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Veröffentlicht am 2017-04-14 00:02:11 in /ph/

/ph/ 15090: Sinn des Lebens

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#15090

Ist es Glück oder technischer Fortschritt?

Ist es besser ein Ureinwohner zu sein der kaum etwas von der Welt weiß, keine Technologie hat aber glücklich ist?

Oder ein moderner Mensch mit Zugang zu mehr Wissen als man lesen könnte, Technologie die einem das Leben erleichtert und erlaubt mehr von der Welt zu erfahren, der aber unglücklich ist?

ankitind Avatar
ankitind:#15091

Einen Sinn des Lebens gibts doch nur in den subjektiven Geistersphären. Deine Frage müsste also lauten: Was ist für Person xyz der Sinn des Lebens? Der Sinn des Lebens ist zu leben, sagt der Rapper Casper im Grizzly-Lied.

doooon Avatar
doooon:#15092

Besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein. Der Ureinwohner kennt nur die eine Perspektive. Der Homo faber hingegen kennt beide Seiten - zumindest in deskriptiver Weise.

Der selbstgesetzte Sinn des Lebens ist es gegen das Absurde zu revoltieren. Der Ausweg aus der Sinnlosigkeit liegt in der Solidarität. Man selbst muss wie Sisyphos ewig für den Weg zur guten Gesellschaft kämpfen, egal wie aussichtslos es scheint.

Insofern ist der Wissende moralisch und philosophisch gesehen besser. Phänomenologisch und psychologisch ist dies aber nicht unbedingt besser. Wenn man aber anstatt den momentanen unglücklichen Zustand das Potential erkennt, den erweiternden Horizont begreift, dann steht es um den Homo faber auch psychologisch besser - zumindest prospektiv.

Säge, weil Faden #9001 über Sinn des Lebens. Philosophie ist meer als das.

fffabs Avatar
fffabs:#15093

Mich würde eher interessieren, warum für OP Glück und Fortschritt /Technologie nicht Hand in Hand gehen können?

cboller1 Avatar
cboller1:#15096

Der Sinn des Lebens ist die eigenen Gene weiterzugeben

Faden kann somit zu

pdugan19 Avatar
pdugan19:#15104

>>15096
Nein, Gene weitergeben im allgemeinen ist der sinn. Infrastruktur da haben für die Heranwachsenden, zum Beispiel.

erikdkennedy Avatar
erikdkennedy:#15139

Untermauert hier auch mal jemand seine Antwort mit Argumenten, oder wird hier einfach nur so mal die eigene Meinung in den leeren Raum geredet?

Außerdem seltsam: Warum wird hier völlig unbegründet Naturalismus/Atheismus vorausgesetzt, als wäre das Thema bereits abgeschlossen? Mir ist aufgefallen dass die meisten Philosophen sich dieser in der Gesellschaft vorherrschenden Meinung ohne Argumente unterordnen, ja, sogar hinnehmen dass das Vertrauen auf die eigene Rationalität im Zusammenhang von Epistemologie nicht begründbar ist, ohne sich des unbegründeten blinden Glaubens hinzugeben, somit Philosophie und Naturwissenschaft ad absurdum geführt wird. Oder zumindest der Glaube auf das Überschneiden jener mit der Realität. Hier ein Zitat Professor Holm Tetens aus dem Klappentext seines neuesten Buches:

"Es wird erst dann um die Philosophie »besser bestellt sein als gegenwärtig, wenn Philosophen mindestens so gründlich, so hartnäckig und so scharfsinnig über den Satz ›Wir Menschen sind Geschöpfe des gerechten und gnädigen Gottes, der vorbehaltlos unser Heil will‹ und seine Konsequenzen nachdenken, wie Philosophen zurzeit pausenlos über den Satz und seine Konsequenzen nachzudenken bereit sind: ›Wir Menschen sind nichts anderes als ein Stück hochkompliziert organisierter Materie in einer rein materiellen Welt‹"

Um selber einmal zu antworten: Ich denke die einzige logische Konsequenz eines ontologischen Naturalismus/Atheismus als Grundlage der Realität ist der komplette Nihilismus, wie Nietzsche ganz richtig erkannte. Die Sinnsuche innerhalb eines sinnlosen Universums ist fundemantal absurd. Sollte man zu einer scheinbaren Antwort darin kommen, handelt es sich dabei unbestreitbar um eine Illusion, oder Wunschdenken. Der selbst eingeredete Glaube an den Weihnachtsmann ist rationaler, da jener zumindest logisch gesehen möglicherweise irgendwie auf einem fernen Planeten existiert. Sinn aber ist in einem solchen Universum unauffindbar, genau wie Moral, es sei denn man sei Platonist irgendeiner Art.

karlkanall Avatar
karlkanall:#15140

>>15093
wegen der Dialektik der Aufklärung

pf_creative Avatar
pf_creative:#15190

Einen universellen Sinn des Lebens gibt es nicht.
Leben hat nur Ursachen aber keine Zwecke. Auf Dauer ist es scheißegal, ob du als Eremit dein Glück suchst oder dir dein Leben mittels Wissen und Technologie so leicht und angenehm wie möglich machst. Am Ende bist du so oder so tot und es bleibt nichts. Und auch alle Zukünftigen, die durch dein Handeln in irgendeiner Weise beeinflusst werden, sind am Ende tot. Von Sinn oder Zweck des Lebens (oder von sonst irgendwas) kann also keine Rede sein.
Letztlich kannst du nur schauen, was für dich jetzt und zu Lebzeiten angenehmer ist, aber wirst dich wohl damit abfinden, dass das alles keine höhere Bedeutung hat.

Ob irgendwas besser oder schlechter ist als etwas anderes, lässt sich auch nur subjektiv empfinden. Andernfalls bräuchte es etwas Göttliches als universell wertende Instanz und der Gedanke ist zwar weit verbreitet aber nichts weiter als Schwachsinn.