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Veröffentlicht am 2017-01-25 04:26:40 in /we/

/we/ 53641: Harro Bernd, ich kann mich an drei Ereignisse aus mein...

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#53641

Harro Bernd,
ich kann mich an drei Ereignisse aus meiner Kindheit erinnern. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll:
1. Meine Mutter "verlässt" meinen Vater und geht zu ihren Eltern. Ich kenne ihre Gründe nicht. Ich weine und mein Vater tröstet mich. Nach wenigen Tagen kommt sie wieder zurück.
2. Meine Mutter beginnt einen Vollzeitberuf und ist nicht zu Hause. Ich weine und mein Vater tröstet mich.
3. Ich liege im Bett meiner Eltern. Mein Bruder wurde von meinen Eltern als vermisst gemeldet. Die Polizei ist da und nimmt die Aussagen meiner Eltern auf, was ich hören kann. Er ist die ganze Zeit bei Freunden.

Jedes Mal, wenn ich an diese Erinnerungen denke, muss ich weinen und habe die selben Emotionen wie mein früheres Ich.

Wie kann ich diese Erinnerungen verarbeiten?

alexcican Avatar
alexcican:#53644

Warum.jpg

Warum hast du damals geweint, warum weinst du heute?
Welche Emotionen fühlst du denn? Trauer, Furcht, Wut, ..?
Warum kommen diese Emotionen? Oder weißt du es nicht?
Was assozierst du mit diesen Ereignissen? Für mich hören sich diese Erinnerungen nach absolut gängigen und normalen Ereignissen an, die jeder in seiner Kindheit so erlebt hat (erlebt haben könnte). Ohne große Emotionen.

thomweerd Avatar
thomweerd:#53654

Verlassen werden ist schlimm, niemand möchte verlassen werden.

Du bist aber jetzt erwachsen. Es ist natürlich noch immer schlimm, verlassen zu werden, aber du stirbst nicht davon und das weißt du auch. Du kannst es aushalten und du hast auch genügend andere menschen in deinem leben um im Fall des Falles damit mit dem verlassen-werden handeln zu können. Also ist es ok und sicher für dich, deine Vermeidungshaltung aufzugeben. DU bist in Sicherheit.
Deine trauer und dein Weinen sind oke, du darfst dir das gestatten. Vielleicht konntest du es als Kind nicht ausreichend machen und deshalb nicht damit abschließen.
Versuche, das nächste Mal ganz bewußt um deine verlorene Geborgenheit zu weinen, so lange wie du willst/kannst. Weine bis deine Trauer befriedigt ist und du dich wieder stark genug fühlst. Deine Rationalität wird wieder einsetzen und du wirst gestärkt aus dem Weinen herauskommen.