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Veröffentlicht am 2018-03-04 20:14:16 in /we/

/we/ 54297: Bernd, du kennst doch vielleicht diesen Spruch "Be...

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aio___:#54297

Bernd, du kennst doch vielleicht diesen Spruch "Be with someone who makes you happy".

Wie funktioniert das? Derzeit bin ich nämlich die nicht-durchgestrichene Version. Seit fünf Jahren, glücklich, nicht glücklich. Wenn ich bei ihr bin, ist alles gut. Sobald ich wieder allein bin, kommen die Zweifel, die Vorwürfe, diese ständige Gefühl des Nicht-Genügens. Ich habe Angst, auf der Arbeit den an mich gestellten Erwartungen nicht gerecht zu werden. Ich würde gerne etwas tun, womit ich mein Dasein rechtfertigen kann, irgendwas heroisches, eine große Tat, ein Leben retten oder sowas. Irgendwas, das mir zeigt, dass ich nicht völlig nutzlos bin. Ich habe diese Gedanken auch nicht immer, oft ist es gut. Aber dann kommen sie wieder, drängen sich auf, unangenehm, wie über die hässliche alte Lehrerin zu fantasieren.
Bernd, wie schaffe ich das, mich selbst zu akzeptieren? Es ist nicht so, dass ich mich nicht mag, ich denke, für mich selber bin ich ein feiner Kerl, aber nach außen hin... Was habe ich jemals für andere getan von Wert? Wie geht das, aufzuwachen ohne so eine Schwere auf der Brust, sich selber im Spiegel betrachten zu können und zu sagen "Du machst das alles gut. Mach weiter so."?

bruno_mart Avatar
bruno_mart:#54299

Bernd hat auch solche Minderwertigkeitskomplexe und ist letztens in einem Anflug von Tatendrang Blutspenden gegangen und hat sich bei der DKMS registriert. Fühlt das besser? Nein.

Anscheinend machst du deine Freundin auch glücklich. Somit hast du zumindest einen Sinn. Bernd hat nicht mal das. Daher mach dir mal nicht so viele Gedanken.

kurafire Avatar
kurafire:#54300

>>54299
>Daher mach dir mal nicht so viele Gedanken.
Genau das versuche ich, genau das rede ich mir ein. "Anderen gehts doch schlechter, deshalb muss es mir gut gehen". Bin auch Spender für alles - Knochenmark, Organe, Blut. Spende sogar Geld für Ärzte ohne Grenzen (weil mich damals ein Süßmödchen auf der Straße angesprochen hat). Fühlt aber in der Tat nicht besser.

enriquemmorgan Avatar
enriquemmorgan:#54301

>>54300
>Spende sogar Geld für Ärzte ohne Grenzen
Das sind linksversiffte Überfremdungsbefürworter. Wenn du nicht selbst auch linksversifft bist: Behalte dein Geld.

Was deine Gedanken anbelangt:
- Positiv daran ist, dass du intelligent bist. Denn Dumme weisen kaum Selbstreflektion und -zweifel auf.
- Wie kommst du darauf, dass du (anderen) deinen "Wert" beweisen musst, um eine Existenzberechtigung zu haben? Du bist. Und jut is.
- Nicht jeder (sehr euphemistisch gesagt) kann ein Superheld sein. Vielleicht ist es sogar schwerer, die Erkenntnis zu akzeptieren, dass das eigene Leben völlig mittelmäßig verlaufen wird.
- Versuche, nicht so viel über das Leben und deine Existenz zu grübeln. Das ist einfach verschwendete Zeit, die du besser für deine Lieblingsaktivitäten nutzen solltest.

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#54302

>>54301
Locker bleiben. Im Gegensatz zu Spastivereinen wie Peta leisten die Leute wenigstens was. Natürlich ist es keine dauerhafte Lösung, Negerkinder aufzupäppeln und ob irgendwelche Musel verrecken ist mir auch egal, aber immerhin verschwinden hier nicht meine Spenden größtenteils irgendwo in der Verwaltung.

Intelligenz ist natürlich was tolles, war ja auch immer meine einzige definierende Eigenschaft. "Ja, Bernd ist richtig gut in der Schule, schreibt nur Einsen". Ich will auch kein Superheld oder sowas sein und anderen beweisen will ich erst recht nichts. Es geht einzig darum, dass ich für mich gut genug sein will. Ich bin Wissenschaftler. Ich arbeite mit dem Grundgedanken, die Menschheit in welcher Weise auch immer voranzubringen. Meine Ergebnisse werden veröffentlicht und ich trage zur Erweiterung unseres Wissens bei. Ein normaler Tischler hat ein wesentlich mittelmäßigeres Leben als ich; dennoch kann der am Ende des Tages auf das, was er getan hat, zurückblicken und weiß, dass er was geschaffen hat. Wenn ich vor zehn Jahren gewusst hätte, wie es heute ist, hätte ich auch was anständiges gelernt. Jetzt ist es dafür aber wirklich zu spät.
Und genau im Moment machen mir auch meine Lieblingsaktivitäten keinen Spaß. Ich hab früher Powerlifting gemacht und Kickboxen. Ich steh total drauf. Trotzdem treibe ich im Moment nur semiregelmäßig Sport. Ich komme einfach in nichts mehr rein und nichts mehr macht mir auch so richtig Spaß. Ich fotografiere gerne, aber weil ich im Moment viel arbeite, komme ich auch nicht an interessanten Motiven vorbei. Ich baue Plastikmodelle, habe letztens einen Sherman gebaut und mit einer Ho 229 angefangen, ein Bell UH-1 und eine Ju 87 hab ich auch noch rumliegen - seit mehreren Wochen nicht mehr angefasst. Derzeit verbringe ich meine Abende damit, Kingdom Come zu zocken. Ist zwar schön, aber ich könnte auch was sinnvolleres machen, wie Mundharmonika lernen. Vorhanden ist alles und ich hatte ja auch schonmal angefangen, aber dann fehlt immer die Muße. Ich hab mir von Star Trek die Bluray-Box gekauft und durch die ersten zwei Staffeln durchgepowert. Hab jetzt auch seit Wochen keine Folge mehr geschaut, obwohl es doch jetzt erst richtig gut wird (obwohl Pulaski weg ist).

Ach Bernd, es führt zu nichts. Ich warte darauf, dass jemand etwas profundes sagt und es bei mir "Klick" macht und ich die Lösung habe. Wahrscheinlich lasse ich das aber gerade selber nicht zu. Lass den Thread einfach sterben.