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Veröffentlicht am 2016-03-19 21:24:49 in /vip/

/vip/ 25122: Harro Bernd, Dilemmafrage. Ich dachte mir, für /b/...

syntetyc Avatar
syntetyc:#25122

Harro Bernd, Dilemmafrage. Ich dachte mir, für /b/ zu viel Trollpotential.
Es geht um Mietwohnung vs Wohneigentum, aber nicht im Sinne der schon 9000 Mal gestellten Frage ("was lohnt sich finanziell mehr"), sondern um den Lebensstil an sich.

Ausgangslage: Bernd besitzt eine fertig bezahlte Wohnung, die er vor einigen Zeiten erbte. Der Erstmieter wohnt darin seit 24 Jahren und zahlt 500NG Kaltmiete im Monat. Diese gehen auf mein Konto ein, es gab noch nie Probleme, der Mieter meldet sich nicht und macht alles selbst.

Bernd selbst kommt zwar aus der Gegend, wohnte aber studienbedingt lange Zeit woanders. Zog vor zwei Jahren wieder in die Heimat, schaute mir einige Wohnungen an und entschied mit für eine in quasi direkter Nähe zu "meiner" Wohnung, etwa 1,5 km entfernt. Meinen Mieter wollte ich damals nicht rausschmeißen, da (nach 8 Umzügen in 11 Jahren) mir noch nicht klar war, wie lange ich nun in der Gegend bleibe bleibe, ich die Wohnung von innen nicht kannte und dazu dachte, so eine feste Einkommensquelle ist ja auch nichts schlechtes, immerhin zahlt er immer pünktlich. Ich selbst zahle 475NG Kaltmiete, der Mieter zahlt das also quasi für mich.

Nun kündigte letzte Woche mein Mieter. Er ist so alt, dass er die Treppen nicht meer hochkommt.
Schaute mir daraufhin mit ihm die Wohnung an, und abooow staun, sie ist identisch zu der, in der ich wohne. Gut, nicht 100% identisch, aber die beiden Häuser wurden vom selben Architekten gebaut mit Abstand von zwei Jahren, die Wohnungen sind im selben Stockwerk und etwa gleich groß.

Der Mann hat sich zwar sehr darum gekümmert und erneuerte auf eigene Kosten vor ein paar Jahren alle Türen und Böden, aber Küche und Bad sind noch die Erstausstattung. In meiner Mietwohnung wiederum steht eine brandneue Küche (von mir selbst zu 50% mitbezahlt, weil ich keinen Billigmist wollte) und auch ansonsten macht das Innere einen neueren Eindruck.

Mein erster Gedanke war: Klar, wieder vermieten. Nun schaute ich einige Mietnomadendokus und bin etwas schockiert, was für ein Lottogewinn es wohl ist, dass jemand 24 Jahre an einem Ort wohnt und immer pünktlich seinen Kram bezahlt.
Und seitdem überlege ich: Selbst einziehen?

Ich mag das Haus, in dem ich aktuell wohne. Wir sind sechs Parteien, zwei halten die Fresse, mit den anderen drei verstehe ich mich gut.
Da ich (Faulbernd) nie auf Eigentümerversammlungen war, kenne ich die Menschen in dem anderen Haus nicht, es könnten die üblichen Nörgelnachbarn sein.
Parkplatzsituation, Lage etc. ist kwasi identisch.
Was würde Bernd tun?
Geld und Zeit in die Bude stecken und "ins Eigenheim" ziehen? Oder alles so lassen wie bisher und auf einen zuverlässigen Mieter hoffen?

linux29 Avatar
linux29:#25123

Weniger aufwand bedeutet es, wenn du selbst in deiner Wohnung wohnst, da du keinen finanziellen Vorteil aus einer Vermietung ziehst, ist die Entscheidung wohl klar.

tmstrada Avatar
tmstrada:#25124

Superbravermieter
Nit wechgaanlaate!
Spendier ihm nen Treppenlift, lass dir die Kohle von irgendeinem Fördertopf zurückzahlen! Hilf ihm später ne häusliche Pflege zu organisieren, bis er überhaupt nicht mehr kann! win-win!

linux29 Avatar
linux29:#25125

>>25124
Auch dann steht er früher oder später (je nach Alter, OP?) vor demselben Problem

timgthomas Avatar
timgthomas:#25126

Naja früher oder später wirst du was an dem Ding machen müssen (vonwegen Uraltbad etc) und kannst es nicht einfach bis sonstwann so wie es ist weitervermieten.


Dein Problem bzgl Mitbewohner im anderen Haus könntest du beheben, indem du einfach deinem Opa das Problem schilderst, vor dem du stehst (selbst einziehen oder wieder vermieten) und ihn fragst, wie die Leute da im Haus sind.

Dazu sollte man wissen, dass ein einziger Wichser im Haus reicht, dass es allen mies geht. Das kann dir in jedem Haus passieren, wenn ein neuer Bewohner einzieht.

edobene Avatar
edobene:#25128

Bernd trollt seinen Vermieter der ihm mehr Geld aus der Tasche juden will als eigentlich geht. Dieser Bernd wüsste nicht wieso man sich wegen einer Küche und eines Bades den Krempel mit einem Mieter antäte. Wenn die Wohnung praktisch identisch sind, sieht Bernd eigentlich nur Vorteile darin in die eigene Wohnung zu ziehen.

Mit fast 500€ im Monat kann man eine ganze Menge Maoam kaufen.

Ein gut situierter Bekannter sagte Bernd mal warum er nicht vermietet. Seiner Aussage nach läuft in 90% der Fälle alles glatt, aber die 10% sind der reinste Krebs. Der Bekannte ist Geschäftsführer eines Unternehmens.


Schließe mich hiermit
>>25126
an.

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#25129

>>25122
Ich habe mal eine Frage an Vermieterbernd:
Du, sag mal, muss du die Kaltmiete die du bekommst eigentlich versteuern und wenn ja wie hoch?

chrstnerode Avatar
chrstnerode:#25130

>>25125
Er ist 67 und hat ein Stadtrandbungalow ohne Treppen ergattert. Auszug steht fest.

>>25129
Klar, das ist normaler Teil der Einkommensteuererklärung. Lässt sich anno 20XX auch nicht vermeiden. Stadt weiß übers Grundbuchamt davon und schickt Grundsteuerbescheide, sowas dann unerwähnt zu lassen, geht nicht lange gut.
Zum Glück lassen sich da sehr viele Dinge absetzen und querrechnen, da Haus aus einer Zeit, wo es noch 100% Abschreibungen gab. Mein Steuerberater macht das gut. Versteuere pro Monat etwa 200NG Miete, der Rest bleibt so übrig.

Bernd tendiert also auch eher in Richtung dort einziehen. Ja, je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr ist das auch meine Tendenz.
Werde nächste Woche mal mit ihm reden bzgl der Mitbewohner.

bouyghajden Avatar
bouyghajden:#25131

>>25130
Danke für die schnelle Antwort. Wie hoch ist der Steuersatz genau? 19% werden es ja nun nicht sein? Mich interessiert nur, wieviel ich bei der Miete dem Staat in den Rachen schmeiße. Ist ja üblicherweise bei der Miete anders als sonst, nicht extra ausgewiesen.

grrr_nl Avatar
grrr_nl:#25132

>>25131
Es ist die normale Einkommensteuer, wie gesagt. Wird zum anderen Einkommen dazugerechnet und dann zahlst du, was du eben zahlst.
Wieviel genau, hängt davon ab, wieviel du sonst so verdienst. Ists dein einziges Einkommen, sind die ersten 8kNG steuerfrei. Darüber 20%. Dann immer mehr bis eben 43%, deutsches_einkommensteuergesetz.pdf. Ich verdien schon regulär fast genug für den Spitzensteuersatz, bin mit der Miete bei knapp 41%.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#25133

>>25132
Was zum Fick? Ich hab gedacht, das fällt unter irgendsone Ministeuer wie Mehl und Zucker, Wohnraum ist ja schließlich ein elementares Grundbedürfnis. Im Endeffekt zwingt es jeden Vermieter der rechnen kann dazu, ständig zu expandieren damit er seinen Gewinn kleinrechnen kann. Am anderen Ende steigen die Immobilienpreise und mir als Bauern wird es dadurch schwer gemacht, Eigentum zu erwerben.
Na ja, könnte schlimmer sein. Ich könnte umgeben von geistig Behinderten in Afrika wohnen. Hier hab ich immerhin Strom und Internetz.

likewings Avatar
likewings:#25136

>>25133

Ist auch ein Grund, warum die meisten als Vermieter eher Miese als Gewinn machen, selbst wenn sie alles mögliche verrechnen. Dazu konkurriert man mit wenigen aber großen gewerblichen Vermietern, die weniger Steuer auf Gewinne abdrücken und diverse Mengenrabatte kassieren können, im Gegensatz zu Opa Hans der 1-2 Eigentumswohnungen vermietet.

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#25141

> Bernd tendiert also auch eher in Richtung dort einziehen.
Würde Ich auch machen. Sich nach den Nachbarn zu erkundigen ist vernünftig. So weißt Du was dich erwartet.

emilioiantorno Avatar
emilioiantorno:#25147

Versuche doch die Bude jetzt für 700 NG kalt zu vermieten. Wenn der alte Mieter dort seit 24 Jahren wohnt, dann kannst du bei der Neuvermietung schon ein wenig hinlangen. Du kannst auch Bad und Küche renovieren, das klärst du mit deinem Steuerberater.

a_harris88 Avatar
a_harris88:#25151

>>25147

Dies.

doooon Avatar
doooon:#25152

>>25129
Ja, gans normal wie den anderen Krebs halt auch.
Macht nur keiner, weil wir Vermieterjuden uns solange Arm rechenen bis es was wiedergibt.
Tipp: sämtliche Kassenbelege, die auf Baumarktparkplätzen liegen, einsammeln und als Ausgaben deklarieren. Wenn man im Osten ist kann man gut den zuständigen Beamten schmieren, im Westen keine Erfahrung.

splashing75 Avatar
splashing75:#25154

>>25152
>Tipp: sämtliche Kassenbelege, die auf Baumarktparkplätzen liegen, einsammeln und als Ausgaben deklarieren.

Und auf jedem Kassenbon steht eine andere Kontonummer, von der die Summe abgebucht wurde.
Schon klar Bernd.

>Wenn man im Osten ist kann man gut den zuständigen Beamten schmieren,

Jetzt ist aber wieder gut, Bernd!

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#25155

>>25147
>Wenn der alte Mieter dort seit 24 Jahren wohnt, dann kannst du bei der Neuvermietung schon ein wenig hinlangen

Es schließt ja nicht aus, dass die Miete schon durch Erhöhungen innerhalb der 24 Jahre "angepasst" wurde.

mylesb Avatar
mylesb:#25172

Bernd bewarb sich einmal bei einer WBG für eine Wohnung, sie gaben ihm einen Zettel den seit vorheriger Vermieter ausfüllen musste, ob es Beschwerden gab, Miete bezahlt wurde, etc. Wenn der potentielle Neumieter dir dies zurückreicht, kannst Du ja einfach bei dessen Vorvermieter anrufen und dich erkundigen. Das sollte diverse Risiken stark eingrenzen.

bagawarman Avatar
bagawarman:#25173

>>25172
Bernd hatte für solche Fälle einen Feek-Anschnur-Branchenbucheintrag einer nicht existierenden Hausverwaltung eingerichtet.
Unter der angegebenen Rufnummer (kostenfrei bei Sipgate) ging dann ein entsprechender Anrufbeantworter ran.

Kann ich nur jedem empfehlen, der mit Mietschulden eine neue Unterkunft sucht.

kennyadr Avatar
kennyadr:#25178

>>25154
>Und auf jedem Kassenbon steht eine andere Kontonummer

Wenn bar bezahlt wird steht da garkeine Nummer.

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#25180

>>25178
Echt?

Hast du mal die Kassenbons gezählt, die auf einem Baumarktparkplatz herumliegen?

ovall Avatar
ovall:#25192

Wohnung verkaufen OP.