herrhaase:#13862

>>13847
Danke Bernd, aber Nagel las ich in der 8. Klasse. Dazu kommt, dass eine Erläuterung der analytischen Philosophie nicht wirklich die Antwort auf die Frage ist wie man Adorno und Co. besser erarbeiten und verstehen kann.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#13863

>>13862

Deine ursprüngliche Frage klang ein bisschen danach, dass es dir in "solcher" Literatur immer ähnlich schwerfällt weiterzukommen. Das war für mich der Aufhänger.

Analytische Philosophie nimmt natürlich in Forschungspapern auch haufenweise Bezug auf Vorangegangenes, doch weiß man sich durch konkrete Verweise und andere Hilfsmittel und insbesondere die Art, in der dort Transparenz praktiziert wird, gut zu helfen, wenn man mal etwas nicht versteht.

DAS ist ein wesentlich Punkt, in dem die kontinentalen Leiden ganz anders und die Literatur und das Vorgehen eben intransparent sind. Wenn du explizit Adorno besser verstehen können willst, dann bleibt dir nicht viel, als dir Sekundärliteratur zu besorgen, Adorno selbst viel zu lesen und die Peergroup abzugrasen.

ovall Avatar
ovall:#13864

>>13861

Sie ist nicht überlegen, das habe ich nie gesagt, und ich halte das auch für einen Kategorienfehler, davon auszugehen, dass sie dasselbe Ziel hätten. Insofern ist Vergleichbarkeit hier insgesamt wahrscheinlich gar nicht gegeben. Verkürzt ist die eine Seite mehr Kunst und weniger Wissenschaft, hält sich aber nicht dran. Die andere hatte mal den Eigenauftrag mehr Wissenschaft werden zu wollen...zukünftig, sozusagen. Das Projekt wurde auch abgebrochen: Philosophie ist keine Wissenschaft, ich kenne niemanden, der das heute von akademischer Seite anders sehen oder sich anders äußern würde. Der große Unterschied diesbezüglich ist, dass die einen das mehr oder minder performativ auch zugestehen, die anderen nicht.

Analytische Philosophie ist mehr eine Art methodische Propädeutik, Fehlersuche/Theorienanalyse und - für Logiker wie mich jetzt eher relevant - Heuristik für's Grundgerüst (in dem Sinne etwa wie Gödel Husserls Phänomenologie für die Mengenlehre ins Feld führen wollte).

Das (nicht nur von mir) so empfundene Elend kontinentaler Ansätze oder - umfassender - nicht-analytischer Ansätze ist nicht so sehr, dass sie sozusagen nicht mitspielen wollen, Wissenschaft/Wissenschaftlichkeit zu imitieren. Auch sicher liegt es mir nicht daran, dass sie mehr Kunst machen, Kunst mit Worten, als alles andere. Die wenigsten würden sich aber in so eine Ecke gestellt sehen wollen, das sollte man hier deutlich dazusagen.

Das erste Problem ist, dass sie Aussagen über reale Dinge, Dinge in der Welt machen mit dem Anspruch auf Wahrheitsgehalt. Die meisten solcher Sätze fallen aber in die Gebiete von Einzelwissenschaften, Naturwissenschaften. Man denke hier bspw. an Anthropologie, Arnold Gehlen, Gender-Philosophie, alle möglichen Bestimmung-des-Wesens-des-Menschen-Projekte uvm.

Das zweite Problem ist, dass sie einfach intransparent sind und entweder keine Methoden ausweisen, oder falls sie welche haben (Phänomenologie bspw.) dann bestimmen sie sie nicht hinreichend. Meist ist es komplexes, kompliziert-lyrisch klingendes Wortgeschwurbel von A, über das sich B mit ANDEREM, aber ebenso inhaltlich wie methodisch unklarem Wortgeschwurbel wehrt. Fühlt sich ein Text wie eben beschrieben an, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kontinentale Philosophie/nicht-analytische Philosophie. (Ich zähle Philosophie des Geistes, auch falls analytisch "betrieben" da wesentlich mit dazu, weil es eigentlich reine Analogie/Metaphern-Rederei ist.)

ryhanhassan Avatar
ryhanhassan:#13866

>>13860 Universitaeten kommerzialisieren die Philosophie.Gerade dein Beispiel der Koelner Universitaet .Sie ist sich fuer nichts zu schade,wenn es um den Profit geht.Die erworbene Qualifikation reicht da nur fuer die Retroalimentation.

n1ght_coder Avatar
n1ght_coder:#13872

>>13864

t. versteht etwas nicht und hält es deswegen für Wortgeschwurbel

alagoon Avatar
alagoon:#13877

>>13864
Naja, um mal beim Thema zu bleiben: Dialektik ist schon eine Methode nur versucht sie halt nicht die Welt auf ein logisches 1+1 runterzubrechen...wenn man die Begriffe vermittelt zu einander begreift und wie Adorno das Identifizierende Denken an sich kritisert, sieht die schöne, ordentliche analytische Philosophie halt ziemlich platt aus. Ich verstehe auch erlich gesagt nicht wieso solche Kategorien wie Wissenschaftlichkeit einfach so angenommen werden.

tmstrada Avatar
tmstrada:#13882

>>13872
Falsch, wer es versteht, erkennt es. Der Schaumschläger Habermas wurde ja schon vor zehn Jahren in der FAZ vorgeführt.

>>13862
Wer Hochstapler verstehen will, sollte ihre Beweggründe kennen.
Bei Adorno ist das eine gehörige Portion Hochmut.
Arm sind die unkritischen Epigonen. Ihnen bleibt nur festigend am Lügengebäude zu wirken.

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#13887

>>13882
Wo wurde Habermas vorgeführt?

danro Avatar
danro:#13888

>>13872
>>13845
>wie am besten Adorno lesen? Breche mir an solcher Literatur immer einen ab um dann irgendwann doch frustriert abzubrechen. Habe aber auch keine Ahnung wie man am besten mit derartiger Fachliteratur umgeht.

eher so:
Dieses großartige Geschwurbel verstehe ich nicht! Es muss etwas ganz besonders wertvolles sein!
Auch: Philosophie ist Esoterik für Floskelakrobaten. Ohne Räucherstäbchen!

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#13889

>>13888
t. metter MINZE-Kleingeist

vladyn Avatar
vladyn:#13890

>>13888
>>13889

Ich bin nicht so überzeugt davon, dass sich daraus allzu viel Forschritt generieren läßt. Ich hatte oben zwar nicht an Texten der Vertreter beider Richtungen, wohl aber doch charakterisierend hinsichtlich der Art und Weise wie die eine und auch die andere Richtung Philosophie betreibt, versucht, herauszustellen, was mir als Logiker zuerst (negativ) an nicht-analytischer Philosophie auffällt. Und ich hatte "Geschwurbel" dabei eingeworfen.

Jetzt hilft das natürlich nicht, wenn die einen das nachbeten und die anderen vorwerfen, die Kritiker seien einfach zu dumm oder MINTig, die Texte der Kontinentalen zu verstehen. Wo sowas endet, sollte euch allen klar sein: man driftet dann nach /b/.

Es wäre hier gar nicht schlecht, wenn jemand auf konkrete Texte oder Textpassagen verweisen könnte oder sogar einmal einen (vielleicht nicht arg zu knappen) Textschnipsel posten könnte, um die eine oder andere Argumentation beispielhaft zu stützen.

Wir Analytiker hätten dann Gelegenheit am Text zu kritisieren und umgekehrt könnten uns die Frankfurter widerlegen und erklären, daß und wie doch Sinn drin steckt.

Nur ein Vorschlag...

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#13893

>>13890
Ja und nein, sachlicher und textbezogener wäre sicher gut aber ein analytische vs. kontinental Philosophie führt glaube ich nirgendwo hin. Erstmal sind beides sehr große Begriffe, dazu kommt die schon genannte thematische Vielfalt und schließlich kommt man zu dem Punkt das unterschiedliche Intentionen sowie auch Methoden vorliegen unddas war es dann auch.

Man könnte aber zum Thema alg. zurückkehren oder tatsächlich mal Tipps zum "wissenschaftlichen" Lesen gebwn?

millinet Avatar
millinet:#13911

Ich finde Adorno muß man gelesen haben, seine tiefe Menschlichkeit, sein klarer Ausdruck ist doch alles andere als verschwurbelt!

Aus den Briefen an die Eltern vom Autor der minima moralia.
1939 bis 1951. Herausgegeben von
Christoph Gödde und Henri Lonitz. Suhrkamp Verlag,

"Fast muß man bitten, daß es nicht zu schnell geht: daß nicht ein politischer Zusammenbruch erfolgt, der den Deutschen die offene militärische Niederlage erspart und sie doch nicht so am eigenen Leibe fühlen läßt, was sie angerichtet haben"

"Ich habe nichts gegen die Rache als solche, wenn man auch nicht deren Exekutor sein möchte - nur gegen deren Rationalisierung als Recht und Gesetz. Also: möchten die Horst Güntherchen in ihrem Blut sich wälzen und die Inges den polnischen Bordellen überwiesen werden, mit Vorzugsscheinen für Juden."

am 1. Mai 1945: "Alles ist eingetreten, was man sich jahrelang gewünscht hat, das Land vermüllt, Millionen von Hansjürgens und Utes tot."

"In bezug auf Kreisler bin ich völlig Eurer Meinung. Er ist schon lange auf den Hund gekommen und hat jeden Maßstab verloren. Diese ganze Art des Musizierens gehört liquidiert, und man fragt sich manchmal, ob die deutsche Barbarei, die zu dieser Liquidation beiträgt, nicht hier wie in vielem anderen gegen den eigenen Willen einen sehr gerechten Urteilsspruch vollstreckt."

Hier bricht sich eine Denkschule Bahn, die ihren vorläufigen Höhepunkt erst heute in den kritischen Anti-Strukturellen-Positionen eines Jan Böhmermann herausbildet
Säge weil selber ein Lüfter des Negerjazz und "ungebildeter Musikhörer" den Adorno so köstlich zu verspotten wusste.

FAZ so:
>Gegenüber seinen Eltern genoß Adorno die Rolle des Kindes, des "Bubs", wie ihn seine Mutter in der Korrespondenz ansprach. Einem Kind trägt man nichts nach, man weiß, daß sein Verantwortungsgefühl noch begrenzt ist und daß zu seiner, mit Freud gesprochen: polymorph-perversen Triebausstattung der Sadismus nun einmal dazugehört. Zum brieflichen Beschnuppern der "Nilpferdstute" Maria Wiesengrund-Adorno, ihres Mannes Oscar Wiesengrund (im Briefwechsel meist "WK" genannt), des "Nilpferdkönigs Archibald", also Adornos, und der "Giraffe" - das ist Gretel Adorno - gehörten deshalb auch die regelmäßigen Ausfälle gegen die "Brut", das "Gesindel" der in Deutschland zurückgebliebenen Adorno-Verwandtschaft, besonders gegen den von Teddie mit grotesker Wut verfolgten Onkel Louis, genannt Louische, den er, wie er einmal schreibt, am liebsten seinem Hund als Braten vorgesetzt hätte.

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#13915

>>13911
Oh Adorno hat in seiner privaten Korrespondenz nicht politisch Korrekt über die Nazis, die ihn fast umgebracht hätten, gesprochen? Uiuiui

ademilter Avatar
ademilter:#13916

>>13915
>"fast" umgebracht
... geht das wieder los.

newbrushes Avatar
newbrushes:#13917

Arabische und Jüdische Philosophie.usw.....Vermarktung ist die Besetzung von Begriffen.... verstehen wir besser die Philisophie wie Mathematik.

linux29 Avatar
linux29:#13919

Für den Einstieg eignet sich ganz hervorragend Erich Fromm, der ebenfalls am IfS war, aber wegen seinem religiösen Einschlag und seinen populärwissenschaftlichen Büchern von Profis eher gemieden wird. Für Anfänger: Fromm lesen, religiöse Anteile ignorieren: "Haben oder Sein", "Die Furcht vor der Freiheit", "Wege aus der kranken Gesellschaft", "Die Kunst des Liebens", ...

shesgared Avatar
shesgared:#13920

Un nie vergessen, wer und was dahintersteckt.

"In a nutshell, the theory posits that a tiny group of Jewish philosophers who fled Germany in the 1930s and set up shop at Columbia University in New York City devised an unorthodox form of 'Marxism' that took aim at American society's culture, rather than its economic system. The theory holds that these self-interested Jews — the so-called 'Frankfurt School' of philosophers — planned to try to convince mainstream Americans that white ethnic pride is bad, that sexual liberation is good, and that supposedly traditional American values — Christianity, 'family values,' and so on — are reactionary and bigoted. With their core values thus subverted, the theory goes, Americans would be quick to sign on to the ideas of the far left.

hota_v Avatar
hota_v:#13923

>>13919 religiöse Anteile ignorieren...schon Scheisse.Wissen schaffende Philosophie kann nur international und frei sein.In der Mathematik haben wir 90% des gesamten Wissens geschaffen.In der Philosophie vielleicht erst 40 %, weil immer Absichten und Voreinstellungen behindern.

chrisvanderkooi Avatar
chrisvanderkooi:#13927

>>13923
Man merkt, dass du nicht schreiben kannst und dich noch nie in deinem Leben mit Philosophie auseinandergesetzt hast.
Bitte verlasse /ph/.

shalt0ni Avatar
shalt0ni:#13933

>>13927
Da steht eine deutliche und klar formulierte Aussage, gegen dein überhebliches Gemaule. Welcher Pfosten ist wohl der entbehrlichere?

nelshd Avatar
nelshd:#13937

>>13923
Was passiert, wenn 100% des gesamten Wissens geschaffen sind?

emmakardaras Avatar
emmakardaras:#13940

>>13937
Geschaffen oder meintest du: Konstruiert?

salleedesign Avatar
salleedesign:#13942

>>13819
>>13819
http://www.zeit.de/1999/37/199937.sloterdijk_.xml


sloter knows best

nasirwd Avatar
nasirwd:#13943

>>13820
Marx war ein unproduktiver Ficker und Parasit , wurde von einem Industriellen durchfinanziert , Adorno hat mit Logik soviel zu tun wie ein Kanacke mit Feinmechanik

Sloterdijk lesen hilft

thehacker Avatar
thehacker:#13945

>>13942
>Wie stellt man es an, hinter vorgehaltener Hand über jemanden zu reden, hinter dessen Rücken man redet?

Was ist daran so schwer zu verstehen? Sloterdijk hat offensichtlich nichts kapiert.

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#13973

>>13943
>>13943
Adorno Logik ....
Sloterdijk lesen....

bitte hör auf

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#13995

>>13847 Meine persoenliche Zusammenfassung.Die Kontinentalen werden als(pseudo-weiche Kacke) von den Analytikern wahrgenommen.>>13847>>Erklaert gut und >>13890 eine sachliche Auseinandersetzung ist (mit ihnen)nicht moeglich.Logisch erklaert.....
Meine Frage :Sloterdijk =Steht WO?bei den Analytikern?