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Veröffentlicht am 2017-09-19 18:28:10 in /ph/

/ph/ 15305: Ich kaufte ein Buch des Herrn Sloterdijk und - nunja - ...

keremk Avatar
keremk:#15305

Ich kaufte ein Buch des Herrn Sloterdijk und - nunja - hätte er nicht das ständige Bedürfnis sich darüber auszulassen wie dumm Christen sind wäre es gar nicht mal so schlecht. Ich muss sagen die parallele zwischen der französischen Revolution und der russischen Revolution bzw. Nazideutschland war mir so noch nicht geläufig, aber warum muss er sich in so vielen Zeilen über das Christentum auslassen?

Habe das Buch (Die schrecklichen Kinder der Neuzeit) noch nicht ganz durchgelesen, ich werde mich wohl noch ein oder zwei Abende überwinden müssen, vielleicht lohnt es sich ja doch noch.

Ich verstehe ja durchaus seinen Ansatz mit dem Christentum, die erfundene Erbsünde die uns alle von Geburt an zu Sündigern macht, das Leib-Seele Problem, die daraus resultierenden Persönlichkeitsstörungen bei einigen Heiligen, die Abhängigkeit der Normalbürger von der Priesterkaste ... Also mal sehen was er daraus noch macht, ich hoffe es ist kein bloßes Fedora-Träger Buch.

Meinungen zu sloterdijk, bloß ein kc mem oder ernst zu nehmender Philosoph?

kriegs Avatar
kriegs:#15306

Religionskritik ist immer Fedoraträgertum. Nötig ja, ja; dennoch behutet. Authentische Religionskritik muss von Absolutgläubigen kommen, find ich so halt mal eben. "Waaas was, dies ist doch ein Wahnsinn, was da hinter verschlossener Türe vor sich geht. He, ich klopfe aber nicht an". Ja ich kenne mich aus mit Realpolitik, ich lese Zeit und SZ.

starburst1977 Avatar
starburst1977:#15307

OP hier, bin fast durch, wird nochmal besser in den letzten Kapiteln.
Man stellt sich die Frage ob der Mensch (oder das was den Menschen ausmacht, sprich: die Gene) in dem Tempo mitkommt in dem sich die Gesellschaft verändert. Bin noch nicht ganz durch, aber wenn jemand das Buch gelesen hat und über einzelne Themen diskutieren möchte, gerne.

otozk Avatar
otozk:#15308

>>15307
Inwiefern müssen die Gene oder die Menschen denn mit der Gesellschaft Schritt halten? Mir kommt das alles ziemlich ähnlich vor; hier und jetzt, damals und dort einerlei beinahe. Ja, Quantitäten verändern sich, aber der Punkt des Umschwingens in eine andere Qualität ist noch nicht erreicht. Wir Leben noch in der alten Zeit. Was früher beglückte, beglückt auch jetzt; was verunglückte ebenso. Es ist immer allgemein Menschliches in neuen Gewändern, Druck erhöht sich in den Wasserpumpen, andernsorts sinkt der Druck im Gegenzug ab; die Verhältnisse pegeln sich neu ein in alten Rohren. Mir kommts so vor, als hätte man den Statisten im Szenenwechsel die neuen Moden übergeworfen, aber es stecken eben doch dieselben drin, wenns auch das Publikum täuschen mag; oder als gäbe man Affen verschiedenes Gerät, mit dem sie den Boden knüppeln. Aussagen von neuen Zeiten und neuen Menschen sind für die Märkte gesprochen, sonst würde der Philosoph ja nur aufbereiten das alte Wissen, wo aber nach neuem gejault wird; da juckt der Geldsack höllisch. Früher hat man sich komplizierte Göttersysteme ausgedacht, und so Spaß gehabt am Denken, im Wissen Gutes zu tun; um Gender hat man sich weniger gekümmert. Heute hat man komplizierte Gendersysteme und kümmert sich dafür weniger um Göttliches. Das kreist beides um dieselbe Sache, Spaß am erfinden.

antonkudin Avatar
antonkudin:#15309

>>15308
Nun, die Persönlichkeit des Menschen ist zu mehr als 50% durch seine Gene vorbestimmt. Nun haben wir vor (je nach Abstammung) vor 1500-5000 (bei manchen Neudeutschen vor ein bis zwei) Jahren noch in Kleingruppen gelebt. Der Mensch ist an sich ein Tier das in Gruppen von 10 bis ein paar Hundert Exemplaren lebt. Die Gemeinschaften wuchsen in den letzten Jahrhunderten/Jahrtausenden sehr schnell an, auch die Aufgaben die ein Mensch erledigt haben sich rasant verändert. Vor hundert Jahren hat mein Urgroßvater noch mit der Familie das Feld bestellt, heute verbringe ich die meiste Zeit am Computer. Was macht das mit dem Menschen? Es gibt ja ständig neue psychische Krankheiten.
Zudem fühlt sich der Einzelne ja zunehmend ohnmächtiger, bei steigender Bürokratie und Verwaltung und der zunehmenden Anonymität unserer Gesellschaft.
Es ist aber nicht nur, dass sich die Form unserer Gesellschaft und unsere Berufe sich geändert haben, es wirken ja zusätzlich ständig neue Dinge auf uns ein die es vorher nicht gegeben hat: Internetpornographie, um nur ein Beispiel zu geben.
Ein weiteres Problem ist, dass natürliche Selektion - so wie sie von Natur aus beim Menschen funktioniert - heute nicht mehr greift. Heute pflanzt sich jeder fort vom Geschlechtslosen zum Vollidioten (was zu einer wachsenden von Sozialstaat abhängigen Unterschicht bzw. höherem psychiatrischen Therapiebedarf führt).
Sloterdijk hatte das Beispiel angeführt, dass früher die Aristokratie die Führungsschicht gezeugt hat, das ist natürlich etwas das schon seit "Erfindung der Zivilisation" Bestand hatte und für gewöhnlich auch noch immer hat. Mit den Neureichen und sonstigen Opportunisten (Sloterdijk nennt sie Bastarde) hat sich das plötzlich geändert, stelle dir mal einen Martin Schulz im Deutschland vor 100 Jahren vor, ja, man denkt an Hitler (nichts gegen Hitler, er war sicher nicht blöd, aber eben kein Politiker), aber für Gewöhnlich wünscht man sich doch einen Intellektuellen zum Bundeskanzler.

Die Frage ist, ist der heutige Mensch (ich meine den Durchschnittsdeutschen) bereit für die heutige Welt? Ich denke schon, aber was ist mit den unterdurchschnittlichen und was ist mit ihren Kindern? Wie gehen wir mit den Menschen um die nicht Schritt halten können?
Also der Großteil der Deutschen wird wohl (noch) mit der Entwicklung standhalten können, aber spannend wird's in den nächsten 50-100 Jahren. Der technische Fortschritt wächst exponentiell, werden wir ohne Eugenik auskommen?

BrianPurkiss Avatar
BrianPurkiss:#15310

>>15309
Was die großen Veränderungen angeht, mit denen die Menschen jetzt zu tun haben (Internet usw.), und die Art und Weise, mit denen sie auf den Menschen einwirken, würde ich meinen, dass bspw. die menschliche Dummheit bisher alle Hürden und Grenzen überwunden hat, die sich ihr in den Weg gestellt haben, und dass sie sozusagen eine Konstante bildet durch die unterschiedlichen Zeiten und Epochen. Ähnlich verhält es sich, denke ich, mit dem ganzen Menschen. Der Mensch ist, so betrachtet, wie der versierte Handwerker, der ein unbekanntes neues Problem improvisierend zu lösen versucht.
Die unter den oberflächlichen Prozessen liegenden versteckten Mechaniken gleichen sich dabei fortwährend. D.h. Jockel Goldstängel im Kaviarforum verhält sich nicht sehr anders, oder anders gesagt: auf ihn wirkt das Internetforum nicht gänzlich anders ein, als etwa das antike griechische Äquivalent der Fetischbefriedigung auf den antiken Griechen eingewirkt hat. Derlei Äquivalenzen kann man, meine ich, zwischen den meisten Lebensaspekten ziehen, die sich in den einzelnen Zeizabschnitten und Epochen wiederfinden lassen. Die Triebbefriedigung zieht sich als dicker roter Faden dick durch die Menschheitsgeschichte. Die Gesellschaft bietet nur den Spielrahmen. Jockel kann man dann beinahe beliebig austauschen mit dem antiken Papadopulos und umgekehrt; oder mit einem Menschen aus einer noch entfernteren Epoche: der findet sich dort sofort zurecht (gesetzt, dass er als Baby aufkreuzt und nicht als vollasozialisierte Animuschuchtel).
Dem Gedöns mit Kleingruppen und Massengesellschaft etc. würde ich eher weniger Beachtung schenken. Daraus entwickeln sich zwar die akuten Probleme der Zeit, das ist klar, aber der Mensch bleibt sich Mensch, so oder so. Man kann da unendlich viele Unterschiede aufzählen, aber die wird man dann, mit ausreichend Fleiß, in einheitliche Kategorien stecken können: sowas wie Ficken, Essen, Denken, Bewegen, Scheißen etc. und man unterschätze nicht, wie umfangreich diese Bereiche alles Lebenswichtige durchdringen. In 10000 Jahren sitzen irgendwo fünf Russen und spielen Würfeln.
Was die psychischen Krankheiten angeht: das sind Zeichen der Zeit, aber keine tiefen Veränderungen des Menschen. Das pellt so leicht ab wie es drauf gekommen ist; das ist die oberste Haut. Da schiebt sich nur Angst ein wenig hin und her im Geist, je nach Bedarf. Aber die Angst bleibt es immer.
Das mit der kaputten natürlichen Selektion und Harzern darum find ich sehr gewagt.
Das mit der Führungsschicht versteh ich nicht. Meint Sloti, dass das besser war so? Das wäre ein Irrtum. Der Mensch ist der Welt immer gewachsen, bis sie dann stirbt.

keremk Avatar
keremk:#15313

>>15310
>Das mit der Führungsschicht versteh ich nicht. Meint Sloti, dass das besser war so? Das wäre ein Irrtum. Der Mensch ist der Welt immer gewachsen, bis sie dann stirbt.
Ich denke ich habe zwischenzeitlich zu viel in das Buch hineininterpretiert. Letzten Endes wirkte es als wolle er nur darstellen wie sich Erbschaftsverhältnisse von Macht und Vermögen verändert haben, zusätzlich noch etwas Kritik an der Kirche und dem Christentum, Kritik an der Französischen Revolution, Russland/Deutschland anfang des 20. Jh., aufgebauscht durch pseudo-intellektuellen Feuilleton. Alles sehr wirr durcheinander, seine Botschaft wird nicht ersichtlich. Schlechtes Buch, ganz klar keine Leseempfehlung.
Also eigene Antworten auf die Fragen was aus der Gesellschaft wird hat er nicht geliefert, das bleibt uns überlassen.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#15314

>>15313
>Also eigene Antworten auf die Fragen was aus der Gesellschaft wird hat er nicht geliefert, das bleibt uns überlassen.

Die hat er schon längst geliefert, zumindest Ansatzweise, im Buch: "Du musst dein Leben ändern". Uns überlassen ist es sowieso.

>>15309
>was ist mit den unterdurchschnittlichen und was ist mit ihren Kindern?
Die kommen erfahrungsgemäß meistens besser zurecht als die Schlaumeier.

>>15310
> dass das besser war so? Das wäre ein Irrtum.
Der Sloterdijk hat sich immer für Eliten durch Eliten Erziehung ausgesprochen.
Es könnte gut sein, dass der Irrtum ganz auf deiner Seite liegt.
Denn: Wahlrecht für alle ist schlecht, das bestätigen dir die "demokratischen" Eliten derzeit im Rahmen der Katalonien-Kommentare, wenn auch nur verklausuliert.

a_harris88 Avatar
a_harris88:#15315

>>15314
>Der Sloterdijk hat sich immer für Eliten durch Eliten Erziehung ausgesprochen.

Ich denk mir: aber das haben wir doch jetz scho. Denn die Klugen werden klug gefördert, zumindest aufm Papier
(und der aufm-Papier-Charakter is ein allgemein menschlicher Zug, daher auch die Eliten bekamen nur auf dem Papier Eliten-Erziehung; genauer war das nämlich, bloß aber immerhin, Bessere-Erziehung).
Aber gucken wir mal.
Beide Bildungssysteme bilden besonders gerne und ausgiebig abgesonderte Cliquen aus, Spreu und Weizen werden getrennt.
Der Hauptunterschied der beiden Systeme besteht darin, wie die Cliquen zustande kommen:
Beim Elitensystem durch Erbrecht ohne große Rücksicht auf Befähigung;
bei uns durch Befähigung ohne große Rücksicht auf Erbrecht.
Man könnt also fast sagen hier stünden sich das Elitensystem der Masse (das is das Sloterdijksche Modell) und das Elitensystem der Elite (das is unser jetziges Modell) gegenüber. Denn bei Sloterdijk brauchts das Erbe, aber Erben kann jeder Hans und Franz; hingegen bei uns brauchts die Eigenschaft des Hervorragens, das aber können nur die Hervorragenden.
Man kann die Herangehensweisen vielleicht auch in dieses Bild fassen: Sloter will Sovietsystem, wir aber amerikanischen Spätkapitalismus.

Das kann man wohl in Gänze ausführen, ich aber nich.

adhiardana Avatar
adhiardana:#15316

Die Kritik hängt offensichtlich vom Wort Adel ab, welches der andere Bernd zu Sprache brachte. Darauf bezog ich mich. Sloterdijk hab ich nich gelesen, hab es auch nich vor. Ich hab vor langer Zeit ein Video gesehen, in dem er seine Hütte präsentiert; hat auf mich wie ein entspannter Typ gewirkt, der Standpunktphilosophie betreibt.

vigobronx Avatar
vigobronx:#15317

>>15316
>Die Kritik hängt offensichtlich vom Wort Adel ab,
Richtig erkannt. Die Vorstellung die >>15315 von Eliten hat, erscheint mir -mit Verlaub- etwas naiv.
"Eliten" kennen eine -wohlgemerkt finanzielle- "Unabhängigkeit" von der Mittelständler oder gut verdienende Akademiker nicht einmal träumen können.
Da spielen familiäre Beziehungen eine gewaltige Rolle, das bekombt man aber als Aussenstehender kaum mit.
Wenn eine Kunstpippilotta oder ein Fefe (von Leitner) da mal am Rande mitspielen dürfen, hat das keinerlei gravierende Folgen. Fefe von L. ist ein nettes nieder-adeliges Beispiel. Da er sich nicht verbrennen möchte, lässt er brav die Finger von den ganz heisen Eisen.

>bei uns durch Befähigung ohne große Rücksicht auf Erbrecht.
Bei uns ist es genauso übel wie in jedem andern festgebackenen System. Befähigung wird nicht einmal mehr erkannt, oder wenn oft genug mißinterpretiert.
Du ahnst nicht was für Kanaillen aufgrund von Vitamin B. in gutbezahlte staatliche Vollversorgerposten gehievt werden.
Und diese wiederum fördern ausschliesslich Leute in ihrem Apparat, die ihnen nicht gefährlich werden können. Naive Weibchen (Frauenquote) und Speichellecker. Als Folge beobachten wir die Absenkung des geistigen und sittlichen Niveaus.

Der Adels Gedanke hatte im positiven Sinn das Ziel, über das Erbe und gezieltes langjähriges hinführen zum Leiter -sei es als Gutsverwalter oder als Landesfürst- geeignete und fähige Personen heranzuziehen, die in der Lage waren eine Führungsposition auszufüllen.
Die marxistische Schulmeinung kennt davon nur noch das Versagen des Adelskonzepts, das mit der Bevölkerungsexplosion offenbar an seine Grenzen gelangt war.
Grundsätzlich gilt aber: In Generationen zu denken, führt zu einer anderen Qualität, als die kurzsichtige demokratische Günstlingswirtschaft der Mittelmäßigen, die, in Deutschland inzwischen als Merkelscher Mehltau bekannt, alles lähmt und erstickt.

jjshaw14 Avatar
jjshaw14:#15318

>>15317
Was du sagst klingt sehr romantisch. Aber es klingt auch wie jene Ansichten, die von Leuten, die Ahnung von der Materie haben, argumentativ komplett zerbombt werden, empirisch und spekulativ. Ich empfinde nur das Zerbombtsein deiner Ansicht.

Im Ganzen tönt da das Stimmchen von Stefan George durch, der Wunsch nach Knaben mit Schneid, die gut Aussehen, gut angezogen sind, schlau und beredt, in die höheren Künste eingeweiht, wissenschaftlich und herzensgut, gezüchtete Führer - nein, geborene Führer, die den ganzen Schutt der Wirklichkeit mit einem Degenstreich zersprengen. Gleichfalls der milde Hass gegen den Massenbrei der Gesellschaft, das ewig gleiche Getümmel, das sich in der eigenen Lebensspanne eingezwängt kaum bewegen will und kann, den Blick auf den Boden gerichtet, wo Aldischuhe in Pfützen treten und Halbreiche ihre Bonzentreter mit blauen Plastiktüten umgürten.

"Wenn man erstmal ein Individuum mit Privilegien überschüttet, und ihm dann Familiensinn (Generationsdenken) einimpft, dann wird alles gut" Ey Leute, was geht?! Nehmt erstmal euren Penis in die Hand, denn dann wird alles gut.

degandhi024 Avatar
degandhi024:#15319

>>15318
>Knaben mit Schneid, die gut Aussehen,
Ach weisst du homofürst, auf /p nervt ein ähnlich wie du gelagerter Möchtemarxist unablässig mit schicken Fotos des Versagerchesus.
Und empirisch hat dieser Bernd persönlich im Glauben an die Fähigkeit zum Schwarmverstand, jahrzehntelang versucht gute, intelligente, improvisierte Musik auf demokratischem Wege zu generieren.
Es geht wohl nicht ohne Führerpersönlichkeit und den
Willen zur Macht. Und das lässt Sloterdijk auch durchblicken. Leider glaubt Sloterdik an den mittelmäßigen Krüppel, den seine Behinderung dazu zwingt Hochleistung auf anderen Gebieten zu erreichen. Bernd kann dem nichts abgewinnen, die real regierenden KrüppelInnen sind schon längst unerträglich geworden.
Unerträglicher noch als die sich überall intellektuell gockelhaft herausputzenden Homos.

to_soham Avatar
to_soham:#15320

>>15319
So wie du dich anhörst, so hört sich auch Elitenbildung an: höchlich unsympathisch. Ein verbittertes Konzept aus verbitterter Haltung entsprungen. Solcherlei Gefühlsstandpunkte waren noch nie gute Ratgeber bei der Zukunftsplanung.

suprb Avatar
suprb:#15321

>>15318
Und schon wurmt es mich, so moderat auf deine homoerotische Herabsetzung der elitären Erziehung auf ein schäbiges Odenwaldschulniveau geantwortet zu haben. Deine Suada ist so durchschaubar, wie sie abgedroschen ist.
Was dir vorschwebt, dass passiert unweigerlich wenn Perverse zu Erziehern gemacht werden. Nach reiflicher Überlegung würde in Bernds Fürstentum nicht einmal die Kunsterziehung euresgleichen anvertraut. Der Sinn für Stil und Geschmack, der euch nachgesagt wird, scheint, in Anbetracht des ästhetischen Elends auf Gay Paraden, ohnehin eine Chimäre.

Geschrieben, bevor mir dein Aftermett Nummero >>15320 bekannt war.
Elitenbildung ist zweifellos notwendig, nützlich und kann positiv gestaltet werden. Ob "Demokraten" dazu jemals in der Lage sein werden, das mag man bezweifeln.

baluli Avatar
baluli:#15322

>>15305
Sloterdijk konstatiert ja was wir alle beobachten: Die Sinnsuche verläuft über die Suche nach Lehrern, Guru, Meister, Schamanen, spirituelle Führern. Idolen.
Die vielgeschmähten Nazis, als letztes großes Projekt der Aufklärung und der Moderne, hatten als Antwort, mit ihrer demokratischen* Eliteschule, einen mitteleuropäischen Machismus parat. Fest stehend auf den vier Beinen Wissenschaft, Historie, Treue (Ein Sammelbegriff für mehrere positive, männliche Eigenschaften) und der Hoffnung auf den Lohn des Fleißes. Dieser Machismus ist heute Tabu. Stattdessen wendet sich das "moderne" Weib, den Vorstufen zu, je archaischer, desto besser und desto sklavischer, "hingebungsvoller"
hängen sie an den Lippen der Medizinmänner und Muhandas, Hauptsache es handelt sich um Exoten.
Vielleicht hätten die Nazis Drogenerfahrung in ihre Erziehung einbauen sollen, mit Sicherheit hätte ein wenig offenheit im Künstlerischen nicht geschadet. Aber sie hatten ohnehin zu wenig Zeit. Der Druck der damals von bolschewistischer** Seite aus auf Europa lastete, ist heute kaum noch nachzuspüren.
**Bernd verwendet die Tabu-Begriffe, da Sloterdijk sie aus überlebenstechnischen Gründen meiden muss. Sloterdijk ist zudem keineswegs radikal genug auch diese Facetten zu sehen.
*niemand wird behaupten, dass der Besuch der NAPOLA ein Adelsprivileg war, wiewohl es das Ziel war einen neuen Adel zu schaffen.

polarity Avatar
polarity:#15323

>>15322
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Sieg, Kamerad.

mugukamil Avatar
mugukamil:#15324

>>15323
Du gibst aber früh auf, Homofürzlein.