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Veröffentlicht am 2016-03-21 13:12:30 in /rvss/

/rvss/ 282258: Dass ich nicht lache insider inside

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mefahad:#282258

Heise Bernd deckt auf:

Bin seit Januar ein Helfer in der Digitalisierung. Jedes Bundesland hat seine eigene Software / Dokumentenmanagementsystem (DMS), welche nicht mit anderen Ländern direkt kommunizieren kann. Lediglich über das Ausländerzentralregister (AZR) ist etwas Bundesweites halbwegs möglich - aber die Daten müssen da auch rein. Stehen paar Hundert Antragsteller (ASt) vor der Tür bleibt keine Zeit, alles direkt 1:1 in den PC einzugeben und die Daten dem AZR zukommen zu lassen. Der ASt füllt mit Hilfe eines Dolmetschers einen Personalfragebogen aus. Hat der ASt keinen Pass etc., so muss man ersteinmal blind den Angaben glauben (Name, Geburtstag, Herkunft, ...). Dann wird (meist) noch ein Foto gemacht. Foto natürlich mit Kopftuch, Haaren vor den Augen, oder gar Sonnenbrille. Keine Zeit für Diskussionen. Nächster ASt. Im Hintergrund sind fleißige Helfer wie ich, welche die Bögen entziffern, abtippen, als Scan in das landesweite DMS einpflegen und das digitale Foto zuweisen. Dabei sollte bereits eine Meldung an das AZR geschehen - was vor meiner Zeit in meinem Bundesland merkwürdigerweise selten passierte?! Dann folgt die Bundesweite Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel mit der Software EASY (billige Intranetseite). Familiennachzügler und andere Sonderfälle (Krank, Schwanger, ...) dürfen sich praktisch ein Bundesland aussuchen (Überquote). Damit die Gruppen von männlichen und ledigen sowie die wenigen Familien zusammenbleiben. Jede/r ASt / Gruppe / Familie erhält Fahrkarten, mit welchen sie das zugewiesene Bundesland bereisen sollen. Dazu eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA), wo auch die Ziel-Adresse und das späteste Datum (normal 1-3 Tage) aufgedruckt sind. Dann reisen sie los. Im Idealfall wird diese Verteilung dem AZR weitergemeldet, damit bundesweit bekannt ist, dass der ASt sich NUR DORT zu melden hat. Aber das klappt schon häufig nicht mehr. Auch werden die Reisende nicht begleitet - verständlich, wäre sehr personallastig. Ob die Reisenden ihr Ziel erreichen? Ob sie dort hin wollen? Ob sie nicht woanders hinreisen? Wissen wir nicht. Viele kommen nicht an, wo sie sollen. Berlin scheint ein begehrtestes Ziel zu sein. Es ist technisch möglich, sich ohne Pass mit anderen Daten am Wunschort anzumelden und hoffen, bei der Weiterverteilung bleiben zu dürfen. Alternativ kann man es 1-2 Tage später mit anderen Personalien nochmal versuchen. Die AZR-Suche kann schon gut mit Fuzzy arbeiten, aber nicht 100%. Andere Frisuren, Bärte, ... helfen auch gegen die Fotoidentifizierung. Wir sind keine geschulten Personenerkenner.

Sollte ich gefragt werden, wie man das System verbessern kann: Ersteinmal ein EU-Weites DMS, welches Live wie unser AZR arbeitet! Verlagerung der Registrierung an die EU-Grenzen. Kein Pass? Kein Eintritt. Botschaft vor Ort um Passersatz bitten. Foto machen nach Standards der Personalausweisfotos. Dazu Fingerabdrücke nehmen, welche bei jedem Behördengang / Weiterverteilung / Taschengeldempfang abgeglichen werden. Verteilung in der EU ideal auch bereits dort vor Ort regeln. Deutschland hat keine Außengrenzen? Unterstützer hinschicken oder als Ausgleich paar mehr aufnehmen. Finanzielle Beteiligung selbstverständlich ebenfalls. Unmenschlich / Menschenunwürdig? Dann reise mal in die USA ...

Kwalle: http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Die-IT-Branche-und-die-Asylkrise/Dass-ich-nicht-lache-insider-inside/posting-24738525/show/

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#282261

>>282258

Ihr wundert euch doch nicht mehr über diese Zustände, oder?!

andychipster Avatar
andychipster:#282262

ach schnappi

cboller1 Avatar
cboller1:#282265

schnappi bitte