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Veröffentlicht am 2017-08-27 06:13:13 in /trv/

/trv/ 4086: Einstieg ins Rucksacktourismus für Heimbernd

bouyghajden Avatar
bouyghajden:#4086

Hauptstadtbernd hat seit 2009 keinen Zelt von Innen gesehen, war seit mindestens 2013 nicht länger als einen halben Tag gänzlich ohne Zwischennetz unterwegs und die Vorstellung kein fließendes Wasser zu haben, macht Bernd unheimlich viel Angst. Trotzdem würde er gerne mal die Welt sehen Berge, Wälder und Flüsse zu Fuß hinter sich lassen und wildfremde Menschen auf seiner Reise kennenlernen.
Da es völlig unrealistisch ist, würde Bernd gerne erstmal mit dem Zug nach Brandenburg mit einer einzelnen Übernachtung im freien und einer 50km-Wanderung auf zwei Tage verteilt anfangen, sich unterwegs etwas zu essen und Wasser organisieren. Dort könnte er vielleicht auch die Milchstraße sehen. Außerdem hätte er die Hürde 2 Tage ohne Zwischennetz überleben zu müssen. Erfahrung mit Kotierung in der Wildnis würde er nicht machen, da seine Verdauung aussetzt, wenn ihm bewusst ist, dass er mehrere Tage nicht Zuhause sein wird. Die Idee ist immer länger werdende Ausflüge zu planen und sich immer weiter von Zuhause zu entfernen.

Worauf muss Heimscheißerbernd achten?
Bernd wird jetzt mal gehirnsturmmäßig noch ein paar Begriffe in den Raum:

Zecken, Wölfe, Wildschweine, Wildzelten, Mücken, Desinfektionsmittel, Wanderunfall, feuchte Reinigungstücher, Wäsche waschen, Warmes Essen, Wasser alle im Wald, Funkloch und Bernd in Gefahr.

umurgdk Avatar
umurgdk:#4087

>>4086
Ich hab nichtmal verstanden was dein Ziel ist, möchtest du Natur erleben oder einfach Reisen und irgendwann auswärts scheißen? Solange du zurück in die Zivilisation kriechen kannst und dich nicht aktiv umbringst bist du auf der sicheren Seite. In Europa. Im Sommer.

armcivor Avatar
armcivor:#4088

>>4087
Nachdem Bernd den Faden erstellt hat, hat er sich hingesetzt und sich informiert.

>https://www.youtube.com/watch?v=vAKEs8UpSq0
Also so eine Reise zu meistern wäre für Bernd schon eine schöne Sache. Es geht Bernd nicht zwangsweise darum möglichst wenig Geld auszugeben, aber schon mit möglichst wenig auszukomben und schöne Erfahrungen zu sammeln oder gar neue Freunde zu finden.

Bernd hat heute auf den Amazonas einen Stativ für seinen Schlaufon bestellt und einen Rucksack mit 50l gefunden, den er vermutlich morgen bestellen wird. Er wird sich noch einen Regenponcho holen bevor er buchstäblich im Regen steht, aber ansonsten versuchen mit dem Zeug, was er bereits hat, klarzukommen.
Alles, was rot ist, besitzt er nicht. Viele Judenröhrer haben auf die Wichtigkeit einer Wanderhose hingewiesen. Leider hat Bernd sowas nicht. Er wird es erstmal ohne hose probieren.

Die erste Tageswanderung -eine ergurgelte/offizielle ~15km Wanderstrecke- ist für nächsten oder übernächsten Sonntag angesetzt. Das ist die längste offizielle Stecke, die Bernd gefunden hat. Findet er zwar recht kurz, aber dann kann er noch ausschlafen und zum Abendessen wieder Zuhause sein.

Derzeit informiert er sich noch über brandenburger Campingplätze. Die sind wohl noch bis November alle aktiv und liegen von der Entfernung her recht nah beieinander. Man könnte also rein theoretisch Berlin einmal zu Fuß umkreisen.

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#4089

>50km-Wanderung auf zwei Tage verteilt
halbier die Strecke, wirst trotzdem noch genug Blasen+Schmerzen haben


>Zecken
1 von 100.000 wird ekelhaft, und davon ein Bruchteil richtig gefährlich. Risiko ist also gering, insbesondere wenn du vor dem Schlafen und nach dem Aufwachen alles entfernst was du findest und die sich nicht tagelang vollsaugen können.
>Wölfe
ungefährlich
>Wildschweine
ungefährlich, wenn man nicht in eine Rotte rennt und das tut man nicht einfach so, bspw. bei Tageslicht müsste man da schon ziemlich tief in die Schonung eindringen UND leise genug sein, dass sie nicht vorher abhauen. Nachts willst du ja wohl nicht weiterwandern, sondern rasten, da lassen sie dich auch in Ruhe.
>Wildzelten
ja
>Mücken
ja
>Desinfektionsmittel
Quatsch, Spucke reicht solange die Wunde nicht 20cm lang ist
>Wanderunfall
wenn du durchs Unterholz oder über wackelige Felsen steigst durchaus, aber auf normalen Wegen nahezu ausgeschlossen
>feuchte Reinigungstücher
Quatsch
>Wäsche waschen
Quatsch. Eine Übernachtung?! Nimm dir ne Ersatzunterhose mit, wenn es denn sein muss.
>Warmes Essen
unnötig
>Wasser alle im Wald
unangenehm, deswegen immer ein paar Liter Trinkwasser mitschleppen, aber das lernt man schnell. Verdursten wirst du in 2 Tagen nicht.
>Funkloch
ja
>und Bernd in Gefahr
nein


Fang einfach klein an und lerne am eigenen Körper was du brauchst und was nicht.
Pro-tip: Klopapier unbedingt mitnehmen, wandern fördert die Verdauung.

amboy00 Avatar
amboy00:#4100

>>4089
Bernd wird auf jeden Fall die Strecke halbieren.
Heute gab es bildrelatierten Testlauf und gleiche Strecke zurück. Gleich am Anfang entdeckte er Kleinferde und erst auf viertel Stecke beschloss er dann wohin er überhaupt möchte. Sein Ziel war der Tegeler Fließ. Er hat insgesamt 2,5h gebraucht, wobei er für den Rückweg keine 40 Minuten gebraucht hat.

Sein Fazit:

Es wäre auf jeden Fall meer drin gewesen, aber er wollte vor Sonnenuntergang zurück zur S-Bahn. Er hatte so 4-5kg Gepäck dabei und mit Bauchgurt hat er sie kaum gespürt. Nächstes mal wird er 8-10kg mitnehmen und früher rausgehen. 5 Stunden auf den Beinchen müssen auf jeden Fall drin sein.

Er hat sich überlegt, ob es nicht schlau wäre einen Kompass mitzunehmen. Heute lief er fast nur gerade aus und bei jeder Abbiegung hat er die Beschilderung fotografiert, aber da waren ganz viele kleine Wege, die er gerne genommen hätte, wenn die Angst sich zu verirren nicht da wäre. Bernd hat eine sehr schlechte Orientierung.

Er wurde trotz Mückenspray an mindestens drei Stellen gestochen, die er mit Sicherheit eingesprüht hat. Nur doof, dass es auch ein Zeckenspray ist und er nun Angst hat doch noch von Zecken gestochen zu werden.

iamgarth Avatar
iamgarth:#4101

>>4100
Zecken stechen nicht.

Zecken krabbeln vor allem da hin, wo es ihnen gefällt, d.h. gerade auf exponierten Stellen die du chemisch behandelst werden die sich ohnehin niemals festbeissen. Ach Bernd.

Nimm doch das Schlaufon im ausgeschalteten Zustand mit, mit GPS/Osmand und wenn du dich verirrst hast du ne Not-Ortung. Aber es ist Deutschland hier, man ist nie weit weg von der Zivilisation.

VinThomas Avatar
VinThomas:#4102

>>4101
Bernd hat an sich keine Angst sich in der Wildnis zu verlaufen und sich wochenlang von Käfer und Würmer ernähren zu müssen, um nicht zu verhungern, aber er hat einen sehr schlechtes Orientierungssinn.
Gestern als er am Tegeler Fließ ankam, lief er kurz den Fließ entlang und fand einen ungekennzeichneten, schmalen und mit Gras bedeckten Weg, von dem er überzeugt war er wäre parallel zu dem gekennzeichneten Weg, wo er herkam. Er beschloss entlang zu laufen und zu seiner Überraschung haben sich die beide Wege nach vielleicht 200-300m geschnitten.
Schlaufon wäre tatsächlich für den Notfall da, aber mit einem Kompass könnte er zwischendurch oder gar bei Zweifel seine Richtung nachkalibrieren, wenn ihm sein Verstand mal wieder Streiche spielt.

horaciobella Avatar
horaciobella:#4103

>>4102
Nachtrag: Bernd ist jetzt beruhigt, was Zecken angeht. Er hat heute Regenjacke und Wanderhose geholt und wird sie wie die Tasche auch mit Insektenschutzmittel imprägnieren.