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Veröffentlicht am 2016-03-11 23:53:56 in /ph/

/ph/ 13770: Welche Vorbildung sollte man haben bevor man überh...

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tmstrada:#13770

Welche Vorbildung sollte man haben bevor man überhaupt anfängt Philosophie zu diskutieren?

Ich fürchte, dass wenn man keine philosophische Werke gelesen hat, man auf Themen herum rumreitet die schon unzählige Male diskutiert wurden und einfach nicht um das Wissen verfügt um etwas beizutragen.

Sollte man es so studieren wie an der Uni?

subburam Avatar
subburam:#13778

Gar keine.Lese.hoere,beobachte.
Streite und akzeptiere immer .
Wissen ist Langeweile .Das Neue ist die Sucht.

juaumlol Avatar
juaumlol:#13779

>>13778
Dies, auch wenn dein letzter Satz sarkastisch klingt.

OP, es macht gar nichts, wenn du mit Gleichgesinnten, im Netz oder mit dir selbst über Themen nachdenkst, zu denen andere Typen schon weiß Gott wie tolle Aufsätze geschrieben haben.
Es ist ja nicht so, dass du gleich die Dancing Queen of Philosophy werden willst. Überhaupt, Philosophie aus Prestigegründen zu betreiben, also weil es vielleicht jemanden beeindruckt, ist absolut lächerlich. Natürlich tun es trotzdem so einige, aber die sind dann nicht für ihre Gedanken, sondern ihre Aufgeblasenheit bekannt.

Aber natürlich kannst du dich vorbilden und damit (möglicherweise) eine Menge gedankliche Irrwege überspringen, indem du Einführungen in die Philosophie liest und dich informierst, welche Fragestellungen es gab, und wie unterschiedlich sie von verschiedenen Denkern behandelt wurden.
Wenn du mit dem Wissen dann philosophierst, bist du zumindest im Groben "up to date".

Was ich dir empfehlen könnte? Naja, Standardwerke:
Die philosophische Hintertreppe: das ist eine Sammlung kleiner Texte, die eine Mischung aus Portrait (Lebensbeschreibung und Charakter des Philosophen) und eine Zusammenfassung der Philosophie des jeweiligen Denkers ist.
Das Buch umfasst die wichtigsten und bekanntesten Denker des Abendlandes und geht chronologisch vor, von den alten Griechen bis zu Wittgenstein.

Dann gibt es den dtv-Atlas Philosophie, ein kleines Büchlein mit Erklärungen zu sehr vielen, auch teils total in Vergessenheit geratenen Philosophen, und das beschränkt sich nicht auf Europa, es kommen Chinesen, Perser, Araber, Amerikaner dran und das Buch ist gespickt mit - teils verwirrenden, aber oft erhellenden - Illustrationen von bestimmten Gedanken und Denksystemen.

Dann gibt es die Youtube-Serie Denker des Abendlandes mit Harald Lesch und Willi Vossenkuhl, wo beide bei nem Gläserl Wein auch durch die Philosophiegeschichte gehen und das Denken der Typen skizzieren. Kann manchmal aber etwas dürftig sein, denn Harald Lesch ist zwar sympathisch, aber man merkt ihm an, dass er ein Eklektiker vor dem Herrn ist: als Philosophie(-dozent) bringt er nicht so viel, er hat eben schon seine Lieblingsdenker und scheint sich nicht so sehr daran zu interessieren, darüber hinauszugehen.

Tja, und eine Zeitlang fand ich tatsächlich mal die Serie Wilfred toll für eine Einführung in Philosophie, hauptsächlich Ethik, also die Philosophie des richtigen Handelns, Verhaltens und Lebens. Musst du selbst entscheiden, ob das was für dich ist.

Davon abgesehen hält dich niemand ab, deine Gedanken laufen zu lassen und sie aufzuschreiben. Aber Gehör werden sie nur an wenigen Stellen finden. Wenn die Fragen den Anfänger durchscheinen lassen, kannst du sie hier oder auf gutefrage.net pfostieren, wenn sie fortgeschritten sind, mit Jayden Smith diskutieren, und wenn du wirklich relevante und bewegende Fragen, die fundiert und mit Kenntnis der Geistesgeschichte, gestellt wurden - dann musst du Bücher schreiben und allein in deinem Kämmerchen bleiben, weil die Philosophie dich dann so fordern wird, dass dir alles Menschenleben eitel erscheinen wird.
Oke das wa alles. ;) :)