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Veröffentlicht am 2015-02-11 22:58:39 in /prog/

/prog/ 6599: Bernd kriegt kein Bafög und möchte den Master...

sava2500 Avatar
sava2500:#6599

Bernd kriegt kein Bafög und möchte den Master in Teilzeit, alleine wohnend machen. Auf welchem Gebiet sollte Bernd sich während seiner Bachelorarbeit spezialisieren, um unterstützungsfrei leben zu können? Wo sind die Einstiegschancen für Juniorentwickler am höchsten?

Im Moment kennt Bernd eigentlich nur ein Paar Java-Frameworks (AWT/Swing, Eclipse JDT/SWT/RCP, LibGDX) und XML/JSON aus der Praxis. Funktionale Programmierung, Datenbanken/SQL, all das nur in Theorie im Studium gemacht. WebDev oder C/C++ gar nicht. C# mit Unity3D angerissen, aber null Ahnung von .NET

Netzwerke und Sicherheit sind glaube ich ein zu grosses Fach zum Aufmachen. JavaEE ebenso.

C noch um einiges mehr, da völlig anderer Programmierstil bzw. -paradigma.

Wie lange dauert es sich in Android oder die Apple-Welt einzuarbeiten? Oder doch WebDev lernen? In 5 Monaten muss Bernd jedenfalls ausziehen und endlich Geld verdienen. Das zukünftige Arbeitsfeld kann er entweder in der Bachelorarbeit lernen oder nebenbei; ersteres erfordert aber naurlich eigene Ideen, da ohne Vorerfahrung man vom Prof oder Firma kein Bachelorthema kriegt.

saulihirvi Avatar
saulihirvi:#6600

Warum studierst du dieses Fach nochmal?

sava2500 Avatar
sava2500:#6601

>>6600
Du meinst, wieso ich mich nicht persönlich dafür begeistere und in meiner Freizeit, abseits von Uni-Veranstaltungen tolle Projekten entwickle, an denen ich beruflich oder in der Bachelorarbeit hätte aufsätzen können ohne extra vorher was zu lernen?

Weil ich das Studium ohne Programmiererfahrung und mit ADHD genommen habe und es mir auch so schwer fiel. Noch nebenbei zuhause was zu machen hätte bedeutet, gar nicht vom PC wegzukommen. Wenn die Zeit aber da ist (wie jetzt, nach ein Paar sehr schwierigen Semestern), dann macht es mir Programmieren aber schon Spass - ich würde aber schon gerne etwas lernen, mit dem ich auch Geld verdienen, nicht nur Spass haben kann.

marrimo Avatar
marrimo:#6602

>>6599
Hör auf dich verrückt zu machen. Wenn die Firmen bei denen du dich bewirbst ein grundlegendes Problem mit Bachelorn haben kannst du auch Gott persönlich sein und sie werden dich nicht nehmen.

Wenn du dich wirklich verrückt machen willst, dann lies mal aktuelle Stellenangebote. Als ich mich vor anderthalb Jahren beworben habe (und ich denke das wird heute nicht viel anders sein), sind die grundlegenden Gebiete für Java-Programmierer Spring, Hibernate und JBoss gewesen. Datnbanken sind auch ein großes Thema, also richte dir eine ein und spiel damit rum. C/C++ wird zunehmend zur Nischenlösung und ist auf dem breiten Markt bei weitem nicht mehr so beliebt wie früher. C# und .NET scheinen auch irgendwie sexy zu sein, aber damit habe ich mich so ziemlich gar nicht beschäftigt. Im übrigen hatte ich mich ähnlich verhalten wie du und mir damals vorgenommen in der Zeit zwischen Abschluss und Jobantritt möglichst alles Wissen dieser Welt einzusaugen. Ergebnis dessen war ein durchgearbeitetes Python-Buch, ein wenig Datenbankwissen sowie ein halbfertiges Java-Programm mit GUI, was ich seitdem auch nicht mehr weiterschrieb. Ob mir das irgendwie nennenswert geholfen hat weiß ich nicht.

Darüberhinaus muss ich mich der Skepsis von >>6600 anschließen. Das Informatikstudium ist ein wissenschaftliches Studium und zeigt eine idealisierte Welt, in der Informatiker mehr sind als nur Programmieraffen, auch wenn die meisten später als Programmieraffen enden. Die Unternehmen tun zwar gerne so als wären die ganzen Frameworks die ultimative Raketenwissenschaft und fordern von dir über 9000 Jahre Praxiserfahrung damit, in der Regel reicht es aber wenn du dir so ein Framework 2,3 Tage zu Gemüte führst, wenn du die eigentliche Programmiersprache beherrschst. Sieh also zu dass du deine Bachelorarbeit nicht für so eine Scheiße opferst und was machst, das wissenschaftlich auch nur ansatzweise interessant ist. Ich denke für einen Job wirds auch mit einem Bachelor irgendwo reichen.

fatihturan Avatar
fatihturan:#6603

>>6602
Hmm... warum raten mir alle was abgehoben Wissenschaftliches zu machen? Wenn ich bei einer Firma irgendwas auf Android portieren oder ne GUI im neuen Framework machen kann und dazu sich ein Gutachter an der Uni findet, warum nicht machen? Ist halt mehr praktisch, aber wird auch akzeptiert. Oder werden solche Arbeiten bei Bewerbungen dann belächelt?

_kkga Avatar
_kkga:#6604

>>6603
Weil eine Uni - so komisch das auch klingt - für etwas wissenschaftliches da ist.

Wenn du nähe zum Arbeitsmarkt gesucht hättest hättest du dich in einer Fachhochschule einschreiben sollen.

Und auch das ist übrigens keine bessere Berufsausbildung.

>Oder werden solche Arbeiten bei Bewerbungen dann belächelt?

Ja, denn was man in der Zeit schaffen kann ist in der Regel eher trivial, verglichen mit der "richtigen Welt".
Etwas Wissenschaftliches hingegen hat einen gewissen Schöpfungswert.

fatihturan Avatar
fatihturan:#6605

>>6604
Na toll, und ich hab jetzt schon einen (zumindest leicht kündbaren) Vertrag unterschrieben und wollte mich rechtzeitig zum Wintersemester zum Master bewerben.

Scheisse nur, dass die Themen an der Uni entweder alle zu schwer klingen und Besuch von Vorlesungen in data-mining, networks etc voraussetzen oder viel zu einfach sind, eben mit Programmieren als Schwerpunkt. Und ich selbst hab null Ideen, was ich eigenes forschen könnte.

Aber danke für die Antwort natürlich

andrewofficer Avatar
andrewofficer:#6606

>>6605
Sonst zieh es halt durch. Hardcore !!!!!

nelshd Avatar
nelshd:#6607

>>6606
Nee, das ist es ja. Es ist softcore. So eine Programmieraufgabe wie an der Firma, die mich eingestellt hat, die mache ich in einem Monat fertig (ich kenne das Framework ja bereits) und die schriftliche Arbeit schreibe ich dann in 6 Wochen.

Aber Bernd meint ja, dann wird die Arbeit belächelt werden

shadowfreakapps Avatar
shadowfreakapps:#6608

>>6607

Noch schlechter ist es allerdings, wenn du es jetzt abbrichst, denn das sieht dann in der Arbeitswelt so aus als könntest du es nicht durchziehen.

Und damit leben lässt es sich allemal, nur die Frage ist halt, ob du bei Lieblingsarbeitsgeber X angestellt werden kannst, falls du das möchtest.

mizhgan Avatar
mizhgan:#6610

>>6608
Nein, nein. Ich habe zwar den Vertrag schon unterschrieben, aber ich muss das Exposé zum Praktikum erst noch schreiben und die Arbeit bei einem Betreuer anmelden. Ich kann bei der Firma noch ohne Konsequenzen einfach kündigen.

Ich weiss nur nicht, welches Thema ich stattdessen wählen könnte. Wie gesagt, die an der Uni sind entweder zu leicht oder zu schwer und ich selbst habe irgendwie keine Ideen, woran ich wissenschaftlich arbeiten könnte.

Ich würde halt gerne etwas haben, wo alles ein wenig dabei ist: für mich neues Framework (Android zB), Algorithmen/Datenstrukturen/Frameworks nach performance vergleichen, Programm modellieren (design-pattern etc). Quasi Mischung aus Theorie und Praxis. Mir fällt nur kein Thema ein...

moynihan Avatar
moynihan:#6619

>>6610
>Ich kann bei der Firma noch ohne Konsequenzen einfach kündigen.

Das glaubst du.

HR-Dronen sind firmenübergreifend vernetzt, damit bist du dann verbrannt.

HenryHoffman Avatar
HenryHoffman:#6621

>>6610
Jetzt schmeiß es nicht einfach so hin, wenn du keine besseren Alternativen hast.