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Veröffentlicht am 2016-06-12 06:08:51 in /ph/

/ph/ 14098: Auch nochmal hier: Huhu Bernd, du Bernd. Wieso exist...

bassamology Avatar
bassamology:#14098

Auch nochmal hier:

Huhu Bernd, du Bernd. Wieso existiert was?
Nur weil wir eine Expansion feststellen, die aus einer (eventuellen) Singularität (Zustand des Urknalls) entspringt, heißt es ja nicht, dass dies nicht schon unendlich lang so passiert. (Siehe: Nietzsche: Ewige Wiederkunft)
Dieses Universum wird irgendwann in einer Singularität enden, sei es jetzt durch einen Big Rip, Big Crunch, oder durch expandierende schwarze Löcher.
Ich glaube immer noch daran, dass unser Universum ehemalig ein schwarzes Loch war, welches das "alte" Universum vollkommen verschlang, also singular wurde und somit in einer Explosion wieder expandiert.
Und das für immer.

Fakt ist: Es gibt Existenz/Materie/Energie/Dich/Mich/Bewusstsein/Irgendetwas
Daraus schließt sich für mich, dieses etwas war schon immer da. "Nichts" kann nicht existieren.
Und jetzt kommt der Punkt: Wenn es eine Unendlichkeit vor deinem Leben gab, und offensichtlich gab es die, WIE kannst du diesen Moment jetzt bewusst erleben?
Das würde ja heißen, du hättest UNENDLICH lang nicht existieren müssen, bis du dann geboren wurdest.
Das ergibt absolut keinen Sinn, Unendlichkeit ist ja ein Zustand, heißt, es würde immer noch anhalten und du wärst nicht existent.
Der Fakt also. dass du/ich/jeder sich bewusst ist, bedeutet, dass ein Universum ohne bewusstes erleben nicht existiert, oder umgekehrt: Fragmente im Universum sind sich zu jeder Zeit immer selbst bewusst.
Und nichts anderes bist du, ich, oder jeder andere mit Bewusstsein: Komplexe Materie, die sich selbst erkennt und sich dann wundert, wo man herkommt, oder wohin man geht.
Dabei liegt das alles auf der Hand. Man muss sich nur mal dem allen bewusst werden, und zwar wirklich!
"Du" kannst nicht sterben, weil du das Universum bist und unendlich bist.
Dein Verstand, welcher dir eine exakte Identität gibt, stirbt mit dem Tod, daher auch die Angst: Du bist aber nicht dein Verstand -> Im inneren bist du alles.

PS.: Tschuldigt für die wirren Gedankengänge, bin müde und kam in einen Schreibfluss. Auch versuche ich trotz der vielleicht sehr spirituellen herangehensweise doch sehr rational zu denken.


>drinbevor Bernds erste existentielle Krise. Nö :3.


/ph/-Bernd, bitte nimm "meine Spinnerei" mal komplett auseinander. Ich bin an dem Punkt, wo mir das alles sehr rational und einleuchtend vorkommt.
Halbwegs objektiv kann ich absolut verstehen, wenn man diese Gedanken als spirituelle Bullenscheiße abtut: Ich brauche aber mal jemanden, der mir exakt aufführt, was daran eventuell nicht stimmen könnte.
Selber komme ich nicht dahinter.
Bin ich jetzt das Universum, welche sich seiner selbst bewusst ist?
Bin ich jetzt unendlich, weil ersteres stimmt?
Warum gibt mir mein Verstand/mein Ich die Illusion eines Dualismus, obwohl ich im Kleinsten (also auf Quantenebene) nicht vom Raum und der Materie um mich rum zu unterscheiden bin.

Ich bin konfus.

scottgallant Avatar
scottgallant:#14099

>>14098

du denkst zu viel nach, viel zu viel. deshalb haben wir ein ichmeinmir und dudeindir: wir denken denken denken und werden abhängig davon. jeder denkt für sich. schließlich sagen wir: ich denke, also bin ich.
und wenn ich nicht denke, was dann? wenn wir denken, dann sind wir verschieden. wenn wir nicht denken, dann sind wir gleich mit allen dingen. wir denken, wir sind verschieden und das macht uns verschieden. wir denken, wir sind gleich und das macht uns auch verschieden (jeder macht seine eigene gleichheit). wenn wir nicht denken, dann sind wir gleich.

wörter sind denken, sprache ist denken. wörter sind striche und kreise mit denen wir gedanken verknüpft haben. sprache ist nicht das richtige mittel für die lösung deiner aufgabe. wie willst du mit deinem denken deinen geist erfassen.
wie schaut man seine eigenen augen an? das spiegelbild sind nicht deine augen. man kann es nicht.
du hast eine denken-krankheit, dafür braucht es ein wenig denken-medizin, einige wörter werden benötigt.

wenn ich denke, dann gibt es leben und tod. wenn ich nicht denke, dann gibt es leben und tod nicht. leben und tod sind nur wörter. kennt die katze leben und tod? nein, weil sie leben und tod nicht gemacht hat. eine katze kommt aus der leere, ist eine weile eine katze und geht dann wieder in die leere. nichts ist verloren. sie kommt aus der unendlichkeit/leere, dann sagen wir eine weile zu ihr: oh, du bist eine katze! und dann geht sie wieder in die leere/unendlichkeit. kurz: leere ist form und form ist leere. leere ist katze und katze ist leere. die formen verändern sich unentwegt, aber die substanz ruht. form ist substanz, substanz ist form. die existenz ruht. universen kommen und gehen. in der leere, was kann sich bewegen?

tiere sind schlau. wenn sie hunger haben, essen sie. wenn sie durst haben, trinken sie. wenn sie gehen möchten, gehen sie. wenn ein mensch geht denkt er wohl: wohin eigentlich? denken denken denken. seid stille und erkennet, dass ich gott bin.
bin ich natur? bin ich unendlich? warum mache ich "ich und du". warum bin ich so konfus. was war ich vor meiner geburt?

geh nach draußen und frag einen baum. der wird dir ein guter lehrer sein.
oder eine katze: miau

buddhismus kann dir helfen bei deinen fragen, die spiritueller art sind.

splashing75 Avatar
splashing75:#14100

>>14099
>geh nach draußen und frag einen baum. der wird dir ein guter lehrer sein.
>oder eine katze: miau
Ich hoffe, du wirst von einem Rhinozeros vergewaltigt. Das hilft der Erleuchtung auch ungemein.

>>14098
>"Du" kannst nicht sterben, weil du das Universum bist und unendlich bist.

Kommt drauf an, was du meinst. So generell möchte ich dem aber widersprechen; wenn ich mit dir dann doch inhaltlich übereinstimme, so haben wir zumindest die Bedeutung geklärt.

"Ich" bin eine spezielle Aggregation eines Teils des Universums. Das Leben grenzt sich vom Tod durch biologische Funktionen ab. Ich bin nicht nur definiert durch die Summe meiner Teile, sondern vor allem durch deren Konfiguration. Da man ohne Bein und ohne Kopf zwei sehr unterschiedliche Zustände annimmt, kann man auch weitere Schlüsse daraus ziehen, wo das "Ich" denn nun wirklich sitzt.

>Warum gibt mir mein Verstand/mein Ich die Illusion eines Dualismus, obwohl ich im Kleinsten (also auf Quantenebene) nicht vom Raum und der Materie um mich rum zu unterscheiden bin.

U.a., weil die kleinste Ebene nicht die einzige relevante Ebene ist. Kontext kann auf allen Ebenen zustande kommen, und das Leben spielt nun mal weniger auf Quanten- und mehr auf zumindest molekularer Ebene. Und dort gibt es hinreichend Unterscheidungskriterien zwischen Innen und Außen; das weiß man nicht von Geburt an, doch der Verstand lernt es dadurch, dass er begreift, was er unmittelbar steuern kann.

Nicht zuletzt ist dein "Ich" auch nicht darauf ausgelegt, die Wahrheit zu erfahren. Es ist ein Produkt, das Eignung darin zeigte so lange zu überleben, dass Fortpflanzung geschieht.

>Das würde ja heißen, du hättest UNENDLICH lang nicht existieren müssen, bis du dann geboren wurdest.
Oh, das ist wild. Dafür habe ich gerade keine richtig befriedigende Antwort. Einige gehen davon aus, dass das Universum in immer-identischen Zyklen abläuft, dann wäre das kein Problem mehr. Aber ob das stimmt? Weiß man nicht.

kostenlos tl;dr obendrauf:
Fragen nach kontextuell starken Elementen (Ich) kann man kaum durch kontextuell deutlich schwächere Elemente (Quanten) beantworten, da sehr viele Abstraktionsebenen dazwischen liegen. Jede Ebene hat ihre eigene Frage. Die Frage nach dem ich ist eine Frage der Biologie, Soziologie, Psychologie, Neurowissenschaften - sicher findet man hier noch ein paar mehr -; nicht jedoch zuvorderst eine Frage der Physik.

Analogie: Du kannst Politik nicht erklären, indem du nur über Kohlenstoff argumentierst und keine komplexeren Zwischen-Konstrukte betrachtest.

iamgarth Avatar
iamgarth:#14146

Das Universum hat kein Ende und keinen Anfang

vladyn Avatar
vladyn:#14148

Eine elend lange Antwort von Isidor ist im Anmarsch

johnriordan Avatar
johnriordan:#14154

>>14148
Echt? ich blicke bei dem Faden hier gerade nicht durch. Ich kann nur sagen, hör die Alan Watts an, OP. Das Leben ist ein Spiel, das ist alles.

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#14155

>>14098
> Warum gibt mir mein Verstand/mein Ich die Illusion eines Dualismus, obwohl ich im Kleinsten (also auf Quantenebene) nicht vom Raum und der Materie um mich rum zu unterscheiden bin.

Das ist Teil des Spiels. Der Dualismus ist ja auch wirklich ein Teil der Realität: Schwarz-Weiß, Gut-Böse, Klein-Groß, das kennen wir alle, aber das ist nicht das letzte Wort und auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Gegensätze bedingen einander und sind eingebettet im großen unendlichen Nichts, im Spielfeld, in der Welt.
Du bist schon so weit und kannst sehen, dass der Dualismus nur eine Fiktion von vielen ist. Vielleicht hast du das mal erlebt, dass du einen Klartraum hattest oder morgens aufgewacht bist und du gar keine Vorstellung von deinem Körper, von Schmerz oder Leid hattest. Ich würde so einen Moment als ein Wehen des Schleiers bezeichnen: die Illusion ist, immer wenn du wach bist, aktiv, aber es gibt Grenzfälle, zB unter Drogen, im Halbschlaf oder in psychotischen Zuständen, wo man zwar immer noch im Hier und Jetzt ist, aber der Schleier der Schwere, der "Ernsthaftigkeit" für einen selbst gelüftet scheint.
Du kannst diese Empfindungen ja selbst näher untersuchen, mit allen probaten Mitteln und Methoden. Ich glaube, du hast schon sehr weitreichende Ahnungen, du musst ihnen jetzt einfach nachgehen, um deinem Eindruck, dass du ein Teil des Ganzen bist, etwas mehr Wirklichkeit zu verleihen.

jonesdigidesign Avatar
jonesdigidesign:#14159

"Es" muss existieren, sonst könntest Du es ja nicht erleben. Siehe -> Anthropisches Prinzip

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#14160

>>14159

Säge nicht gewollt, ich bin müde

starburst1977 Avatar
starburst1977:#14168

>>14154
dann ist aber die Perspektive dass das Leben nur ein Spiel ist ebenso Teil des Spiels und damit genau so indifferent wie alle anderen Perspektiven auf das Leben.
t. /Schlaubernd

Bernd Avatar
Bernd:#14169

>>14168
Ganz recht, Schlaubernd.
Was nun die Idee, das Leben sei ein Spiel, von anderen möglichen Deutungen unterscheidet, ist einfach, dass das Spiel von vornherein keinen Sinn propagiert. Zudem ist es auch nicht wie ein vorgeschriebenes Spiel wie Monopoly, wo der arme Mensch hineinstolpert, dann mit Ach und Krach die Regeln lernt und dann dennoch kläglich versagt. Worte werden dem nicht gerecht: es ist ein Spiel, und dennoch ist es mehr und weniger als ein Spiel - weil es alles sein kann, was man sich vorstellt, weil die eigene subjektive Deutung des Lebens das Leben als solches wie durch Zauberhand verwandeln kann. Es ist wie eine Kiste Lego oder ein Malblock mit einem Kasten von Malstiften, du kannst alles damit machen, was dir einfällt, und doch wird auch diese Analogie dem nicht gerecht, denn Malblock und Legokiste sind Medien, die natürlich wieder einen gewissen Grad von Definiertheit haben. Das Leben selbst hat aber nicht einmal das. Alles, was definiert erscheint, ist fiktiv. Es gibt nur den ständigen Fluß, der durch unterschiedlichste Spiele und Ideen für dieses und jenes gilt.

xarax Avatar
xarax:#14282

>>14098
>"Nichts" kann nicht existieren
Für mich bedeutet das: Nichts ist Nichts. Also genau das, was es sein soll.
Es existiert ausserdem sehr wohl, nämlich im sprachlichen Gebrauch. Wieso wird es in der Spache so dringend gebraucht? Oder die 0 in der Mathematik? Die Natur verliert doch !?Nichts!?

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#14283

>>14282

Du versuchst jetzt ein Problem der Existenzphilosophie mit der Sprachphilosophie zu verbinden? Das kann man machen, wird aber für OP schwerlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Klar, Sachen/Dinge/Entitäten existieren im Intellekt. Bei dem Nichts ergibt sich daraus jedoch ein Paradoxon. Wenn man "Nichts" als die Abwesenheit oder Nichtexistenz von etwas versteht, dann ist es kein nichts mehr, sondern eben die Abwesenheit oder Nichtexistenz. OP verlangt doch eine Auflösung dieses Paradoxons, wenn ich es richtig verstanden habe?

OPs Problem ist jedoch von Anbeginn, dass er nicht systematisch Denken kann, falsche Schlüsse zieht und ohne Belege jeglicher Art arbeitet und Begriffe unsauber verwendet. Er sollte sich von seinem ganzen mystischen Gedanken verabschieden oder Zuflucht in einer Religion suchen.

tweet_john Avatar
tweet_john:#14284

>>14283
Ich frage mich auch, ob Sprache/Mathematik dann überhaupt geeignet ist, die Welt richtig abzubilden, wenn sich die Wissenschaft des 'nichts' bedient und weiterhin in Texten verwendet, obwohl sie es als inexistent nachzuweisen behauptet. Die sauberste Lösung wäre doch, ohne dieses und die daraus abgeleiteten Wörter auszukommen. Oder ist es ein Rest von Aberglauben, ein magisches Wort?

remiallegre Avatar
remiallegre:#14285

>>14284

Lass dich bitte auf den Gedanken von Hugo von St. Viktor ein:

„Auf drei verschiedene Arten können Dinge existieren:
(1) in der Wirklichkeit
(2) im Intellekt
(3) und im göttlichen Geist;
das heißt: (3) in der göttlichen Idee, (2) in der
menschlichen Idee und (1) in sich selbst.
(…)
Und so ist das, was in der Wirklichkeit existiert, ein Abbild
dessen, was im menschlichen Geist existiert, und
was im menschlichen Geist existiert, ist ein Abbild dessen,
was im göttlichen Geist existiert.“

Du sieht, es gibt Dinge, die nicht in der Wirklichkeit existieren, jedoch existieren Sie als Idee und sind deswegen nicht minder von Existenz.

olgary Avatar
olgary:#14286

>>14285
>göttlicher Geist

starburst1977 Avatar
starburst1977:#14287

>>14285
>Auf drei verschiedene Arten können Dinge existieren:
>(3) und im göttlichen Geist;

chatyrko Avatar
chatyrko:#14288

>>14286
>>14287

Einmal hat dir nicht gereicht?

pf_creative Avatar
pf_creative:#14290

>>14288
Ich werde jedes Mal zornig, wenn ich es sehe. :3
Selbstsäge.

nicoleglynn Avatar
nicoleglynn:#14291

http://magazin.dctp.tv/2014/08/25/film-der-woche-was-heist-nichts/

Video relatiert.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#14302

Der mathematische Begriff des Strahls ist bekannt? Von dem jetzigen Zeitpunkt geht die Unendlichkeit in beide Richtungen. Also kannst du nur vom Jetzigen betrachten. Ewig in die Vergangenheit und Ewig in die Zukunft.

Oder du betrachtest Zeit wie Einstein.

mrxloka Avatar
mrxloka:#14303

>>14302
Also Unendlichkeit Ja, aber nur in eine Richtung, von dir weg, nicht zu dir hin.

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#14304

>>14155
Hippietalk mich nicht voll

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#14305

>>14286
Versteh das doch metaphorisch wenn es dir nicht passt?

ntfblog Avatar
ntfblog:#14324

>>14302
>Der mathematische Begriff des Strahls ist bekannt? Von dem jetzigen Zeitpunkt geht die Unendlichkeit in beide Richtungen.
Ein Strahl hat einen Start-, aber keinen Endpunkt. Du meinst eine Gerade.

carlosgavina Avatar
carlosgavina:#14370

>>14324
Nein, denn du kannst von dir in die Unendlichkeit gucken aber nicht von der Unendlichkeit zu dir.

jitachi Avatar
jitachi:#14378

>>14324
Keklord guckt und telepathiert

mshwery Avatar
mshwery:#14379

>>14370
Und deswegen benutzt du einfach das gleiche Wort mit einer anderen Definition?