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Veröffentlicht am 2015-08-05 00:14:27 in /wk/

/wk/ 12575: Maverick 88-6 Security mit Pistolengriff

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#12575

Ueli überlegt sich ernsthaft, sich demächst eine Maverick 88 Security Pumnpflinte mit Pistolengriff zu kaufen. Das Teil kostet hier umgerechnet um die 400 Euro, was ein super Preis ist! Ueli hat zwar im Schiesskeller schon besagte Flinte mit Ganzschaft geschossen, leider findet er keine Leih- oder Gebrauchtwaffe mit Pistolengriff um sie zu testen.
Ueli macht sich eben ein wenig Sorgen wegen dem Rückstoss da er wohl kaum die ganze Zeit damit mit Splitterschutzweste schiesst und wollte Youtubevideos suchen, leider findet er dort niemanden der die Waffe mit Pistolengriff schiesst.

Kann jemand liefern oder seinen konstruktiven Senf dazugeben?

areus Avatar
areus:#12576

>>12575

>schon besagte Flinte mit Ganzschaft geschossen

Dann nimm diese ähnlich in die Hand und schieß damit, da wird kein großer Unterschied sein.

>ein wenig Sorgen wegen dem Rückstoss

Das kannst du mit unterschiedlichen Patronen langsam steigern, denn da sind die Unterschiede im Rückstoß beheimatet, die Flinte an sich ist minder wichtig.

>Splitterschutzweste

Bernd versteht nicht, wozu du derlei Ding brauchen solltest. Bleimunition und keine harten Ziele anvisieren, dann kombt auch kein Schrotkorn zurück, wenn du dir deshalb Sorgen machst.

wtrsld Avatar
wtrsld:#12577

>>12575
https://www.youtube.com/watch?v=ykfeQ6k22TU
Hier Bernd.

Und um deine Frage zu beantworten: Ist ne Schnappsidee. Keine Rückstoßkontrolle, keine Präzision (weil Form leidet), der ganze Vorteil ist die kürzere Länge. Eine Flinte ist aber so oder so ewig lang, wenn ein paar Patronen reinpassen sollen. Kauf dir das Ding mit Schaft, wenn du eine Flinte willst, und eine kurz-AK mit Klappschaft wenn du was Kurzes willst.

jqueryalmeida Avatar
jqueryalmeida:#12579

>>12576
>Bernd versteht nicht, wozu du derlei Ding brauchen solltest.
Eine Schpliterschutzweste mit Keramikplatte halt, um die Flinte daran anzudrücken so das der Rückstoss kontrollierterbar wird.

>Dann nimm diese ähnlich in die Hand und schieß damit
Perfekt! Ueli denkt manchmal viel zu weit. Danke.

pjnes Avatar
pjnes:#12580

>>12579

>Rückstoss kontrollierterbar wird

Achso, dafür willst du sie.
Gibt dafür eigene Schulterpolster, da brauchst du keine Splitterschutzweste.
Der Rückstoß von Flinten ist durch die richtige Technik und etwas Übung auch ohne solche Hilfsmittel leicht kontrollierbar. Im Gegensatz zu einer Büchse oder einem starken Luftgewehr(!) die einen schnellen Stoß nach hinten ausführen, ist der nach hinten geleitete Impuls verhältnismäßig schwach und langsam, dafür reißt es die Flinte aber stark nach oben. Das verursacht bei falscher Handhabung die Schmerzen an der Schulter, da der Schaft nach unten fährt. Auch wird vielfach ein Büchsengriff auf die Flinte angewendet, was zur Unkontrollierbarkeit selbiger führt. Eine Büchse sollte man ja so locker wie möglich halten, um präziser zu schießen, während dies bei einer Flinte ein kapitaler Fehler ist, der sich als schmerzende Schulter bemerkbar macht. Der Griff am Vorderschaft der Flinte muß so fest sein, als wollteste du jemand erwürgen, bereit den Impuls nach oben aufzunehmen. Die Abzugshand drückt den Schaft mit aller Kraft gegen eine weiche Stelle, notfalls den Bizeps, während nur der Zeigefinger entspannt bleibt. Dies braucht ein wenig Übung, aber wenn es richtig angewandt wird, brauchst du dir wegen dem Rückstoß keine Gedanken meer zu machen.

In deinem Fall müßte die Abzugshand den Griff fest umschließen und den Impuls nach unten auffangen. Handgelenk muß gerade bleiben, also anspannen bis zum Ellbogen, was natürlich die Entspannung des Zeigefingers deutlich schwieriger gestaltet. Bernd denkt auch, daß es eben diese unangenehme Schußposition ist, die gegen Pistolengriffen an Flinten sprechen.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#12588

>>12580
Anfängerbernd hier.

Könnntest du mir erklären warum man Flinten und Büchsen so unterschiedlich schiessen muss?
Also was führt zu dem so anderen Rückstossverhalten?

buleswapnil Avatar
buleswapnil:#12590

>>12588

>Also was führt zu dem so anderen Rückstossverhalten?

Es sind zwei unterschiedliche Arten von Waffen. Die Flintenmunition ist langsam und massereich, das führt dazu, daß der Rückstoß der gegen die Waffe(träge) wirkt nach oben gelenkt wird, während die Büchsenmunition verhältnismäßig schnell und leicht ist und dieser Impuls nach oben nicht auftritt, da das Projektil den Lauf schneller verläßt. Auch ist eine Flinte anders ausbalanciert, sie ist schaftlastiger, was den Effekt noch verstärkt.

stevenfabre Avatar
stevenfabre:#12591

>>12590
Warum sägst Du denn in einem Schrotflintenfaden rum?

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#12593

>>12591

>Warum sägst Du

Säge ist ja kein Daumen nach unten, auch wenn man das heutzutage so sehen will.
Bernd hat die Säge aus Gewohnheit in Betrieb, da es sich ohnehin meist um ein Seitenthema handelt, auf das Bernd sich bezieht. In diesem Faden hier, wäre sie bis jetzt nicht notwendig gewesen, das stimmt wohl. Natürlich ist es auch lächerlich auf einem eher langsamen Brett strikt nach al terSchule vorzugehen, aber wenn man seine Gewohnheiten ändern könnte, wäre man wahrscheinlich nicht Bernd. Kann man nichts machen.

Das ist jetzt aber ein Seitenthema

kreativosweb Avatar
kreativosweb:#12594

>Die Flintenmunition ist langsam und massereich, das führt dazu, daß der Rückstoß der gegen die Waffe(träge) wirkt nach oben gelenkt wird, während die Büchsenmunition verhältnismäßig schnell und leicht ist und dieser Impuls nach oben nicht auftritt

Durfte nie damit "spielen", aber sag mal, für den Impuls ist doch nur das Produkt aus Masse und Geschwindigkeit entscheidend? Außerdem, wo soll eine Vertikalkomponente herkommen?
Passiert dies vielleicht über Drehimpuls und diese Züge im Lauf (so daß es eigentlich um Drehimpuls geht)?

shoaib253 Avatar
shoaib253:#12596

>>12594
Schrotflinten haben in der Regel eine leicht ovale Innenlaufform. Es gibt auch gezogene .12 Läufe, aber sonderlich verbreitet sind sie nicht.
Das Flinten so enorm bocken liegt meiner Meinung nach, an der Menge des Pulvers das sich in den Patronen befindet. Du hast ähnliche Effekte auch bei großen Revolvern.

mauriolg Avatar
mauriolg:#12597

>>12594

Flinten haben meistens keine Züge, deshalb auch kein Drehimpuls, wenn vorhanden verstärkt dies den Effekt. Sieht man wenn man Flintenlaufgeschoße, die gebaut sind um sich zu drehen, schießt, da ist das Bocken trotz gleicher Masse höher.
Der Impuls nach oben, wird durch die ausströmenden Gase bewirkt, die durch den hohen Durchmesser des Laufes und eben die langsame Geschwindigkeit meer Druck aufbauen, der sich dann vor der Mündung wolkenförmig ausbreitet. Die Balance der Waffe lenkt die Bewegung nach oben. Büchsen sind schnell bei schmalem Durchmesser, die Gase entweichen eher in einer Gerade nach vorne.

>>12596

Stimmt auch und trägt ebenfalls dazu bei.

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#12601

>>12597
Wo Du gerade hier bist:

Ich denke gerade an irgendeine Panzerfaust. Die ist rückstoßfrei. Warum wird ein ähnliches Prinzip nicht auf Handfeuerwaffen angewendet? Würden die Felder/Züge das Rückstoßverhalten so signifikant beeinflussen dass es sich gar nicht erst lohnt darüber nachzudenken?
Es geht mir jetzt gerade nicht darum wie man es technisch umsetzen kann, oder ob es nicht herrlich wäre eine .357er oder .50er Feuerwaffe anzufertigen, mit der man halbautomatisch schießen könnte, weil eine Patrone viel weniger wiegt als eine Panzerabwehrgranate.
Es geht mir vielmehr darum ob es vom Prinzip her rückstoßfrei funktionieren würde.

Kontributiere bitte.

naupintos Avatar
naupintos:#12602

>>12601
Bernd stellt sich jetzt vor, wie Hochsitze und Ansitzstände aussähen, wenn Jagdwaffen einen rückwärtsgerichteten Flammenstrahl hätten.
Ganz zu schweigen von den vielen Unfällen beim Tontaubenschiessen.
Bild unrelatiert.

husamyousf Avatar
husamyousf:#12603

>>12601
https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrojet
Die sind nicht ganz Rückstoßfrei, haben dafür keinen Backblast.
Hat sich aber herausgestellt, dass die Präzision nicht so besonders ist. Außerdem ist die Energieeffizienz von den Mini-Raketen eher gering, weshalb die Geschosse ziemlich langsam waren. Dazu erreichen sie ihre volle Geschwindigkeit erst nach 20m, was bei einer Pistole... naja.

Bernd könnte sich eine moderne Ausführung als eine Art Maschinenpistole vorstellen, die vollautomatisch noch kontrollierbar ist und die Dinger in Höchstgeschwindigkeit aus einem großen Magazin (Trommel oder so) rausrotzt.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#12604

>>12601

>Panzerfaust

Die Panzerfaust ist eine schultergestützte Rakete, der Antrieb ist im Projektil verbaut. Der Schütze hat somit keinen Kontakt zum Rückstoßstrahl, da die Gase sich an der Luft abstoßen sozusagen.
Eine Schußwaffe treibt das antriebslose Projektil aus einer hinten geschlossenen Kammer, der Rückstoß wird direkt auf den Schützen übertragen.
Ein selbstangetriebenes Geschoß aus einer Langwaffe wäre einfach zu groß um Sinn zu ergeben. In der Größe, die für Schußwaffen gebraucht würden, würden sie nicht weit genug fliegen und umgekehrt.

andrewofficer Avatar
andrewofficer:#12605

>>12601
http://www.whq-forum.de/cms/246.0.html

Warum hat sich eigentlich die RMK 30 nicht durchgesetzt?

i_ganin Avatar
i_ganin:#12606

>>12605

>200KJ


Deutschland, fick ja!

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#12613

>>12605

Weil teuer, komblidsiert, und Timingprobleme der beiden Rückstossimpulse*.

*Der Impuls der Gasdüse wirkte etwas früher auf die Waffe als der des Geschosses, was zu über 9000 Vibrationen mit sehr hoher Intensität, aber geringer zurückgelegter Strecke führte. Auf gepanzerten Fahrzeugen noch zu verkraften, auf Panzerabwehrhubschraubern sehr ungut.

chatyrko Avatar
chatyrko:#12616

>>12601
Eine Panzerfaust ist ja eine Rakete, also ein ganz anderes Prinzip als ein Gewehr, das Beispiel passt also nicht ganz.

Was es aber gibt sind Rückstossfreie Geschütze, die haben aber ihre Nachteile. Zum einen: Man braucht eine grössere Treibladung. Einen Teil um das Geschoss nach vor zu bewegen, den anderen Teil um den Rückstoss zu Kompensieren.
Das andere Problem: Entweder hat man dennoch einen Gefahrenbereich durch die Gase die den Rückstoss kompensieren (ähnlich wie bei der Panzerfaust) oder eine schwere Mechanik die ihn auffängt. Beides in Handwaffen eher unerwünscht.