Krautkanal.com

Veröffentlicht am 2017-11-14 05:37:1 in /ph/

/ph/ 15358: Was ist wichtiger? Glück oder Wissen/technologisch...

ultragex Avatar
ultragex:#15358

Was ist wichtiger? Glück oder Wissen/technologischer Fortschritt?

Einerseits bewundere ich die moderne Technologie und Kultur. Aber wenn ich in einem eingeborenen Stamm leben würde wo alle glücklich sind würde ich überhaupt etwas verpassen wenn ich nicht wüsste, dass ich etwas verpasse?

Hat das Glück hohe Ziele, wie z.B. wenn man auf Mars landet, zu erreichen einen höheren Wert als ein einfaches Leben als Jäger und Sammler? Ist es das Leid wert, dass das Nichterreichen der hohen Ziele mit sich bringt? Schließlich schaffen es nur wenige Menschen wirklich was großartiges zu erreichen. Wie viele Astronauten gibt es? Gleichzeitig gibt es viele Menschen die einfach jeden Tag einer monotonen, schweren, unerfüllenden Arbeit nachgehen um die Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

nateschulte Avatar
nateschulte:#15360

Kommt ganz darauf an, was man will.

betraydan Avatar
betraydan:#15362

Mein Leid und mein Mitleiden - was liegt daran! Trachte ich denn nach Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!

yigitpinarbasi Avatar
yigitpinarbasi:#15363

Warum wird immer unterstellt, dass Buschneger irgendwie glücklicher wären?
Elendig an einem eitrigen Zahn und der folgenden Sepsis verrecken ist jetzt nicht gerade die Art von "Freiheit", die ich mir wünschen würde.

abdots Avatar
abdots:#15365

>>15363
Ich glaube die Einstellung macht einen Unterschied. Die können mit Schmerz besser umgehen. Auch leiden sie nicht an manchen Krankheiten die es nur in der modernen Zivilisation gibt.

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#15367

>>15363
>Warum wird immer unterstellt, dass Buschneger irgendwie glücklicher wären?
Weil Rousseau ein Hurensohn ist, aber leider einen großen Einfluss auf die europäische Denkart hatte.
Dscheisse, ich hasse Rousseau so unglaublich sehr...

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#15368

>>15365
Nee, die sterben halt früher (etwa halb so hohe Lebenserwartung wie Leute hierzulande oder in Asien), da keine moderne Medizin. Da ist nichts mit "besser mit Schmerz umgehen" und so. Schmink dir mal die Wildnis-Romantik und Zivilisationskritik ab.

Die sehen mit 30 schon aus wie 50-60. Das ist einfach ein hartes und dreckiges Leben ohne Vorteile.

cat_audi Avatar
cat_audi:#15369

>>15368
Aber die Seele

thomweerd Avatar
thomweerd:#15370

>>15368
>Das ist einfach ein hartes und dreckiges Leben ohne Vorteile.

Bist du dir sicher, dass sie auch so denken? Das ist ja am Ende was zählt.

alexcican Avatar
alexcican:#15371

>>15370
Is des so? Dann müsste ja der von dir zitierte Bernd in jedem Fall der Gewinner sein.

Was wir eigentlich IDF tun müssten, wäre festzustellen, welche Seelenzustände als am wertvollsten gelten sollten, um dann zu schauen, wo man diese eher findet.

Im Rahmen von Glück vs Fortschritt müsste das dann heissen: Spirituelles Dasein oder erfolgreiches Dasein?
Anders:
Anwendung der Kraft auf innere Werte oder Anwendung der Kraft auf externe Objekte?

Ich für meinen Teil weiss jedenfalls nicht, warum externe Objekte, wenn sie nicht als Mittel zur Steigerung von Glück existieren, irgendein Wert zugesprochen werden sollte. Allerdings habe ich den Eindruck, als sei genau soetwas das eigentliche Motiv technologischen Fortschritts gewesen. Warum sehen wir dann aber, dass dieses Motiv teilweise nicht erfüllt wurde? Es muss entweder daran liegen, dass das Glück von den Fortschreitenden falsch aufgefasst wurde, und also der Fortschritt selbst fehlerhaft war, oder aber die Fortgeschrittenen (jene, welchen der Fortschritt der Fortschreitenden tatsächlich zukommt) mit anderen, fehlerhaften Motiven die Fortschritte verwenden, als die Fortschreitenden im Kopfe hatten. Wahrscheinlicher ist, dass beides zutrifft.

So mag es denn geschehen sein, dass die Fortschreitenden das Internet als Quell unendlichen Potentials (zum Glücke) sahen, sich Bernd als Fortgeschrittener allerdings nach lebenslangem NEETen endlich aufhängt.
Warum es dann nicht besser gewesen sein sollte, sich gar nicht erst in das Wagnis des Fortschritts begeben zu haben und statt lebenslangem NEETen lebenslang das Jagen gelernt zu haben und sich emotional an den Stamm zu binden, ist mir ein Rätsel.

emmakardaras Avatar
emmakardaras:#15372

>>15370
Wen interessiert was die denken? In ihrem kurzen Leben gibt es nichts ausser dem täglichen Überlebenskampf. Überleg dir gut ob du so leben möchtest.

>Seele von Buschnegern
Das ist einfach Ethno-Kitsch pur.Das kann man nur als dummer Teenager denken, dem das "Leben" "zu schwer" ist.

crhysdave Avatar
crhysdave:#15374

Als der Faden gegangen war, blieb die Misere zurück. Antworten wurden keine gegeben, aber vieles wurde beantwortet. Man ist zwar nicht schlauer geworden, dafür aber dümmer. Es ist auch einiges gelernt worden: was Unfreundlichkeit und was Eingebildetheit sind. Fortschritt oder Liebe? Jedenfalls lieber bei Buschmännern leben als hier, wo jeder jedem seinen persönlichen Fortschritt unter die Nase reiben muss, versauern. Unkraut.

carloscrvntsg Avatar
carloscrvntsg:#15375

>>15374
>Als der Faden gegangen war, blieb die Misere zurück.

Sehr schön. Sehr traurig.

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#15376

>>15374
>OP wird wohl so enden wie Pic relatiert. Naja.

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#15377

>>15376
OP hier.

Ich mag ja all die Dinge die uns der Fortschritt gebracht hat. Ich würde sie nicht missen wollen. Aber ich frage mich eben ob es jemand der in einer primitiven Gesellschaft aufgewachsen ist schlechter hat wenn er nicht weiß was er verpasst. Und verpasst er überhaupt etwas?

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#15378

>>15377
Was wir nicht haben, das verpassen wir.
Was wir kennen, aber nicht haben, aber haben wollen, das vermissen wir.

Mancher ehemalige Intellektuelle-Seelenleider wäre im Dschungel besser aufgehoben gewesen als hier bei uns, denn bei uns hat er sich erhängt, was dorten vielleicht nicht passiert wäre.
Im Dschungel leidet der Körper, in der Moderne der Geist an Bauchweh.

sawalazar Avatar
sawalazar:#15396

>>15378
>Im Dschungel leidet der Körper, in der Moderne der Geist an Bauchweh.

Alles ist mit Schmerz bezahlt, er ist die Währung des Universums.

davidbaldie Avatar
davidbaldie:#15397

Freud hat mal in etwa die These aufgestellt, dass Glück die Befriedigung (hoch-)aufgestauter Bedürfnisse ist. Das heißt damit eine Empfindung von Glück daraus entsteht, dass jemand etwas isst, dafür muss ein Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme existieren (die Ursache dafür ist wohl meistens Hunger). Ich kann daraus zwei Dinge ableiten: 1. Glück ist immer in Relation zu den Bedürfnissen des Individuums und ihren realen Befriedigungsmöglichkeiten zu betrachten. 2. Glück ist überhaupt nur als temporäres/episodisches Phänomen möglich. Bleiben einige Bedürfnisse permanent unbefriedigt entsteht Frustration darüber. Gleichzeitig kann intensiv Glück empfunden werden, wenn andere Bedürfnisse befriedigt werden. Das deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen und klingt für mich auch ganz plausibel.

Wie und unter welchen Umständen welche konkreten Bedürfnisse entstehen ist sicherlich sehr komplex, aber vermutlich teilen fast alle Menschen bestimmte Grundbedürfnisse. Allgemeiner lässt sich vielleicht festhalten, dass reale Befriedigungsoptionen für diese Grundbedürfnisse existieren müssen, sonst wird das Leben mit recht hoher Sicherheit zum Elend und der Mensch zum unglücklichen Menschen – unabhängig von der konkreten Befriedigungsdynamik (Wechsel von Bedürfnisaufstauung und -befriedigung)

Nun ist es so, dass durch den technologischen Fortschritt und die globalisierte kapitalistische Produktionsweise ein Warenreichtum entsteht, dessen Verteilungsmuster den Menschen, die in Staaten der „Ersten Welt“ leben, eine regelmäßigen Befriedigung der Grundbedürfnisse sichert. Diese Sicherung bleibt den meisten Menschen aus Staaten der „Dritten Welt“ verwehrt. Es ist diesem Unterschied geschuldet, warum ein Leben unter den von OP geschilderten Umständen, in einem „eingeborenen Stamm“ vermutlich unglücklicher bzw. Glück-loser verläuft als ein Leben mit relational vergleichbarem sozio-öknomischem Status in einer Industrienation. Es ist diesem Umstand geschuldet, warum heute wohl nirgends so hohe Chancen auf ein glückliches Leben existieren wie in Industriestaaten. Bernd hat selbst innerhalb dieser Industriestaaten den Jackpottgewinn gezogen, gratuliere! Suizidraten stehen, wenn man die hier präsentierte Auffassung von Glück annimmt, nicht im Widerspruch zu dieser These.

Die Frage ist also etwas irreführend gestellt. Ein Leben mit weniger „Wissen/technologischen Fortschritt“ kann unendlich viele Ausprägungen haben, daher ist schwer zu beurteilen, ob es ein glücklicheres ist. Was OP vermutlich meint, das ist ein Leben in der aktualen Welt, aber ohne Zugang zu moderner Bildung und/oder ohne, dass technologischer Fortschritt im Alltag präsent ist. Abgesehen davon, dass es ein solches Leben kaum noch gibt, da sich die Auswirkungen der Technologisierung über die gesamte Welt erstrecken (positiv wie negativ), ist es aus den genannten Gründen ziemlich sicher beschissener.

evandrix Avatar
evandrix:#15398

>>15358
eine Welt ohne nigger , ohne kanacken wäre schön . Ein riesiges Kazett mit vielen kaputten niggern - auch das wäre wunderbar

andyisonline Avatar
andyisonline:#15405

Warum sollte sich beides ausschließen OP?!