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Veröffentlicht am 2015-05-20 15:14:20 in /t/

/t/ 28029: Guter Biologe und schlechter Elektriker hier braucht Hi...

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#28029

Guter Biologe und schlechter Elektriker hier braucht Hilfe.

Pilzmycel wächst immer kreisförmig. Die jeweiligen Hyphen stoßen H+ Protonen aus während sie wachsen. Andere Hyphen erkennen dies und wachsen so, dass sie möglichst weit von diesen minimalen Spannungen entfernt sind. Dadurch entsteht das kreisförmige Wachstum.

Wie kann man z.B. in einer Petrischale wie in Bild relatiert Spannungen anlegen, damit der Pilz in eine bestimmte Richtung wächst? Irgendwas mit mV und µA wäre gut. Vielleicht reicht es ja auch schon ein elektrisches Feld zu erzeugen?

RussellBishop Avatar
RussellBishop:#28030

Da hilft nur experimentieren. Da du wahrscheinlich keine Meßgeräte hast, nimm einfach eine Batterie und zwei Stück Draht und experimentiere.
Fang mit einer 1,5V-Batterie an, wenn das nichts bringt nimm eine 4,5V, dann 9V usw.

Welcher Strom im Medium fließt hängt von seiner Zusammensetzung ab, auch wie empfindlich die Sporen reagieren ist unbekannt. Also frickeln.

ionuss Avatar
ionuss:#28032

> Pilzmycel

Pilzmycel welcher Art? Und warum möchtest du, dass es in eine bestimmte Richtung wächst? Erzähl uns von deinem Projekt :3

Btw: Wenn es nur um den pH-Wert geht: Warum injiziert du nicht einfach eine Säure in das Agarmedium, an der Stelle, wo das Mycel nicht waschsen soll?

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#28033

>>28032
Schätze mal die Säure würde sich in kurzer Zeit überall verteilen und dann gibt es keinen Gradienten mehr an dem sich der Pilz orientieren kann. >>28030 sieht mir nach einem guten Plan aus, wobei man ihn durchaus noch mit einem Spannungsteiler + Poti ausbauen könnte. Aber erstmal muss man sorglos probieren, welche Ströme und Spannungen man denn so braucht. Im Besten Fall kommt man dann mit sowas hin wie: 1.5V-Zelle + 10 Meg Vorwiederstand + 1 Meg Poti und dann die unteren 150 mV fast ohne Strom aufs Substrat... Muss man aber probieren.

bassamology Avatar
bassamology:#28034

>>28029
Interessant, scheinbar werden die E-Felder des Wirtes zur Ortung verwendet.
Bernd würde einfach Elektroden in das Nährmedium einbringen und mit dem Gelelektrophoresenetzgerät verschiedene Feldstärken durchprobieren. Vielleicht sollte man auch aufpassen dass das Nährmedium nicht elektrolysiert wird.

Alte Qualle ist alt: http://mic.sgmjournals.org/content/132/9/2515

anaami Avatar
anaami:#28035

>>28034
Auch eine gute Idee.

Aber vor allem muss es irgendwie ein "einfacher" Aufbau sein, weil je einfacher das ganze ist, desto einfacher kann ich steril arbeiten.
Ich kann ja nicht einfach den Deckel aufmachen und dann für ein paar Tage meine Elektroden reinhalten, weil dann in kürzester Zeit irgendwelche Neuinfektionen zustande kommen.

Momentan bin ich im Auslandssemester und hab keine Möglichkeiten zum rumbasteln...deswegen bekomme ich nun diese ganzen Ideen und möchte das irgendwie später dann umsetzen. Auf die Idee bin ich ursprünglich gekommen, weil manche Gene mittels einer Spannung aktiviert werden. Soweit ich aber weiß wurde in dieser Richtung bisher nur sehr wenig geforscht. Naja, der Nobelpreis wird es sicher nicht, aber vielleicht kann ich meine Masterarbeit darüber machen.

mat_walker Avatar
mat_walker:#28036

>>28035
Mit den Elektroden, das könnte noch kompliziert werden. Brauchst nämlich wahrscheinlich irgendwas inertes also Platin oder mit Gold beschichtetes. Letzteres lässt sich evtl als 0815-Platine realisieren, da goldbeschichtete Kontakte nichts ungewöhnliches sind. Und wenn du ohnehin eine Platine machst, kannst du auch gleich noch eine Spule, einen Kondensator und ein paar Dioden etc unterbringen. Wozu? Drahtlose Energieübertragung! So bekommst du den Strom in die Petrischale teleportiert. Musst dir halt noch einen E-Technicker suchen, sind dann halt 2 Masterarbeiten.

Wär auch mal son richtig schönes Majoprojekt: das Verhalten von Hefepilzen (aka Kilju) in elektromagnetischen Wechselfeldern mit und ohne Strudel.

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#28038

Nimm eine Lochrasterplatine und markiere dir den Umriss deiner Petrischale. Löte Leiterbahn im gewünschten Muster in den Bereich, eine LED mit Vorwiederstand und ein Poti daneben, schliesse Spannung an und benutze als Untersetzer.

alexcican Avatar
alexcican:#28041

>>28035
In Petrischale mit Diamantbohrer Löcher für Elektroden bohren, abdichten mit 2K-Kleber. Als Elektroden Pt-Draht oder V2-Draht wenn Arm, notfalls auch Kunststoffschale und Draht durchschmelzen. Das Ganze sterilisieren und mit Nährlösung füllen.
Oder einfach gleich einen alten Gelelektrophoresebehälter verwenden.

nateschulte Avatar
nateschulte:#28137

>>28036
>E-Technicker

>>28038
>Vorwiederstand


Es ist ja nicht /b/ hier, aber irgendwo muss doch mal eine Grenze sein.