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Veröffentlicht am 2015-10-17 16:47:57 in /tu/

/tu/ 7197: ZL;NG: Bernd regt sich ein wenig über die Begriffs...

mrzero158 Avatar
mrzero158:#7197

ZL;NG: Bernd regt sich ein wenig über die Begriffswahl aus dem Klebifaden auf, aber nicht sehr. Neuer Faden, um dort nicht von der Partnersuche abzulenken.

>>7195
>Es ist auch für Bernds aus dem Bischrank schwer, jemanden kennenzulernen, weil oft noch ahnungsloser von Homosex als Turingbernds.
Es sind Worte wie "Bi Erfahrung" (selbst wenn es mal jemand der deutschen Grammatik entsprechend schreiben würde) oder hier "Homosex", mit denen man implizit Beziehungen und Geschlechtsverkehr zwischen Männern (woanders analog zwischen Frauen, oder mehr als zwei Personen, oder mit ungewöhnlichen Bindungsarten, oder unter Hinzunahme von BDSM, ...) von "eigentlichen", "echten" Beziehungen und Sex, dann meistens als zwischen einem Mann und einer Frau verstanden, abgrenzt.

Viel sympathischer wäre es, einfach nach Beziehungen zu fragen. Oder nach Sex. Es ist weder schlimm, bisexuell oder pansexuell zu sein, noch ist man damit irgendwie minderwertig gegenüber Leuten, deren Zielgruppe durch ein Geschlecht definiert ist. Meinetwegen ist es auch nicht schlimm, wenn jemand eigentlich heterosexuell ist und sich grundsätzlich im heteronormativen, männlich-hegemoniellen Diskurs wiederfindet, aber aus Notgeilheit heraus trotzdem gern Sex mit einem Mann hätte. (Hierzu gibt es auch abweichende Meinungen.) Man schuldet es aber dem Partner, beziehungsweise denjenigen, die man darauf hin anspricht, das angemessen einzugestehen, ohne dass man denjenigen und den gewollten Akt sprachlich abwertet.

>>7196
>Ich suche jemanden, mit dem man sich einfach normal unterhalten kann, am besten mal einen "Kumpel" da ich nicht so viele habe. Und dann würde ich gerne auch mal bisschen mehr probieren.
Ein Kumpel ist nicht das gleiche, wie eine Versuchsperson. Übrigens ist so ein zweigleisiger Plan grundsätzlich schwierig. Wer lieber zeitnah Sex hätte, wird nach so einer Ansange nicht erst monatelang mit dir Bier trinken. Wer eine Beziehung möchte, findet sich in der "Kumpel+"-Beschreibung auch nicht wieder. Fragen zum Nachdenken: wie viel Erfolg würdest du dir mit so einer Suche bei Frauen ausrechnen? Falls nicht allzu viel: Wieso erwartest du, dass es bei Männern anders ist?
>Muss man sich von Anfang an 100% sicher sein, was einem gefällt?
Nein. Insofern ist es auch völlig in Ordnung, zu sagen, dass du noch nie Sex oder eine Beziehung mit einem Mann hattest und das eine oder das andere gern hättest, ohne dass du im Voraus weißt, ob du es auch durchziehst. Das sollte aber von der Sprache her einfach nicht auf Kosten des Partners passieren.

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thinkleft:#7199

ZL;NG: Bernd, entspann dich! Du bist unter Gleichgesinnten.

>Homosex
meinte in meinem Kommentar den gesamten Themenkomplex. Nicht bloß den Geschlechtsakt zwischen Männern oder sonstigen gleichgeschlechtlichen Partnern. Dass man sich auf Bildbrettern was flapsig ausdrückt, kann vorkommen. Sorry, wenn ich dir auf die Füße getreten bin. Ich wollte damit aber weder deine, noch meine, noch sonstwessen sexuelle, amouröse oder sonstige Präferenz der Partnerwahl herabwürdigen. Ich hoffe, das hilft dir gegen deine Frustration.
Für mich macht die Frage, ob ein potenzieller Partner (für was auch immer) nun weiblich (Option a) oder männlich (Option b) ist, sehr wohl einen Unterschied, denn bei Frauen kann ich inzwischen mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, bei wem ich Chancen habe, wer mir gefällt, und auch was im Bett für beide schön sein mag.
Bei Männern hingegen habe ich keine wirkliche Ahnung, welche Reize ich zur Schau stellen sollte oder wie wie ich flirte. Ich habe auch bislang keinen festen Typus Mann identifiziert, der mir gefällt; ich kann sehr wohl einen Negativkatalog aufstellen, aber eine positive Liste der Reize, die Männer für mich haben, wie ich sie bei Frauen doch hinbekäme, kann ich für Männer nicht aufstellen. Mir fällt nur auf, dass mir manchmal einer gefällt. Ich bin halt komplett unerfahren. Ich weiß auch nicht, wie ich im Bett mit nem Kerl umgehe: Was gefällt mir an ihm, mit ihm, von ihm, was fühlt sich für ihn schon an? (Klar, bei jedem was anderes, aber bei Frauen weiß ich wenigstens, was quasi immer geht und wie man sich weitertastet.) Ich weiß nichtmal, wie sich ein Mann anfühlt. Ich glaube zwar, dass es mir nicht gefallen würde, penetriert zu werden, aber wer weiß: Vielleicht ist es ja am Ende doch ganz großartig, wenn's dann mal passiert.
Ich bin ahnungslos, unerfahren und deutlich unsicherer als im Rahmen heterosexueller Begegnungen welcher Art auch immer.
Das ist für mich aber letztlich nur ein inhaltlicher Unterschied, kein qualitativer.
Die Implikation der Herabwürdigung stammt in diesem Fall tatsächlich allein von dir.
Lies nur eine Zeile weiter in meinem Pfosten:
>Ich (eben so ein SchrankbiBernd) will aber auf keinen Fall irgendwelche menschlichen Objekte, sondern Leute, die ich mag und die sich mit mir/bei denen ich mich wohlfühle/n für meine ersten Erfahrungen.
>Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht "erste Erfahrungen", sondern einfach schöne Erfahrungen. Und Leute, mit denen ich auch sonst was zu tun hab.
Ich dachte, dass das recht klar verständlich machen würde, dass wir auf einer Seite stehen.

>für meine ersten Erfahrungen
ist einfach der Tatsache geschuldet, dass es rein technisch meine ersten Erfahrungen mit Männern wären. Es geht nicht um Schritte auf dem Weg zum Superficker oder sowas.
Die Idee, mit jemandem zu schlafen, bloß um erfahrener darin zu werden, quasi aufzuleveln, finde ich auch absurd. Aber Leute haben die abgedrehtesten Motive für Sex. Wer bin ich, zu urteilen?

LG
Bernd aus >>7195

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sunshinedgirl:#7226

Tollen Faden haste hier fabriziert, OP.
Erst jammern, dann abhauen.