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Veröffentlicht am 2017-11-23 01:49:52 in /we/

/we/ 54157: Ach Berndo. Ich bin müde. Lebensmüde. Nicht ...

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#54157

Ach Berndo.
Ich bin müde. Lebensmüde. Nicht so suizidale Emoscheiße. Ich bin müde vom Leben. Erschöpft. Ich verspüre nicht den Drang mir das Leben zu nehmen, will es nicht und werde es auch nicht tun.
Ich höre jeden Tag die Leute, wie sie sagen, dass man den Moment leben soll, glücklich sein soll und alles was geht mitnehmen soll. Man lebt nur einmal.
Aber ich lebe nicht im jetzt, ich lebe in einer verklärten Vergangenheit. Ich bin nicht glücklich, ich bin gefühlstaub. Ich nehme nicht mit was geht, ich verliere die Jahre, Monate und Tage. Jeder Moment meiner kümmerlichen Existenz ist verschwendetes Leben.
Nicht jedes Leben ist lebenswert. Nicht jeder Mensch birgt eine tolle Person in seinem Inneren.
Ich habe angst vor der Zukunft, weil - egal wie toll ich mir die Zukunft auch ausmale - ich jedes mögliche Szenario nur grau in grau sehe. Selbst mit einer Million auf dem Konto, den schönsten Frauen an meiner Seite, einem bewundernswerten Auftreten: Ich habe Angst, dass sich nichts in meinem Kopf verändert. Dass ich nie die glückliche Person sein werde, die ich gerne wäre.
Ich will raus. Raus aus dieser Stadt, diesen Umständen, diesem Kopf. Es ist so ernüchternd, dass es nur dieses eine Leben gibt und dieses Los, das man gezogen hat, nichts wert ist. Dass es anscheinend nicht besser wird. Dass das Leben nicht auf mich zukommt und dass ich gleichzeitig nicht einfach au das Leben zugehe. Vielleicht könnte ich. Aber seien wir mal realistisch: ich tu es doch eh nicht. Nichts wird sich je ändern, wenn ich nicht selbst anfange und ich fange nicht an, weil ich ich bin. Ich bin selbst dran schuld und es gibt niemanden, den ich dafür verantwortlich machen könnte, außer mich selbst. Was für eine wunderbar ernüchternde Realisation.
Nimm mich an die Hand und ich will mehr. Gib mir eine Chance und ich enttäusche dich. Stell mich über die anderen und ich trete nach unten.

Vielleicht kennst du das. Bestimmt kennst du das. Ich bin keine spezielle Schneeflocke, ich bin wie jeder andere auch. Meine Probleme sind nicht besonders. Oder besonders schlimm. Aber was nutzt mir das? Ich fühle die Gefühle doch trotzdem. Und sie fühlen furchtbar schlecht. Ich bin furchtbar schlecht. In allem.

Bernd, ich brauche keine Hilfe, denn es gibt keine Hilfe. Ich will nur Hallo sagen und unglücklich sein.
Wieso bin ich so?

n1ght_coder Avatar
n1ght_coder:#54158

Kann es sein, dass du deinen Fokus zu sehr auf Äußerlichkeiten legst und es dir sehr wichtig ist, was andere von dir denken? Wieso wäre für dich die bestmöglichste Situation viel Geld, eine hübsche Frau (über die Qualität der Partnerschaft verlierst du kein Wort) und ein bewundernswertes Auftreten? Vielleicht solltest du nicht versuchen dich mit einem gesellschaftlichen Optimum zu vergleichen und so ein minderes Selbstbild zu entwickeln, sondern als erstes dein Selbst akzeptieren. Wenn du dies, zum Beispiel nach einer Reflektion, als nicht gut ansiehst, kannst du versuchen an einzelnen Punkten zu arbeiten. Und wenn dies zur Not die drei genannten Punkte sind, so lässt sich Geld doch durch harte Arbeit verdienen, eine schöne Frau durch Alphatum erlangen und ein gutes Auftreten ist ebenfalls nur Schauspielerei.
zl;ng: Nimm dir eine Auszeit, denk darüber nach, was dir wirklich wichtig ist und versuche, wenn es dir nicht gefällt, eben nicht du selbst zu sein.

fritzronel Avatar
fritzronel:#54222

Ach Berndo.
In der Zwischenzeit ging es mir so viel besser. Aber jetzt bin ich wieder hier und jetzt bin ich auch wieder hier unten. Das wirklich schlimme an diesen Fühls ist doch, dass sie immer wieder kommen. Immer und immer wieder. Egal wie fein sich die Welt anfühlen mag, irgendwann bricht der Boden wieder ein und alles ist so wie davor. Und die Realisation stellt sich ein, dass alles, was einem davor die Hoffnung gegeben hat, dass es besser wird, einfach nur ein kurzweiliger Zustand war. Eine Hoffnung, die einen geblendet hat, die aber schlussendlich doch nicht vor der großen Misere des Lebens bewahren konnte.
Es ist ein ewiger Zyklus und er zermürbt mich mehr als alles in der Welt.

Ich fühle mich aktuell so unsäglich einsam, dass ich am liebsten weinen würde. Niemand ist da, der sich um mich kümmert. Niemand ist da, der einfach ... da ist. Ich würde mir so sehr wünschen, dass es mir einfach dauerhaft ok geht. Nicht noch einmal ein Hoch und dann wieder ein Tief.

artcalvin Avatar
artcalvin:#54225

Sry habs net gelesen. Zu langer text. K bye

degandhi024 Avatar
degandhi024:#54227

>>54225
Das macht nichts.

iamglimy Avatar
iamglimy:#54232

>>54157
>>54222
Erst mal solltest du natürlich medizinische Gründe für deine Niedergeschlagenheit ausschließen lassen. Großes Blutbild, auf Depression checken lassen etc. Kriegst du genügend Licht & Bewegung oder sitzt du nur in geschlossenen Räumen? Wenn letzteres: Tageslichtlampe & Joggen anfangen.

Falls dein Problem weiter besteht:
Du hast ja nicht vor zu grillen.
Also wirst du noch etliche Jahrzehnte am Leben sein. Willst du die wie jetzt verleben? Oder dir nicht lieber überlegen, wie du sie angenehmer, freudvoller gestalten kannst.
Was gut helfen kann:
- 1 Weib
- 1 Ziel, auf das du jeden Tag hinarbeitest. Ich z.B. will 1 Haus bauen und plane fast jeden Tag, wie ich es mal gestalten und einrichten werde.

Auch: Rückschläge und schlechte Tage gibt es nun einmal. Muss man mit leben. Geht auch, wenn man sich klar macht, dass grade eine schlechte Phase ist, aber wieder angenehmere kommen werden.

yigitpinarbasi Avatar
yigitpinarbasi:#54247

>>54232
Ich hätte gerne ein Ziel. Aber mir kommt es immer so vor, als könnten Ziele oder Mädchen mich von meiner Traurigkeit nur ablenken, diese aber nie auflösen. Es schmerzt auch sehr, dass dieses eine Mädchen seit ein paar Wochen immer stärker aus meinem Leben verschwindet und jemand anderem ihre Zuneigung schenkt.
Aber sie ist nicht der Grund für meine Verstimmungen, sie hat mich das letzte Jahr nur davon abgelenkt.
Sport mache ich sogar. In letzter Zeit wieder regelmäßig mit drei Einheiten pro Woche.

Du schreibst, dass es nur schlechte Phasen sind, die wieder vergehen. Aber so empfinde ich es nicht. Für mich sind die neutralen und guten Zeiten nur Phasen, die wieder vergehen.

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#54248

Üüüüber den Wohohoholken scheint die Sonne allezeit.......

areus Avatar
areus:#54254

>>54247
>Aber mir kommt es immer so vor, als könnten Ziele oder Mädchen mich von meiner Traurigkeit nur ablenken, diese aber nie auflösen.

GENAU DAS IST JA DAS ZIEL!
- Wenn ich gerade ne glückliche Phase habe, brauche ich sowas nicht.
- Wenn ich aber 1 schlechte Phase habe, dann kann ich mich an meinen Zielen und auch meinen Ritualen (z.B. Sonntag Mittag aufwändig kochen) aufrichten und fühle mich besser.