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Veröffentlicht am 2016-10-08 21:32:07 in /ph/

/ph/ 14746: ...Absezz Drei Als er einmal ein Kind sah, das aus den...

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#14746

...Absezz Drei
Als er einmal ein Kind sah, das aus den Händen trank,
warf er seinen Becher fort und rief:
"Ein Kind ist mein Meister geworden."

murrayswift Avatar
murrayswift:#14753

Abs. 10
Als ein elender Musiker allgemein getadelt wurde, trat er allein für ihn ein und lobte ihn. Dann sagte er: "Trotz solcher Mangelhaftigkeit zieht er es vor, Musiker zu sein und nicht durch Raub und Diebstahl sich zu ernähren."

fffabs Avatar
fffabs:#14768

>>14753
Also es gibt meiner Erfahrung nach Menschen, von denen ich mich lieber beklauen lassen als ihre Musik hören möchte.
Diogenes wird vom persischen Dichter Saadi in seinem Werk golestan / Der Obstgarten widersprochen. Da wird von einem Sänger erzählt, der mit quakender Stimme Allah preisen will, doch ein Imam lenkt ein und meint: seinliebet still, denn so preist du nichts und niemanden.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#14769

>>14768
Der Imam scheint Allah nicht zu verstehen und meint, es wäre ein Waschweib mit Periode.

erikdkennedy Avatar
erikdkennedy:#14812

>>14768
Gar nicht mal so witzig, da Musik über das Ohr direkt in's Gehirne, das Bewusstsein oder die Seele dringt. Was die Öffentlich-Ehrlosen derzeit treiben, das ist Vergewaltigung in einem höheren Sinne.
Bild realtiert, der Mann der den Bernd die Musik lehrte.

danro Avatar
danro:#14815

>>14812
>da Musik über das Ohr direkt in's Gehirne, das Bewusstsein oder die Seele dringt.
So tun es alle Wahrnehmungen.

moynihan Avatar
moynihan:#14816

>>14815
Aufregendes Thema! Nunja, es heißt, dass die einzelnen Sinne unterschiedlich stark auf die Empfindung wirken.
Man sagt, dass der Geruchssinn und mit Geruch assoziierte Eindrücke am deutlichsten abgespeichert werden und dass das olfaktorische, also das Geruchsempfinden auch am ehesten Menschen geistig beeinflussen kann.
Danach kommt wohl schon gleich das Hören.
Männer scheinen verglichen mit Frauen stärker visuell eingestellt zu sein, aber das sind nur Tendenzen.
Letzten Endes haben wir alle eine ganz eigene Art, ästhetisch bewegt zu werden, wie mir scheinen will.

davidbaldie Avatar
davidbaldie:#14820

>>14816

Es heißt, dass alle Künste nach dem Zustand der Musik streben.

Dem stimme ich weitgehend zu, weil Musik die einzige Kunst ist, die eine sinnliche Wahrnehmung mit unserer Zeitwahrnehmung verbindet.

markmushiva Avatar
markmushiva:#14821

>>14820
Anders: Es gibt Menschen, in deren Welt das allgemeine Streben der Künste zum Zustand der Musik Wirklichkeit ist.
Ich verstehe >weil Musik die einzige Kunst ist, die eine sinnliche Wahrnehmung mit unserer Zeitwahrnehmung verbindet
nicht. Klangliche Bewegung nimmt einen bestimmten Zeitraum ein. Die Folge der Zeit- und Notenräume ergibt, so meine ich dich zu verstehen, die musikalische Wahrnehmung der Zeit. Vielleicht sollte man besser sagen: Musik ist eine zweite Uhr, ein neuer Bewegungsrhythmus, der die Momente einteilt.
Soweit verstehe ich dich. Ein Einzelphänomen ist das aber nicht, hier widerspreche ich. Gleiches lässt sich nämlich leicht von der Sprache sagen, deren Ryhthmus der Entstehung der Musik und Zeit vorausgeht. Betrachtet man ein Gedicht, selbiges gilt jedoch für alle Textarten, so ist die Rhythmisierung der Wort- und Klanglängen offenkundig. Jedes Wort ist ein zeitlicher Raum sowie eine geistige Bewegung. Bei der Musik entsteht Bewegung durch physische Vibration, die über die Gehörmittel wahrgenommen wird. Beim Lesen wird über die Augen durch den Lesefluss, dem Zeitfluss, der Wort für Wort eingeteilt ist, Vorstellung an Vorstellung gereiht und im Geist bewegt. Der Hauptunterschied scheint mir zu sein, abgesehen von den ganz verschiedenen Mitteln, die eingesetzt werden und den Wirkungen, die höchst unterschiedlich ausfallen (dann wiederum aber im letztendlichem Gefühl wieder vereint werden), der Hauptunterschied scheint mir zu sein, dass Musik ein Imperativ ist, ein Gebot, ein schöner Zwang, wohingegen die Sprache einen individuelleres Gepräge beibehält. Musik ist das Feste, Sprache das Ätherische. Beide sind grundsätzlich rhythmisierte Bewegung. Die Ordnung der Musik ist eine Einfache, die der Sprache ein Durcheinander. Dennoch ordnen sie jeweils den Zeitfluss auf ihre Art. Musik gibt Ordnung, Sprache gibt Möglichkeit.

joshkennedy Avatar
joshkennedy:#14822

>>14821

>Es heißt
>Es gibt Menschen, in deren Welt
So war das eben gemeint, allerdings halte ich die Präzisierung für angemessen.

Dass Sprache einen eigenen Rhythmus besitzt, durch den ein Teil des ästhetischen Genusses an Literatur und Poesie zustande kommt, das will ich nicht in Frage stellen. Natürlich hat jeglicher Sprechakt zwangsläufig eine zeitliche Komponente. Doch wir müssen, glaube ich, die zeitliche Funktion der künstlichen Einheit (egal ob Strophen oder musikalische Phrasen) bzw. die Zusammensetzung dieser Einheiten (welche nur über einen bestimmten Zeitraum überblickt werden kann) und die erlebte musikalische Zeit sehr deutlich voneinander trennen. Dabei kommen wir aber an einer Auseinandersetzung mit der Frage "Was ist Zeit?" leider nicht vorbei.

Nehmen wir mal deine Aussage
>Musik gibt Ordnung, Sprache gibt Möglichkeit.
als Ausgangspunkt.

Ich lese gerade ein Buch von Andrej Kurpatow, "Die Zeitfalte," in dem er versucht unter Anderem den Zusammenhang zwischen unserer subjektiven Wahrnehmung der Zeit und den externen, durch Zeit bedingten Prozessen der physikalischen Welt endgültig zu belegen. Eine seiner (von mir aus) interessantesten Thesen lautet, grob vereinfacht, dass erlebte Zeit nur dann entsteht, wenn man die Möglichkeit hat eigenständig zu handeln, etwas wirklich Neuem und Unbekanntem nachzugehen. Sonst erlebt man nicht seine "eigene" Zeit, sondern wird quasi durch Zeit vorangetrieben, und fühlt sich dadurch zum Stillstand gebracht.

Genau daher stammt meine Überzeugung, dass musikalische Zeit die Musik von allen anderen Künsten unterscheidet. Wenn man ein Gedicht oder ein Buch liest, hat man die "Möglichkeit", das Gelesene so oder so zu interpretieren, auf eine frühere Stelle zurückzukommen oder eine neue zu überspringen. Beim Lesen erlebt man die eigene Zeit. Die Musik hingegen ist eine geschlossene zeitliche Struktur, eine Art "Ordnung", die die interaktive Teilnahme eines eigenständig handelnden Zuhörers im Prinzip ausschließt. Beim Zuhören wird man in eine andere Zeit versetzt. Hoffentlich kannst du was damit anfangen, ich versuche selber zu verstehen, warum ich den Eindruck habe. Vielen Dank für deinen Kommentar, es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.

Auf dem Bild ist Kurpatow zu sehen, hervorragender Philosoph den ich mit Zizek oder Manfred Spitzer vergleichen würde

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#14823

https://www.youtube.com/watch?v=5YXA9w_mRG0
https://www.youtube.com/watch?v=-clKFoZOBYs

https://www.youtube.com/watch?v=cuFQfiOKdds

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#14824

>>14823
To be or not seems to be

https://www.youtube.com/watch?v=l_4iQDYDVNo