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Veröffentlicht am 2016-12-23 00:23:04 in /r/

/r/ 4764: Wissenschaft und Religion

albertodebo Avatar
albertodebo:#4764

Dieser Bernd hier glaubt, das Wissenschaft und Religion unvereinbar sind, möchte aber gerne wissen, in wieweit seine Argumente einer eventuellen Kritik standhalten.

Ontologischer Materialismus:

Nehmen wir an, es gäbe Gott und er würde irgendwo außerhalb unserer Welt unseres Universums existieren.
Religiöse Menschen glauben, das Gott quasi von Außerhalb in diese Welt eingreift und die Geschicke der Menschen bzw. das Weltgeschen zu einem gewissen Grad lenkt.
Anschauliche Beispiele gibt z.B. die Bibel, die von Wundern berichtet, die durch Jesus den Sohn Gotte getätigt wurden.

Die Wissenschaft hat als philsophische Grundannahme den Realismus und die Überzeugung, das alles mit 'rechten Dingen' zugeht und (wenigstens teilweise) erklärbar ist.
Damit Wissenschaftler arbeiten können, müssen sie also annehmen, das die Naturphänomene nicht durch einen Gott oder einem anderen übernatürlichen Wesen verursacht werden, das von außerhalb in die Welt eingreift.

Damit stehen wissenschaftliches und religiöses Weltbild im Widerspruch zueinander.

Läßt sich dieser Widerspruch irgendwie auflösen? Wo ist dann noch Platz für Gott? Wäre ein Gott für die Religion nicht bedeutungslos, wenn er quasi nur von 'außen' zuschaut, aber nichts tut?

Was bleibt

alta1r Avatar
alta1r:#4765

Gott hat gewisse Gesetzmäßigkeiten erschaffen, nach denen unsere Welt funktioniert. Natürlich kann er diese außer Kraft setzen oder abändern (siehe Jungfrauengeburt), aber wir können doch durch Beobachtungen davon ausgehen, dass die von uns festgestellten Naturgesetze in der Regel Gültigkeit besitzen.

Aber selbst wenn man nicht gläubig ist, so hat man doch keinen zweifelsfreien Beweis für die universelle Existenz dieser Gesetze. Die gesamte Physik und auch andere Naturwissenschaften, die sich mit real messbaren Phänomenen beschäftigen, arbeiten nur auf der Grundlage von Annahmen und Theorien.
Absolute Beweise gibt es höchstens in der Mathematik oder der Logik.

So lange man tatsächlich ein Wissenschaftler ist und die Wissenschaft nicht zur Religion erhebt, in der unbedingte und absolute Gewissheiten bestehen müssen, sehe ich nicht, wo sich da ein Widerspruch ergeben sollte.

curiousonaut Avatar
curiousonaut:#4775

>>Natürlich kann er diese außer Kraft setzen oder abändern.

Wie ist dann Wissenschaft möglich, wenn Gott in die Welt eingreifen kann? Wissenschaftler gehen nicht davon aus, das die Phänomene die sie untersuchen von Gott verursacht werden, oder sich nach belieben ändern.
Wissenschaft versucht Gesetzmäßigkeiten zu erklären und vorauszusagen. All das ist nicht mehr möglich, wenn die Chance besteht das Gott in die Welt eingreift.

n_tassone Avatar
n_tassone:#4782

>>4775
>Wie ist dann Wissenschaft möglich, wenn Gott in die Welt eingreifen kann?
>das ist nicht mehr möglich, wenn die Chance besteht das Gott in die Welt eingreift.
Bist du dumm oder so? Es können unzählige Ereignisse "in die Welt eingreifen". Damit muss ein Wissenschaftler umgehen können, sonst taugt er höchstens zum Atheisten.

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#4783

„Es ist eine weitverbreitete Meinung, das objektive, materielle Weltbild der Naturwissenschaften und die mystisch-religiöse Welterfahrung würden sich widersprechen. Das Gegenteil ist wahr. Sie ergänzen sich zu einer umfassenden Einsicht in ein und dieselbe geistig-materielle Wirklichkeit.“
– Albert Hofmann: in Lob des Schauens, 2002

andina Avatar
andina:#4788

>>4782

Ja, aber Gott wird definitv ausgeschlossen vom Wissenschaftlern (Occam's razor)

clementc Avatar
clementc:#4790

>>4788
>aber Gott wird definitv ausgeschlossen vom Wissenschaftlern
Man kann nur ausschließen, was man zuvor definiert hat.

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#4794

>>4788
Gott ist ein wesentlich unkomplexerer Grund als jeder x-beliebige andere Grund.

Dein Argument ist scheiße

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#4813

>>4764
Die Wissenschaft hat als [...] die Überzeugung, das alles mit 'rechten Dingen' zugeht und (wenigstens teilweise) erklärbar ist.
würd ich so nicht unterschreiben

to_soham Avatar
to_soham:#4815

>>4813

Sondern?

christauziet Avatar
christauziet:#4816

Wer sich über meine Weltanschauung etwas genauer informieren möchte, dem empfehle ich Wikipedia als erste Anlaufstelle:

https://en.wikipedia.org/wiki/Metaphysical_naturalism

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#4821

>>4764
>Läßt sich dieser Widerspruch irgendwie auflösen? Wo ist dann noch Platz für Gott? Wäre ein Gott für die Religion nicht bedeutungslos, wenn er quasi nur von 'außen' zuschaut, aber nichts tut?

carlyson Avatar
carlyson:#4837

Wissenschaft und Religion gehen prima seit Jahrhunderten zusammen. Wenn jetzt hier ein einfältiger Atheist meint, dass das nicht funktioniert, dann sollte man diesen ignorieren oder beleidigen aber ihm keine Plattform für seinen Schrott bieten.

bruno_mart Avatar
bruno_mart:#4842

>>4837
>Wissenschaft und Religion gehen prima seit Jahrhunderten zusammen.

Hmmm, nö.

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#4845

>>4842
Hehe. Doch. Der ganze universitäre Betrieb entstand ja aus christlichen Klöstern. Nur Atheisten sehen da Probleme und die sind ob ihrer Unwissenschaftlichkeit isoliert.

ayalacw Avatar
ayalacw:#4855

>>4837
Wissenschaft verschiebt die Glaubensgrenze nur immer ein wenig hinter den Horizont der Massen.

abotap Avatar
abotap:#4929

Das läuft ja im Endeffekt auf den Kritizismus vs. Dogmatismus bzw. Fallibilismus vs. Certismus Streit aus.