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Veröffentlicht am 2015-02-05 18:18:38 in /r/

/r/ 2702: Bernd, was gibt es für Argumente die für die ...

puzik Avatar
puzik:#2702

Bernd, was gibt es für Argumente die für die Religion sprechen?

Ein Bekannter von Bernd fährt die letzte Zeit eine regelrecht militante Atheisten-Schiene, welche Bernds Trotzverhalten aktiviert hat. Bernd kehrte bislang nicht wirklich über Religion, aber nach einigen Dokus und etwas Recherche beginnt Bernd das ganze Thema tatsächlich als sehr spannend zu empfinden. Bernd bezweifelt zwar jemals selber religiös zu werden, aber er kann verstehen wieso Menschen religiös werden und ist selber fasziniert davon. Umso mehr nervt ihn dieses permanente "gebashe" auf Religion und besonders dem Christentum. Zumal das ja generell heutzutage gerne gemacht wird. Da würde Bernd gerne etwas entgegensteuern.

Nun ist es aber so, dass Bernd, ganz rational gesehen, keine wirklichen Argumente für die Religion findet. So schön das ganze Konzept auch ist, auch wenn religiöse Menschen vermutlich ein besseres Leben führen als so mancher Konsumsüchtiger unterschichtler - es ist nun mal einfach so, dass das ganze auf einem fiktionalen, nicht beweisbaren Wesen fußt und Religion im Laufe der Zeit viel Scheiße verzapft hat. Aber was spricht auf moralischer Ebene für das Christentum im speziellen? Kreuzzüge und Pädo-Priester sind beliebte Argumente von Fedoras, aber ersteres dürfte laut Bernds Wissensstand nur eine Reaktion und eher Selbstverteidigung gewesen sein, letzteres ist das, was Sören so gerne "Einzelfälle" nennt. Sowas findet man sicher überall. Bernd konnte bislang nur immer sagen, dass die meisten Christen Herzensgute Menschen sind und meist erst an andere denken, ehe sie an sich denken. Das ist aber auch ein rein subjektives Empfinden. Gibt es da noch mehr?

suprb Avatar
suprb:#2703

Es gibt viele Argumente auf ziemlich vielen Ebenen für so eine Diskussion.
Lies mal Chesterton, Häretiker oder Orthodoxie. Er ist vielleicht der größte und überzeugendste Apologet der Neuzeit. (Er behauptet allerdings selber, die beste Apologie für das Christentum sei atheistische Literatur).

Ansonsten: Du kannst beispielsweise politisch bzw. staatstheoretisch argumentieren. Führe an, daß der Atheismus, wenn er neben der existentialistischen, persönlichen Dimension eine sozialethische, staatliche Rolle einnehmen mag, zwangsläufig in unmenschlichen Regimen mündet (siehe Sowjetunion).
Es ist wie Homosexualität: ganz süß und akzeptierbar für wenige dekadente Einzelne, aber insgesamt ist kein Staat damit zu machen.

Such mal nach der Folge vom philosophischen Quartett, 'vom Nutzen und Nachteil der Religion' oder so ähnlich mit Martin Mosebach. Sloterdijk führt an, daß die Religion in naher Zukunft die einzige Trutzburg sein wird, wenn die die Wut und der Selbsthass der Menschheit, der durch die Globalisierung angetrieben wird, überkocht. Und der ist auf keinen Fall ein frommer Gläubiger.

snowwrite Avatar
snowwrite:#2767

Ein frommer Atheist ließ Bernd heute diesen Elfenjungen zukommen:
>http://youtu.be/yhrOAybOFp4?t=15m17s
Und argumentierte weiterhin damit, dass die Christen wohl in Afrika noch immer diese Dinge ausleben. Gibt es diesbezüglich vielleicht Hintergrundwissen welches in der Argumentation ausgelassen wurde oder ist dies tatsächlich noch eine kleine Schattenseite des Christentums?

mrzero158 Avatar
mrzero158:#2769

>>2702
Ich finde zumindest, dass du mit deiner Trotzreaktion Recht hast, denn der Atheismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wird aber als eine höchst geniale und frische Idee hochgehalten, wo sie doch schon mit Nietzsche begann, ihr Verfallsdatum zu überschreiten.
Ich möchte dir gerne helfen, in der Diskussion mit deinem Bekannten etwas Schwung aufkommen zu lassen. Du könntest ihn Platon-mäßig erst mal ausfragen, was er eigentlich mit Atheismus meint. Der handelsübliche Atheist versteht darunter die Ablehnung der Idee eines menschenähnlichen Gottes und kommt sich sehr schlau vor, diese Idee als Humbug zu entlarven.
Dabei sind alle Schilderungen in den monotheistischen Religionen von Gott, wenn er mit menschlichen Eigenschaften beschrieben wird, gleichnishaft, eine dichterische Sprache. Man versucht, das Unaussprechliche auszusprechen, das Unausdrückbare auszudrücken, das Unendliche im Endlichen zu zeigen - das geht nur durch die Kunst. Dieses Gespräch ist voller treffender Weisheiten und Ansichten zu diesem Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=ALf7ka97r0s

Die Religionen mit nur einem Gott sind genaugenommen alle atheistisch. Jesus war ein Atheist, denn er vertrieb die Geldwechsler und Götzendiener aus dem Tempel. Mohammed war Atheist, denn auch er ging gegen die Götzendiener vor, gegen jene Menschen, die Gott durch Standbilder und Idole anbeten und damit seine allesumfassende Natur verkennen. Auch Moses war in diesem Sinne Atheist, weil er den Götze der Juden, das goldene Kalb verdammte.

Atheist zu sein, so wie es Jesus, Moses oder Mohammed, aber auch Schopenhauer, Spinoza oder Goethe waren, ist die Grundlage der Aufklärung.
Atheist im heutigen Fedora-Sinne zu sein bedeutet, sich an einer kindischen Fehldeutung festzubeißen und sich weiß der Himmel wie kluk vorkommen.
Atheist im Sinne wie dein Bekannter es wohl ist, hat nicht selten zudem die Beibedeutung, alles Feinstoffliche, Geistige abzulehnen. Jeden Gedanken von Spiritualität als unsinnig zu bezeichnen. Aber wieviele Dinge sind unsichtbar und wirken doch?
Man kann es mit dem Licht vergleichen. Es gibt das Sonnenlicht, das die Erde erhellt. Aber vieles von diesem Licht sehen wir nicht, es ist trotzdem da und "wirkt" als UV-Strahlung, Elektromagnetismus, Radiowellen, WLAN, Energie, dunkle Materie und so weiter.
Unsere heutige Zeit sieht sich vor der Herausforderung, Theologie und Physik, die Wissenschaften und die Mystik miteinander abzugleichen, denn tatsächlich sind alle Wissengebiete und Geistesdisziplinen nur verschiedene Perspektiven auf ein und die selbe Sache: die Substanz, Gott, das Eine, das lebendige Licht, nenne es wie du willst.

aleclarsoniv Avatar
aleclarsoniv:#2773

>>2769

Interessante Sichtweise. Danke.

rawdiggie Avatar
rawdiggie:#2781

>>2769
Wie oft willst du deinen Scheiß noch forcieren? Jesus war kein Atheist.

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#2786

>>2781

Aber Jesus war doch auch Kommunist, oder? Wie kann man denn Kommunist sein und gleichzeitig Theist?

mhwelander Avatar
mhwelander:#2787

>>2781
Natürlich ist Jesus Atheist. Atheismus heißt, man glaubt an keinen persönlichen, menschenähnlichen Gott. Wenn Jesus von seinem Vater sprach, dann sprach er nicht von einem Männlein mit Bart, sondern er bediente sich einer poetischen, gleichnishaften Sprache. Denn das Unendliche kann nur durch Kunst und Poesie zur Sprache gebracht werden, kann nur so in unserer Endlichkeit vorgestellt werden.
Jesus war ein sogenannter Erleuchteter, wie auch Siddharta Gautama alias Buddha, nur eben auf einer noch reineren und intensiveren Weise, da seine Erleuchtung nicht allein tiefe Weisheit, sondern auch besondere Fähigkeiten der Heilung und Beeinflussung von Materie über den Weg des Geistes mit sich gebracht hat.
Wenn Jesus sagt, er sei seines Vaters Sohn, er sei Gottes Sohn, so sagt er, er ist erleuchtet: er ist von der Lichtnatur, vom Schöpfergeist erfüllt. Gott ist keine Figur, die über uns thront, sondern der logos, das Prinzip des Lebens, Energie, die Substanz, das Eine, das Wahre, das lebendige Licht - nenne es wie du willst, auch gerne Gott, aber dann eher im pantheistischen Sinne einer monistischen Substanz, so wie es viele Mystiker verschiedenster Glaubensrichtungen sahen.

Auch dies:
>>2786

andrewgurylev Avatar
andrewgurylev:#2788

>>2769
>Ich finde zumindest, dass du mit deiner Trotzreaktion Recht hast, denn der Atheismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wird aber als eine höchst geniale und frische Idee hochgehalten, wo sie doch schon mit Nietzsche begann, ihr Verfallsdatum zu überschreiten.
Soviel Unsinn in einem Satz hatten wir selten hier. Weder ist Trotz eine sinnvolle Reaktion auf irgendwas, noch wird Atheismus gerade als "frische Idee" Idee verkauft, noch ist Atheismus am Verfallen so wie der Glaube in den westlichen Nationen. Jede halbwegs seriöse Umfrage belegt das Gegenteil. Selbst in den USA wo der Atheismus traditionell als Teufelswerk angesehen wird.

>Der handelsübliche Atheist versteht darunter die Ablehnung der Idee eines menschenähnlichen Gottes und kommt sich sehr schlau vor, diese Idee als Humbug zu entlarven.
Komplett falsch. Im Atheismus geht es nicht um die Frage wie menschenähnlich Gott ist. Diese Idee ist eine Beleidigung für den Intellekt jedes Diskutanten hier. Wenn das 8. Gebot bannierfähig wäre, wärst du jetzt nicht mehr Mitglied dieser Gemeinde.

>Dabei sind alle Schilderungen in den monotheistischen Religionen von Gott, wenn er mit menschlichen Eigenschaften beschrieben wird, gleichnishaft, eine dichterische Sprache.
Du drischt hier auf einen Strohmann ein. Das Problem ist nicht, wie menschengleich Gott ist. Ein Problem für einen Atheisten ist, dass der monotheistische Gott ein persönlicher ist. D.h. er zeigt Interesse an dir persönlich, er beobachtet dich als einzelnen, bewertet dich nach deinem persönlichen Verhalten, du sprichst mit ihm persönlich im Gebet und er erhört dich persönlich (oder auch nicht). Diese Vorstellung lehnt ein Atheist ab: Es gibt keinen strenges übernatürliches Wesen, das Interesse an deinen Geschlechtsorganen hat.

>Jesus war ein Atheist
Interessante These! Hat Jesus eigentlich an Gott geglaubt? Wusste er wer sein Vater ist? (Ehrliche Frage, Kein Ahnung.)

>Atheist im heutigen Fedora-Sinne zu sein bedeutet, sich an einer kindischen Fehldeutung festzubeißen und sich weiß der Himmel wie kluk vorkommen.
Verstehe bis heute nicht was damit gemeint ist, und wie Fedoraträger jemals zu Atheisten wurden, oder umgekehrt. Für mich ist das so, als würde man alle Kosmologen als Ballermann-Urlauber darstellen. Keinerlei erkennbarer Zusammenhang, außer dümmlicher, kindischer Diffamierung. Das Fedora-Mem sagt viel mehr über ihrer Anwender als über Fedoraträger.

>Jeden Gedanken von Spiritualität als unsinnig zu bezeichnen. Aber wieviele Dinge sind unsichtbar und wirken doch?
Wirklich schlechtes Argument für Spiritualität (die wir Menschen brauchen wie die Motten das Licht). Spiritualität ist ein Gefühl und hat nichts mit Physik oder unseren weltlichen Sinnesorganen zu tun.

>UV-Strahlung, Elektromagnetismus, Radiowellen, WLAN, Energie, dunkle Materie und so weiter.
Lass gut sein. Es wird nicht überzeugender.

>Unsere heutige Zeit sieht sich vor der Herausforderung, Theologie und Physik, die Wissenschaften und die Mystik miteinander abzugleichen, denn tatsächlich sind alle Wissengebiete und Geistesdisziplinen nur verschiedene Perspektiven auf ein und die selbe Sache: die Substanz, Gott, das Eine, das lebendige Licht, nenne es wie du willst.

Hier versuchst du auf sehr durchschaubare Weise Gott in etwas hineinzuschmuggeln, wo er nichts zu suchen hat. Wenn wir zum Mond oder dareinst zum Mars fliegen wollen oder müssen, wird uns Gott nicht helfen. Und Theologie und Mystik auch nicht.

Physik und die Wissenschaften allerdings sehr.

csswizardry Avatar
csswizardry:#2789

>>2787
>nenne es wie du willst, auch gerne Gott
Das ist das Problem. Das Wort Gott hat 7 Milliarden verschiedene Bedeutungen, soviele wie es Menschen gibt, und ist daher bedeutungslos.

fluidbrush Avatar
fluidbrush:#2791

Vorab ein Disclaimer: ich bin (katholischer) Theist, werde aber versuchen so (meiner Meinung nach irrational) gut wie möglich 'religionswissenschaftlich' auf diese Thesen einzugehen.

>>2787
> dann eher im pantheistischen Sinne einer monistischen Substanz
Ja, Jesus (der Mensch) hat als Rabbi natürlich Genesis nicht verstanden.
>so wie es viele Mystiker verschiedenster Glaubensrichtungen sahen
Ich ignoriere jetzt mal den Logikfehler, aber wenn du jetzt (u.a.) Meister Eckart meinst, dann ist es erstens falsch, zweitens missverstehst du ihn dann so wie die Inquisition, die ihm (wenn es so wäre), zu Recht ein Lehrverbot gab.

Ich habe es dir schonmal in einem anderen Faden gesagt, aber deine fixe Idee wird nicht wahr. Nietzsche war auch nicht Gott, sondern nur ein geisteskranker Narr, der eine vollkommen kaputte Lebensführung hatte.

Ich gehe jetzt mal weiter auf dich ein:
> Die Religionen mit nur einem Gott sind genaugenommen alle atheistisch. Jesus war ein Atheist, denn er vertrieb die Geldwechsler und Götzendiener aus dem Tempel. Mohammed war Atheist, denn auch er ging gegen die Götzendiener vor, gegen jene Menschen, die Gott durch Standbilder und Idole anbeten und damit seine allesumfassende Natur verkennen. Auch Moses war in diesem Sinne Atheist, weil er den Götze der Juden, das goldene Kalb verdammte.
Mohammed hat den Götzendienst ja wohl kaum verhindert, denn der Islam mit seiner Gebetsrichtung gen Kaaba, einem Zelt in dem ein Stein versteckt ist, ist ja wohl der größtmögliche Götzendienst, dem heute gefröhnt wird. Zumal die Sicht des Autors des Koran auf das Christentum eine falsche ist, weil sie isch auf nichttrinitarische Christen bezieht (die von uns ebenfalls als Häretiker verurteilt wurden). Es ist auch komisch, dass keiner der Kirchenväter und kein Jude jemals irgendwelche Ismaeliten erwähnt zu haben scheint.

Jesus (als Mensch) war ein Reformer, aber er hatte keine neuen Ideen. „Die Schule der Nazoräer“ hat sich eben mehr an den Propheten als an dem starren Gesetz orientiert. Aber Propheten gab es auch schon vorher und doch waren keine von ihnen Atheisten. Außerdem bist du ein Depp, wenn du Jesus Worte nicht wenigstens interpretierst wie ein Rabbi sie gesagt hätte. Wenn Jesus von seinem Vater sprach, dann nicht von irgendeinem esoterischen Scheiß, sondern von a) seinem Vater (denn er ist ja Gottes Sohn), b) Gott dem Vater c) von seiner unendlichen Gottesliebe d) dem Ziel seines 'spirituellen' Strebens

Das mit Mose ignoriere ich mal, weil jedes halbwegs katechisierte Kommunionskind im goldenen Kalb einen Götzendienst erkennen hätte können.

>>2788
>Hat Jesus eigentlich an Gott geglaubt? Wusste er wer sein Vater ist?
Ja, Bibel lesen, nicht irgendwelchen verschwurbelten Spinnern im Internet glauben.

>>2789
Käfer in Kiste. Gott (der Vater) ist in Genesis und weiterhin die Trinität (==Gott) im apostolischen Glaubensbekenntnis eindeutig definiert. Ob bei Gott (dem Vater) dann jemand an einem bärtigen Mann oder an ein Tetraeder mit Auge denkt ist völlig scheißegal, gleiches gilt für den Heiligen Geist, der eine Taube oder ein Windhauch sein kann. Die Juden wussten schon, warum sie verboten haben, dass jemand ein Bild von Gott (dem Vater) macht; denn als Bild ist Gott (der Vater) wahrhaftig menschengemacht.

Achso >Schopenhauer >Nietzsche >erleuchtet
kek, wer das glaubt der denkt auch Jesus war Atheist. In Wahrheit war Jesus aber Gottes wahrhaftiger Sohn, die Weisheit Gottes, die in Maria eine würdige Bundeslade fand. Der ewige Hohepriester Gottes. Aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; […]

malgordon Avatar
malgordon:#2793

>>2791
Danke für deine Stellungnahme zu meinem Beitrag >>2787
Du klingst sehr belesen in dem Thema, darum hoffe ich, dass du mir zu meiner folgenden Frage eine Antwort geben kannst.
Ich habe seit einiger Zeit diese relativistische These zu Jesu Rolle - das hat nichts damit zu tun, dass ich seine Göttlichkeit nicht anerkenne, ich versuche nur, die Dinge, die mir von ihm bekannt sind, auf eine etwas ungebräuchliche Art zu deuten.
So auch sein Gleichnis vom Sämann. Ich verstehe dieses so, dass die Menschen der Welt aufgrund verschiedenster Lebensbedingungen in ihrer Fähigkeit zu glauben sich unterscheiden. Ich nehme in diesem Zusammenhang an, dass mit der Saat, die aufgeht und etliche Früchte bringt, sich Jesus als Erleuchteten anspricht - aber eben auch alle Menschen, die erleuchtet sind oder die Fähigkeit und die Demut und Hingabe haben, erleuchtet zu werden, weil ich die Erleuchtung und das Erleuchtet-sein mit dem Aufgehen und Gedeihen der Saat identifiziere.
Ist das also auch völliger Humbug? Mir kam diese Sichtweise auf seltsame Weise sehr plausibel vor. Ich freue mich aber sehr darüber, wenn du mir erzählst, wie man es eigentlich verstehen sollte - und ob meine Deutung nicht vielleicht eine gewisse Daseinsberechtigung besitzt.

motionthinks Avatar
motionthinks:#2794

>Bernd, was gibt es für Argumente die für die Religion sprechen?

Bernd fragt sich manchmal was kombt wenn man stirbt, dann denkt er sich sowas wie Gott und der Himmel wären schön kühl. Aber er hat keine lust sich damit zu beschäftigen, lieber lauern und animu schauen :3 Lustik, dass man auch als nicht Philosoph die Religion auf eine diffuse Angst vor dem Sterben reduzieren kann.

dwardt Avatar
dwardt:#2798

>>2794
Hast du OP überhaupt gelesen?
Er fragt nicht nach persönlichen Argumenten pro Religion sondern nach sozialethischen, politischen und absoluten.
Mystisch gesehen haben der Lauerer, der Herionjunkie und der Mönch alle gleich viel Recht, im Lichte der Wahrheit oder einer Ideologie oder für einen Bernd verschieben sich aber die Perspektiven und Wertigkeiten.

olgary Avatar
olgary:#2800

>>2793
>Du klingst sehr belesen
Alles nur polemisches Halbwissen! :3

Das Gleichnis vom Sämann ist kein Beleg zur Prädestinationslehre, im Gegenteil lehrt Jesus, dass jeder sein Herz der Botschaft öffnet, die von Ohren und Augen vernommen wird, gläubig werden wird. Du bist wohl das dritte Feld, denn du siehst das Göttliche, aber du willst es nur in einer bestimmten Weise verstehen.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#2801

Auch:
>>2793
Demut und Hingabe sind Dinge, du du von dir selbst wollen kannst, nicht Eigenschaften, die fest in dir verankert sind. Es wäre doch schändlich, wenn ein Mensch sich niemals ändern könnte.

rdbannon Avatar
rdbannon:#2829

>>2702
>Bernd, was gibt es für Argumente die für die Religion sprechen?

Es ist ein bisschen wie in der DDR. Man lebt in einer Lüge, aber wenn man sich gewissenhaft anpasst und nicht über den Tellerrand schaut, fühlt man sich gut aufgehoben.

crhysdave Avatar
crhysdave:#2830

>>2829
Jenes. Damit lässt sich auch gut die Idiotie der "hurr durr ich bin Physiklehrer aber trotzdem religiös" begründen.

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#2858

>Physiklehrer aber trotzdem religiös

was hat das Eine mit dem Andren zu tun?
Wäre ein Fleischermeister (Metzger) Vegetarier, würde ich es schon sonderbar finden, aber nicht bei Naturwissenschaften und Religion bzw. Glauben an Gott.

Im Gegenteil, der Physikkundige weiß wie schwer und verschlungen die Wege vom homogenen Plasma bis zum denkenden Menschen sind. Warum soll sich Gott nicht der Physik bedienen, wenn er sie doch erschaffen hat.

Er hat übrigens auch das "Böse" mit erschaffen, damit uns nicht langweilig wird.

andrewgurylev Avatar
andrewgurylev:#2861

>>2858
>Warum soll sich Gott nicht der Physik bedienen, wenn er sie doch erschaffen hat.

Nette Rabulistik am Abend. Gott als Physikfummler der mit etwas Strom, Elektroden und Kabeln solange rumblitzt bis das Leben entsteht...

kennyadr Avatar
kennyadr:#2865

>>2861
den meisten Menschen hat Gott genügend Geist zukommen lassen um seine Schöpfung zu erkennen, dir nicht.

edobene Avatar
edobene:#2866

>>2865
Dann sei Gott dankbar, dass er dir soviel davon gegeben hat und mir so wenig.

markgamzy Avatar
markgamzy:#2875

funktionalistische argumentation: religion kann sich äusserst positiv auf das wohlbefinden auswirken. sie vermag nicht nur sinn/trost/motivation/wasauchimmer spenden, sondern mag z.b. sogar für soziale einbindung sorgen.

alagoon Avatar
alagoon:#2876

>>2875
>sie vermag nicht nur sinn/trost/motivation/wasauchimmer spenden, sondern mag z.b. sogar für soziale einbindung sorgen.

Das geht auch mit Wettsaufen oder Batikkursen.

jacobbennett Avatar
jacobbennett:#2878

>>2876

Solche Sachen konfrontieren einen aber nicht so zwangsläufig mit den großen Fragen des Lebens.

linux29 Avatar
linux29:#2879

>>2878
Oh, dann warst du offensichtlich noch nie stark alkoholisiert oder konzentriert über eine Handarbeit gebeugt....

Nichts intensiveres als mit einem Kumpel besoffen im Gras zu liegen und in den sternenleuchtenden Nachthimmel zu schauen.

zacsnider Avatar
zacsnider:#2890

>>2879
Jetzt muss ich aber lachen, nicht annährend vergleichbar.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#2891

>>2866
und?, fällt dir dazu nicht mehr ein? Zuwenig Göttliche Erleuchtung, oder ist Religion für dich ein Wettkampf bei dem du "erhabener" sein willst als deine Mitposter?

In beiden Fällen wird dass so Nichts.

kinday Avatar
kinday:#2906

Interessanter Faden.
In mir ist Ruhe eingekehrt und ich rede über Religion nurnoch mit Leuten die sich dafür interessieren.
Ansonsten versuche ich einfach ein guter Mensch zu sein.
Selbstloses, tolerantes und liebevolles Verhalten ist das einzige "Argument", dass ich benutze.
Ansonsten lass ich die Kantigen kantig sein. Ich ertränke sie in meiner Liebe, dass sie beim luftschnappen fragen: "Warum?", "Gott!" wird die Antwort sein.

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#2907

>>2906
>Ansonsten versuche ich einfach ein guter Mensch zu sein.
Dazu brauchst du gar kein Gläubiger sein das machen Säkulare genauso.

>Selbstloses, tolerantes und liebevolles Verhalten ist das einzige "Argument", dass ich benutze.
Auch hier bist du auf Seiten der Säkularen.

iamfelipesouza Avatar
iamfelipesouza:#2908

>>2907
Klar gibt es Menschen für die es normal ist sich so zu verhalten.
Im Idealfall kann ich aber so das Interesse bei jemanden wecken.

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#2909

>>2906
Was für ein Gott ist das denn?

dpg Avatar
dpg:#2910

>>2909
Alle Götter sind gleich gut. Sie sind alle allmächtig, sie lieben dich brutal, sie strafen dich brutal. Nordkorea allewo.

solid_color Avatar
solid_color:#2912

>>2910
Vielleicht solltest du nicht hier lauern.

dmackerman Avatar
dmackerman:#2913

>>2912
Vielleicht weißt du nicht, wie Religion funktioniert.

subtik Avatar
subtik:#2914

>wie Religion funktioniert.

Bitte um Gebrauchsanweisung in Deutsch!

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#2915

>>2914
http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

sunshinedgirl Avatar
sunshinedgirl:#2916

>>2914
Unterwerfe dich und du wirst unermesslich geliebt.
Unterwerfe dich nicht und du wirst unermesslich bestraft.
Säugetiere erzählen anderen Säugetieren sie wissen Bescheid, über das Große und Ganze.

ademilter Avatar
ademilter:#2917

>>2914
Wer fragen muss, der wird es nie verstehen, für den der es weiß genügt eine Frage.

Das sollte eindeutig genug für einen denkenden Menschen sein.

Melde mich ab!

funwatercat Avatar
funwatercat:#2918

>>2917
Weltliche Unlogik, Bruder. Der, der es weiß, braucht keine Frage. Aber wer weiß schon irgendwas über ihn. Deshalb gibt es ja so viele und jeder erzählt dir etwas anderes.

macxim Avatar
macxim:#2919

>>2917
>Wer fragen muss, der wird es nie verstehen, für den der es weiß genügt eine Frage.
>Das sollte eindeutig genug sein.

Einen Orakelspruch für eindeutig erklären. Du hast Humor.

jjshaw14 Avatar
jjshaw14:#2920

>>2917
Le gnosis face

chatyrko Avatar
chatyrko:#2921

>>2917
ist fein für dich wenn du keine Fragen mehr hast.
So gleicht eben jeder (bestenfalls) dem Gott den er versteht.

Bernd das Abbild Gottes, so steht es zumindest geschrieben, aber da wird dir sicher auch eine andere Auslegung einfallen die du uns nicht vorenthältst, leider.

Am Besten wird für dich sein, du machst dir die Welt untertan, wachset und mehret dich, und erklärst uns wie es geht.

BillSKenney Avatar
BillSKenney:#2924

>>2921
>Bernd ist das Abbild Gottes
Ich munzelte. Wie lebt es sich so als Quasi-Gott?

steynviljoen Avatar
steynviljoen:#2929

>>2921
Sich mit Wissenschaft dem Verständnis Schöpfung anzunähren (niemals zu erreichen) ist Gottgefällig.

saulihirvi Avatar
saulihirvi:#2930

Womit ich diese Diskussion immer Gewinne:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pascalsche_Wette

Bedenke auch das Gott nur ehrlichen Glauben, und keinen berechnenden Glauben akzeptieren würde.

Die Logik gebietet Gottesglauben. Punkt.

kershmallow Avatar
kershmallow:#2931

>>2930
Zusätzlich sind Gläubige oft glücklicher und religiöse Gesellschaften moralich gefestigter.

matt3224 Avatar
matt3224:#2932

>sind Gläubige oft glücklicher

sehen die besonders glücklich aus?

aio___ Avatar
aio___:#2934

>>2932
1. Falsche Religion (klar definiert in der Philosophie)
2.Ja

Ich war mit 15 selber kurz Atheist und das war allumfassend unbefriedigend, aber das ist nur meine Meinung.

dutchnadia Avatar
dutchnadia:#2936

>>2935
>dass sich Gläubige schwerer tun im säkularen Leben zurechtzukommen

Hab das mal fixiert.

Stoppt die Pressen!
Atheisten kamen im christlichen Mittelalter übrigens auch nicht sher gut zurecht.

syntetyc Avatar
syntetyc:#2937

>>2936
>dass sich Gläubige schwerer tun im säkularen Leben zurechtzukommen
Das ist natürlich eine steile These, dass das Leben dafür verantwortlich ist, dass Gläubige darin Schwierigkeiten haben.

Der Link mit dem Pornokonsum widerspricht dem. Es ist ja sicher nicht die Kirche, die ihre Mitglieder zum Videosex drängt. Es ist wohl eher so, dass das kirchliche Pornographie-Verbot dazu führt, dass Christen mehr Pornographie brauchen als Säkulare.

http://www.theblaze.com/stories/2014/08/28/shocking-statistics-about-porn-epidemic-and-christian-consumption-a-very-real-addiction-that-can-spiral-out-of-control/