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Veröffentlicht am 2017-12-12 21:31:12 in /r/

/r/ 5196: Dann lösch Dich tot Du geisteskranke Katholensau

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seanwashington:#5196

Folter ist nie gerecht, auch wenn diese internationale und inzwischen kulturell bindende Erkenntnis den Kirchen nicht ins Konzept passt.



Jesus wird nicht, wie es die EKD predigt, in die Fußstapfen eines Hitlers treten. Lässt gar die Psychiatrie die Kirchen in Ruhe, weil man Ärger mit ihr vermeidet? Natürlich muss die oben zitierte Patientin zunächst stationär. Natürlich muss sie kurzfristig Neuroleptika bekommen, wenn sie starke Ängste hat. Ganz im Vordergrund sollte aber eine ekklesio-adversative Psychotherapie stehen. Das Hauptthema bei Schizophrenen ist die Religion. Sie reden über den Grund ihrer Erkrankung. Was man schnell als Größenwahn bezeichnet, dass sich da jemand als Mutter Gottes, Gott oder Jesus vorstellt und präsentiert, sind verzweifelte Rettungsversuche bei Gottangst und daher oft unerschütterliche Fixpunkte. Es sind Rettungsanker. Jesus wird weder seine Mutter Maria noch seien Vater Gott in seinen ewigen "Feuerofen" (Diktion Matthäusevangelium) werfen. Es ist einfach nur praktisch und intelligent gemacht, sich vorzustellen, man sei als Maria Jesu Mutter.



Die Psychose ist eine zunächst rettende Lebenslüge.



Auch ist man als Kaiser von China nicht christlich religiös, sondern Buddhist und selber ein Gott. Und doch sind diese "Lösungen" oft unbefriedigende Illusionen und nur ein temporäres Aufgeben des Problems, das ungelöst im Unbewussten weiter virulent wirkt. Irgendwo weiß man als Psychotiker sehr wohl, dass man nicht der Kaiser von China ist. Hier ist der Ansatz zur Therapie gegeben bzw. hier wird sie notwendig, wenn offensichtlich doch noch Leiden besteht, wenn der seelische Suizid unvollständig ist. Er ist nahezu regelmäßig unvollständig. Die Halluzination ist ein Trick als Versuch einer Heilung. Auch wenn sie von außen betrachtet "quälend" erscheint, ist sie dennoch besser als die Realität. Man muss also nicht mit Neurolepika versuchen, das Symptom Wahn wegzutherapieren, denn dann entstehen Ängste, die den Therapeuten verleiten, noch "mehr" zu geben. Besser als der Rezeptblock ist ein Gespräch, eine EAT. Im Frühjahr 2014 las ich Sigmund Freud, "Das Lesebuch", S. Fischer. Schon Freud wusste, dass die Psychose eine erlebnisbedingte Angststörung ist. Anders als bei der Neurose, die "von der Realität nichts wissen will", helfe sich der Psychotiker durch Realitätsverleugnung. Er suche sie zu "ersetzen" durch eine "neue Wahrnehmung", und sei bemüht, "sich solche Wahrnehmungen zu verschaffen, wie sie der neuen Realität entsprechen würden, was in gründlichster Weise auf dem Wege der Halluzination erreicht wird". Wenn der Trieb einen "Vorstoß" mache, werde "jedes Mal mit Angst reagiert". Soweit Freud. Was Freud aber falsch dachte: Nicht die ausgebliebene Triebbefriedigung macht Angst, es ist der Sexualtrieb selbst, der als angebliche "Sünde" Angst macht und daher nicht befriedigt wird.



Lebenslügen kommen auch bei "Gesunden" vor. Das Urvertrauen in diese Welt ist eine solche Illusion, wie auch die Eigensicht von Psychiatern, sie könnten trotz jahrzehntelanger klerikaler Indoktrination (in Suggestion) doch Atheisten oder Agnostiker sein. Oft kommt man mit einer solchen Lüge ein Leben lang zurecht. Was ist aber, wenn jemand wie ich im Interesse von Patienten die Lebenslüge aufdeckt und zerstört? Oft wurden bei Schizophrenen Psychoanalysen von Psychiatern versucht. Das Ergebnis: Es kam zu massenhaften Übertragungen und ekklesiogenen Suiziden bei den "atheistischen" Therapeuten. So beinhaltet so manche Lebenslüge wirkliche Lebensgefahr bei Illusionisten. Insofern halte ich meine Analyse der Psychoanalytiker doch für sehr wichtig und richtig, auch wenn der Analysand nicht einverstanden ist. Ist man als Illusionist sogleich Psychotiker? Irgendwo ja. Irgendwo sind wir nahezu alle Psychotiker, wenn wir Lebenslügen als Wunsch- und Tagträume wie Schutzwälle gegen Unerträgliches aufbauen. Das macht uns ja so interessant. Wenn man so will, ist jede Verdrängung Lebenslüge und Psychose bzw. psychoseähnlich. Es ist der gleiche, unbewusst funktionierende Trick. Unsere alltägliche Psychose hilft uns, in dieser unerträglichen Welt zu überleben. Im Ameisenhaufen stehend, verdrängen wir das Elend unter unseren Füßen und damit unsere Schuld, den Fuß nicht vorsichtiger im Waldboden aufgesetzt zu haben.

wiljanslofstra Avatar
wiljanslofstra:#5229

Die Bewohnung des eigenen Körpers durch verschiedene, auch mehrere Personen ist durchaus nicht ungewöhnlich. "Eine ganz eigenartige Ausbildung gewinnt der physikalische Verfolgungswahn in jenem sittengeschichtlich bedeutsamen Krankheitsbilde, welches man als „Besessenheitswahn'' bezeichnet. Hier werden die Feinde, welche den Kranken quälen, geradezu in den eigenen Körper hineinverlegt. Der oder die Verfolger sitzen nun in den Ohren und betäuben den Kranken durch ihr gräuliches Schreien und Fluchen, häufiger aber im Unterleib, steigen bis in den Kopf hinauf, schnüren dem Kranken die Kehle zu, verdicken ihm sein Blut, klappen ihm seinen Schädel auf, zwingen ihn zu den sonderbarsten Handlungen und reden ihm aus dem Bauche herauf gotteslästerliche Dinge vor. Hier kann es vorkommen, dass sich dem Feinde im eigenen Leibe eine andere, freundlich gesinnte Macht hinzugesellt, welche jenen in eine Körperhälfte hineindrängt und lange, erbitterte Kämpfe und Zwiegespräche mit ihm führt. Während die Verfolger bei den früher geschilderten Formen zumeist als eine geheimnissvolle Rotte von Nihilisten, Freimaurern, Socialdemokraten gedacht wurden, so pflegen in diesen letzteren Fällen mehr religiöse Vorstellungen zur Erklärung herbeigezogen zu werden. Es ist eine abgeschiedene Seele, der Teufel, ein böser Geist, der von dem Leibe des Kranken Besitz genommen hat, und dem unter Umständen der liebe Gott oder einer der Erzengel siegreich entgegentritt. Diese eigenthümliche Verdoppelung der Persönlichkeit erinnert uns an jene Träume, in denen wir ausgedehnte Unterhaltungen führen und oft über die schlagenden Beweisgründe unseres Gegners im höchsten Grade überrascht sind."(Kraepelin aaO Bd.II, 193f)