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Veröffentlicht am 2016-04-20 15:44:41 in /we/

/we/ 52331: Eltern

jajodia_saket Avatar
jajodia_saket:#52331

Das Fühl wenn dein Vater ohne die Mittel der modernen Medizin schon 3-5 mal gestorben wäre.

1996 - Verengung eines Herzgefässes
2002 - Hautkrebs
2003 - Burnout
2014 - Bypass OP
Heute - Akute Arteriosklerose (knapp am Hirnschlag vorbei)

Und der Mann ist noch keine 60 ;_;

Scheisse Bernd, Ich habe Angst, dass es diesmal nicht gut ausgeht.

Wie geht es deinen Eltern, bzw. wie handelst du mit solchen Situationen?

sunshinedgirl Avatar
sunshinedgirl:#52332

>Wie geht es deinen Eltern, bzw. wie handelst du mit solchen Situationen?

Vater hatte 3 Herzinfarkte, Bandscheibenvorfall.

Mutter hat eine Autoimmunerkrankung.

Beide hatten das Rauchen für 5 Jahre aufgegeben.

Jetzt müssen beide jeden Tag Tabletten schlucken.

Bernd hat als junger Erwachsener versucht beide gesunde Ernährung und Sport einzureden. Aber was die Reha nicht schafft, schafft Bernd erst recht nicht. Bernd sieht es mittlerweile so: Es ist ihr Leben, sie sind alt genug um die Konsequenzen abzuschätzen, Bernd kann da gar nichts machen. Entweder lernen Menschen durch ihre Fehler oder nicht.

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#52334

Mutter ist tot, hat Crepes bekommen und ist dran verreckt mit 52
Papa ist starker Raucher, Alki und 61 mittlerweile, und gans gesund.

murrayswift Avatar
murrayswift:#52338

Vater trinkt, Tilidin/Valoron-Abhängig (Bandscheibenvorfälle), fast 70 - Außer ein paar Lungenbeschwerden dank 50 Jahren Rauchen geht ihm ganz gut.

Manchmal wünschte ich mir, mein Vater wäre etwas mobiler. Wartet praktisch nur noch auf den Tod, täglich von 8-22 Uhr auf dem Sofa. Wenn man mal anstoße macht ála "lass mal Spazieren gehen" oder "Mach mal was mit Mutter" wird direkt auf höchstem Level rangiert "DU WEISST ICH HABE SCHMERZEN" - "KOMM MAL IN MEIN ALTER" - "DU BIST IMMER NUR HINTER MIR HER". Er war schon immer ein Heules und wird immer einer bleiben, denn er könnte, wenn er wöllte, hat aber einfach keinen Bock.

>Bernd kann da gar nichts machen. Entweder lernen Menschen durch ihre Fehler oder nicht

Dies

Auch: Wahrscheinlich werden wir alle genauso Altersstarrköpfig :3

stayuber Avatar
stayuber:#52339

Meine Mutter ist ein dauerbesoffener Hooligan und mein Vater hat sich irgendwann nach Spanien abgesetzt, hab ihn seit zehn Jahren oder so nicht mehr gesehen, vielleicht ist er sogar schon tot, er hatte irgend so eine komische Krankheit, bei der einem die Extremitäten langsam abfaulen, weil sie nicht mehr richtig durchblutet werden. Meine Mutter seh ich ab und zu noch mal, zuletzt an Silvester, aber sie ist halt immer besoffen und ständig auf Krawall aus, das kann ziemlich anstrengend sein. Bin eigentlich ganz froh, wenn ich meine Ruhe hab. Bin auch froh, dass ich meinen Vater nicht mehr sehen muss, er war ein seltsamer Tyrann. Beide Eltern völlig verkorkst halt, waren in den wilden 70ern Satanisten und sind bestimmt irgendwie nicht so wirklich auf die Drogen klar gekommen, die sie sich damals reingepfiffen haben. Was soll's, hätte schlimmer kommen können.

karsh Avatar
karsh:#52340

>>52339
>beschreibt worst-case
>hätte schlimmer kommen können

musste schmunzeln
Fühl dich gedrückt :3

carloscrvntsg Avatar
carloscrvntsg:#52350

>>52331
Altbernd und Familien-Nachzügler (Eltern schon ~50 bei Altbernds Geburt, nun >80) hier. Weiss nicht, ob OP etwas mit seiner Sicht anfangen kann. Aber wenn man, wie ich in den letzten Jahren, über längere Zeit alte, teils kranke Menschen begleitet und beobachtet, dann kann man durchaus anfangen, die "Segnungen der modernen Medizin" zu verfluchen. Oder zumindest erheblich zu zweifeln, ob diese unter'm Strich tatsächlich Segnungen sind. Da werden Herzinfarkte verhindert, Krebs erfolgreich behandelt etc. Klar, das ist toll, da freut man sich. Erstmal. Aber wofür? Damit die Behandelten ein bis zwei Jahrzehnte später 5-10 Jahre länger, dabei mental und körperlich massivst verfallend, ein Dasein fristen, bei dem man durchaus in's Zweifeln kommen kann, ob das noch eigenes Leben oder nicht eher nur noch eine sich jahrelang dahinschleppende, entwürdigende, für Betroffene, Angehörige und Pflegekräfte quälende Simulation von Leben ist.

Altbernd selbst zieht für sich aus den Erfahrungen der letzten Jahre jedenfalls den Schluss, dass er nicht älter als 70 werden möchte. Und dass er, wenn ihn mit >60 eine erhebliche Erkrankung erwischen sollte, sehr genau abwägen wird, ob bzw. wie weit gehend er dann zulässt, dass diese therapiert wird.

mattsapii Avatar
mattsapii:#52353

Vater: Keine Ahnung. Wenn er draufgeht werd ich das wohl über Anwalt erfahren und das ich auf seine Schulden aufkomme während die Tochter die er großgezogen hat davonkommt.
Mutter: 50 überschritten. Hat Probleme mit den Knien und kann nichtmehr gut laufen. Hat aber schon mit dem Rauchen aufgehört.