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Veröffentlicht am 2014-11-08 23:47:23 in /wk/

/wk/ 10977: Hatten die Kreuzritter eigentlich eine Art Versorgungsl...

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teylorfeliz:#10977

Hatten die Kreuzritter eigentlich eine Art Versorgungslinie?

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freddetastic:#10981

Während des ersten Kreuzzugs kam der Nachschub aus Europa übers Meer und aus dem byzantinischen Reich über Land. War aber wohl alles andere als regelmäßig. Wahrscheinlich mussten sie sich meistens im Umland bedienen um nicht zu verhungern. Der Krieg ernährt den Krieg.

arnel_lenteria Avatar
arnel_lenteria:#10997

>>10977
Die Versorgungslinie hieß "Eroberte Dörfer und Städte".
So wie eigentlich in jedem Krieg bis noch in den 2. WK hinein.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#11096

Ja und nein.

Zum einen war es erstmal recht chaotisch, weil Mittelalter (Gott wird's schon richten), zum anderen versorgten Heere sich damals teilweise selbst, sprich durch Plünderung/Schatzung/Brandschatzung. Nicht so umfassend wie antike Heere die im Grunde wandelnde Städte waren, aber dennoch.

Was es im Idealfall und auch nur bei guter Finanzierung gab, war eine Versorgung per Kabotage die Küste entlang, meistens von Messina aus. Sieht man bei Richard's (3.) Kreuzzug ganz gut wie er immer von Küstenstadt zu Küstenstadt springt (die Belagerung von Akkon war da glaube ich da die bekannteste Aktion).

Außerdem gab es später ja die meiste Zeit auch Kreuzfahrerstaaten, die eben Heere versorgen konnten (wenn sie denn wollten).

Aber wie gesagt, viel Chaos, nach heutigen Maßstäben. Oft und gerne ging das Geld mal aus, Schiffe wurden kurzerhand zerpflückt und zu Belagerungsmaschinen verarbeitet, ohne die Besitzer vorher davon zu informieren, und dergleichen mehr.

Nicht umsonst waren die muslimischen Herrscher über alle Maßen erbost ob der Tatsache das so ein Hühnerhaufen jemals im heiligen Land Fuß fassen konnte.