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Veröffentlicht am 2016-07-12 10:22:15 in /ph/

/ph/ 14209: Untermensch. Was ist das an sich?

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im_jsmith:#14209

Harro

Bernd hat, anhand der nebenstehenden Handreichung Himmlers, über den Begriff des Untermenschen philosophiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Untermensch-sein -auch nach dem Verständnis des guten Heinrichs- vor allem eine Kopfsache definiert.
Im nebenstehend faksimilierten Text, erscheint weder der Neger noch der Ostische als Untermensch per se, sondern Himmler spricht in seiner Definition von : Jener biologisch scheinbar völlig gleichgearteten Naturschöpfung,mit Händen Füßen einer Art von Gehirn und doch ganz anders. eine furchtbare Kreatur, ist nur ein Wurf zum Menschen hin, mit menschenähnlichen Gesichtszügen -geistig seelisch jedoch tiefer stehend als jedes Tier. Im innern dieses Wesens ein grausames Chaos wilder hemmungsloser Leidensschaften: namenloser Zerstörungswille (Bernd, alles soll brennen, ins Gas ins Gas) primitivste Begierde, unverhüllteste Gemeinheit. (Anetta Kahane, Botsch, Grigat, Bartoschek, Lindeman, Churchill, sämtliche US Piloten)

Für Bernd definiert Himmler damit deutlich und klar in erster Hinsicht eine geistige Trennlinie, zwischen dem nach höherem strebenden Menschen und dem sich in kleingeistiger Dämmerung suhlenden Normalschaf. Dass Heini, wie er liebevoll von seinen Kameraden genannt wurde, in durchaus überheblicher Tunnelsicht die Gefahren der trägen Massen im eigenen Volk ausblendet, sei dahingestellt, die Erziehungsprogramme die dem entgegensteuertern, waren schliesslich seit den Tagen Friedrichs von Preussen auf dem Weg, und hatten herausragende Früchte gezeugt.
Diese geistige Trennlinie die der Text zieht macht deutlich das der Begriff "Untermensch" keinesfalls das genetisch Andere definiert, sondern zuerst den neidgesteuerten Zerstörer, den gierigen Plünderer und in der Konsequenz auch den Versager, den nicht Wollenden, den Zweitverwerter, den Epigonen und Wiederkäuer von Lügen.
Also Eigenschaften, die ein jeder der weiss, dass er nichts weiss, in sich selber zu suchen und für sich persönlich zu bekämpfen hat!.

Miles Davis und die Erfinder und Erneurer des Jazz als Untermenschen zu sehen, das brachte nur ein gewisser T.W. Adorno aufs Papier. So wie der Reichskanzler Adolf Hitler dem Sportler Jesse Owens seinen Respekt zollte, ( "Adolf Hitler didn't snubb me, it was FDR who snubbed me". J.Owens.) wird einem jedem anderen Leistungsträger Respekt und Achtung des nach Verbesserung strebenden Menschen -gleich welcher Herkunft- sicher sein.

Dass es Völkerscharen gibt, die gewohnheitsmäßig oder durch "religiösem Chauvinismus" bedingt mit der Selbstbeobachtung und Selbstkritik keinen Vertrag haben, ist mehr als deutlich. Himmler bzw. der unbekannte Autor des Artikels spricht dies auch ohne falsche Zurückhaltung aus. In der heutigen Zeit ein Unding, wo das Untermenschentum in der Demokratur, -der Regierung der Pöbelritter und dumpfen Wiederkäuer- zur Staatsreligion erhoben wird. Wer es wagt schmerzhafte Wahrheiten auszusprechen, kriminelle Machensschaften einflussreicher Gruppen zu kritisieren, wird mit allen Mitteln bekämpft, seine Existenz zerstört, von jenen Räubern, die während sie die mühsam erbauten Tore aufbrechen, haltet den Dieb schreien und Gehör bei den Narren finden.

markolschesky Avatar
markolschesky:#14211

Der Untermensch an sich ist also der Mensch, der sich in seiner Rohheit gefällt?
Das erinnert mich sehr an ein Zitat - vielleicht weißt du, von wem es ist, ich nicht: Der Unterschied zwischen einem normalen Menschen und einem Leonardo ist größer als der zwischen einem normalen Menschen und einem Affen. So etwa.
Der Mensch hat, wie Mirandola schrieb, im Gegensatz zum Tier die Fähigkeit zum Zweifeln. Er kann in zahlreicher Weise von der natürlichen Default-Einstellung abweichen, ob es ihn nun tötet oder vervollkommnet.
Aber braucht es eine Diskussion, um herauszufinden, ob der Begriff Untermensch überhaupt eine Berechtigung in einem gesitteten Diskurs hat? Selbst wenn sich Einer auf die Definition beruft, wie du es tun könntest, so wäre der Begriff viel zu polemisch, viel zu aufgeladen, und wäre damit nur Demonstration der eigenen Dickköpfigkeit, die, wie du selbst schreibst, sich völkerweit in religiösem Chauvinismus ausdrückt.

Im rechten Rahmen eingesetzt könnte man mit dem Begriff umgehen: wenn wir den Untermenschen und die Eigenschaften, die der Begriff versammelt, als Aspekt der eigenen Existenz sehen, so haben wir alle etwas davon.
Biologisch-psychologisch könnte man beim Untermenschen-Aspekt dann von einer angstgesteuerten Sucht nach Homöostase sprechen: man gefällt sich in seinem unreflektierten Raubtierverhalten und will um keinen Preis bekannte Strukturen, seien sie auch noch so zerstörerisch, aufgeben. Kennt das nicht jeder? Die Angst vor Neuem und das Klammern am Bekannten, das Bevorzugen des Spatzen in der Hand etc.
Das Thema ist ein wunderbarer Anlass, um sich selbst an die Nase zu fassen.
Und zum Anderen kann man mal untersuchen, wie es kommt, dass Worte zu Waffen umkonstruiert werden. Welche soziale Dynamik dahinter liegt, dass man Leute mit "Untermensch", "Nazi", "Pädo", "Psycho", "Junkie" etc betitelt. Das sind rhetorische Schlammbomben und eigentlich disqualifizieren sie den Aussprechenden schon, als geachteter Gesprächspartner zu gelten, es sei denn, er tut es mit Witz und Ironie.

_vojto Avatar
_vojto:#14212

>>14211
Ach du verlauster, überdrehter Schwurbler.

pjnes Avatar
pjnes:#14213

>>14212
Ja Mann ey, wenn dich das laust, beiß dir halt in den Hintern. Das ist wie ich rolle.

mr_arcadio Avatar
mr_arcadio:#14214

>>14211

>Der Untermensch an sich ist also der Mensch, der sich in seiner Rohheit gefällt?
Das trifft es m.E. sehr gut. Würde Himmler dir zustimmen? Das werden wir wohl nie erfahren.
Oder würde er bzw. seine Parteifreunde auf genetische Zusammenhänge von Herkunft und Stamm bestehen? und ihre Gegner damit bestätigen. Das könnte man durch das Studium, von Primaärquellen erhellen. Muss wohl Buch kaufen.
Wenn Nietzsche den Übermenschen aufbaut ist damit der Untermensch auch im Keller und in der Welt. Die Frage die mich umtreibt ist die, ob die Rassenazis -die ihren Rassegünther zu dessen Bedauern selber nicht so richtig ernst nahmen- jenen Begriff so hässlich gemeint haben, wie er nach über 70 Jahren Propagandaverbrechen klingt.
Ist nicht das Zeigen nach unten ein uraltes aber probates Mittel um sich und andere anzutreiben, zu motivieren den trägen Schweinehund hinter sich zu lassen? Dieter, du endest noch als Naktputze!.
Hatten nicht schon die Hellenen und Römer recht deftige Bezeichnungen und Tierattribute für den Pöbel?. Jedoch klingt Untermensch (in unserenOhren?) hässlicher als Ratte, Zecke oder Ochse und das, obwohl mit "Untermensch" noch immer vom Menschen gesprochen wird.
Aufgehoben und bestritten wird allerdings der Traum von der Gleichheit aller, und nach derzeitiger Lesart wird diese Unwertigkeit eben auf ganze Völker bezogen.
Der Begriff ist polemisch aufgeladen und sicher unbrauchbar in Diskussionen über richtiges Handeln oder Ästhetik, aber das ist mein Problem: ist die damalige Verwendung des Begriffs schon ein Beweis, dass die Himmlers und Görings eine chauvinistische Sklaverei planten, wie es ihnen nachgesagt wird? Oder steht dahinter nicht die Erkenntnis dass man, um sich aufzuraffen auch mal gehörig beleidigt werden muss.
Was die angeblich als "Sklaven" eingeplanten Agrarländer angeht; Man darf sich nichts vormachen, Landwirtschaft und Industriearbeit waren damals lohntechnisch noch weniger kompatibel als heute, so dass die -vielleicht beklagenswerte- Ungleichheit damals, auch in einem friedlichen Europa, nicht aufzulösen gewesen wäre.

Bild relatiert. Übermensch Dieter, der nicht als Nacktputze enden durfte.

christauziet Avatar
christauziet:#14215

>>14214
>Der Begriff ist polemisch aufgeladen und sicher unbrauchbar in Diskussionen über richtiges Handeln oder Ästhetik, aber das ist mein Problem: ist die damalige Verwendung des Begriffs schon ein Beweis, dass die Himmlers und Görings eine chauvinistische Sklaverei planten, wie es ihnen nachgesagt wird? Oder steht dahinter nicht die Erkenntnis dass man, um sich aufzuraffen auch mal gehörig beleidigt werden muss.

Ich verstehe nicht genau die Alternative: Entweder, der Begriff ist polemisch aufgeladen und für eine Diskussion unbrauchbar, oder er ist eine Beleidigung? Beides trifft natürlich zu.

Wenn du jetzt meinst, dass es auch 'pädagogische' oder rhetorische Beleidigungen etc. gibt - ok. Aber wenn du den Untermenschenbegriff der Himmlers und Görings für eine pädagogische Beleidigung hältst, wäre deine pädagogische Philosophie schon noch interessant.

oskamaya Avatar
oskamaya:#14217

>>14215
Mein Denken kreist da noch in großen Sprüngen. Inzwischen ist mir auch klar das ph/ doch nicht der Platz ist um das weitgreifende Thema Propaganda zu disputieren (Propaganda ist Erziehung, Erziehung ist Propaganda), worauf es jedoch hinausläuft.
Bernd ist dir jedenfalls sehr dankbar für diesen -eines Philosophen würdigen- Satz:
Der Untermensch an sich ist also der Mensch, der sich in seiner Rohheit gefällt!
Gibt es jemanden der daran etwas auszusetzen haben kann? Wird der Rohling dadurch zum Unmenschen herabgewürdigt?

chatyrko Avatar
chatyrko:#14218

>14217
'N Kesselschmied oder Nietenschläger schwitzt und butzt den lieben langen Tag fürs Vaterland inner Manufaktur. Der kümmert sich um Intellektualismen null. Den interessiert nicht die nahe Zukunft, die nächste Stund vielleicht, eher die nächste Stulle. Der hat ein Maul wie'n Gaul, halb Zähne und ist auch sonst roh wie'n Lachs oder roh wie Rohan.

Ist das Isildursche Rohheit? Kannste ja Mönchengladbach direkt weghauen. Das wird der Führer nicht gerne hören.
Arbeiter sind Rohheit und Arbeiterkult ist die Liebe zur Rohheit.

adhiardana Avatar
adhiardana:#14219

>Der Untermensch an sich ist also der Mensch, der sich in seiner Rohheit gefällt!
Für mich klingt das einfach wie Kant, der forderte, aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszutreten. Keine wirklich neue Erkenntnis.

christianoliff Avatar
christianoliff:#14220

Untermenschen:
Haste ein Plan? Ne. Wollen wir was machen? Ne.
Haste ein Plan? Ja. Wollen wir was machen? Ne.

Gutmenschen:
Haste ein Plan? Ja. Wollen wir was machen? Ja.
Haste ein Plan? Ne. Wollen wir was machen? Ja.

areus Avatar
areus:#14221

>>14218
>Arbeiter sind Rohheit und Arbeiterkult ist die Liebe zur Rohheit.
Und mit dieser Einstellung der Roten Garden gingen die Sitten in Maos China den Bach herunter. Davon haben die sich zum Teil bis heut nicht erholt. Schneuzen ins Tischtuch, Rotzen auf die Strasse und dergleichen galt/gilt den (alten) retardierten Genossen dort als Proletarisch und Ausweis basierter marxistischer Gesinnung.

cat_audi Avatar
cat_audi:#14224

>>14221
Du meinst es gab neue Sitten, die dir persönlich nicht zusagen.

falvarad Avatar
falvarad:#14225

>>14224
Du bist ein schöner Beweis für die Richtigkeit der Aussage. Findest du nicht?
Für mich ist damit EdF.

davidtoltesy Avatar
davidtoltesy:#14226

>>14225
Nö, der Satz bleibt falsch, sorry. Du bist aber ein Beweis dafür, dass Untermensch auch schon immer die Leute genannt wurden, die einem nicht gepasst haben.

Das und das fordert eine Gesellschaft, wer dagegen ist, ist Untermensch zackbumm. Deine Maoisten haben im Sinne der herrschenden Gesellschaft gehandelt, aus Sicht von Mao wären es daher keine Untermenschen. Der deutsche Arbeiter war Rohheit in Rheinkultur, für Hitler aber kein Untermensch. Wer Germania zerbrechen lässt, der ist ein hitlerscher Untermensch (denk ich mir). Wer nicht mitmarschiert usw. Wer das tralala der Ideologie nicht mitsummt. Nicht zu gebrauchen dieses Menschmaterial, schlimmer als Holz, weils stinkt und Fettlachen lässt, die man nachher ablaufen lassen muss.

Bei deinem Eingeteile der Welt in "super gut und hoheitlich purpur" und "öde kiste whack" musste ich hieran denken:
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte
der sich im allerkleinsten Kreise dreht

"Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte" ist dein Geist und der "allerkleinste Kreis" ist die ganze Scheiße die du dir ausdenkst, damit du alles einsortieren kannst.

steynviljoen Avatar
steynviljoen:#14234

>>14226
>Rheinkultur
Einmal am Rhein ... sischer Bernd
so sicher wei dir die aristotelische Doppelbödigkeit jener Begriffsbestimmung bisher entgangen ist.
Ja, die Roten Garden gefielen sich in ihrer Roheit und die SA wohl auch, und die mit Recht, nachdem die Marxisten in ihrem heiligen Wahn nationale Versammlungen immer wieder gesprengt und etliche Nationale feige ermordet hatten.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#14236

>>14234
Lieber einen Schritt rückwärts, guter Mann. Sokrates wusste schon: ich weiß nichts, das aber weiß ich.