Krautkanal.com

Veröffentlicht am 2016-02-04 10:02:10 in /wk/

/wk/ 13975: Wenn man in der Geschichte zurückblickt, dann wird...

canapud Avatar
canapud:#13975

Wenn man in der Geschichte zurückblickt, dann wird man feststellen, dass z.B. 1933 ein sehr markantes Jahr war, an dem sich sehr viel verändert hat. Rückblickend kann man einfach sagen: "Die Juden hätten sich damals mal lieber aus dem Staub gemacht."

2015 und 2016 ist ein genauso markantes Jahr, doch was sind die Schlussfolgerungen daraus?
- Ich bin in einem halben Jahr mit meinem Master fertig. Soll ich meinen Doktor lieber im Ausland machen?
- Jetzt lieber noch der Bundeswehrreserve beitreten, damit man im kommenden Bürgerkrieg vielleicht noch einen Platz im Stab ergattern kann?
- Noch schnell Jagdschein machen und mit Waffen eindecken?
- Gold und Wertsachen kaufen?

Was Bernd? Was?

madebyvadim Avatar
madebyvadim:#13976

>>13975
Falsches Brett, Bahnhofsklatscher.

lanceguyatt Avatar
lanceguyatt:#13977

> Bürgerkrieg Stab
101

bnquoctoan Avatar
bnquoctoan:#13978

>>13975
Mach den JS, die Ausbildung mag teuer sein, ist ihr Geld aber Wert (nicht nur der Waffen wegen)
> >>13857
Was das abhauen angeht - mach keine halben Sachen. Ein gut abgesichertes Leben hier ist bei entsprechender Vorbereitung, trotz aller Einschränkungen, immernoch besser, als irgendein kopfloses Abenteuer in eines der Prepper-Traumländer. Die Antwort auf deine Fragen kommt auch immer drauf an was du als wahrscheinlichstes Krisenszenario ansiehst und was du "mitbringst" (elterlicher Aussiedlerhof im bay. Wald vs. Mietrwohnung 5. Stock in München-Feldmoching). Welches Studienfach hastn, irgendwas in der Praxis nützliches? (Bitte sag jetzt nicht Kommunikationswissenschaften.)

ggavrilo Avatar
ggavrilo:#13980

Jagdschein schadet nie.
Den Doktor im Ausland zu machen schadet generell ja auch nicht. Ob du dann dort bleibst oder wieder heim ins Reich kommst siehst du dann ja.

kennyadr Avatar
kennyadr:#13982

- Für Jagdschein muss ich leider noch 3 Jahre warten. Wurde mal mit Marihuana erwischt.

- Studiere Agrarwissenschaften. Gibt genug Länder die sich nach mir reißen würden. Vor allem in Russland, aber ich kann nunmal kein russisch.

- Eigentlich komme ich auch ausm Kleindorf im Hinterland, aber was will ich denn da, wenn außenrum das Kalifat Deutschland gegründet wird? Lieber rechtzeitig seine Sachen packen und woanders einen neuen Hof gründen.

maiklam Avatar
maiklam:#13984

> Eigentlich komme ich auch ausm Kleindorf im Hinterland, aber was will ich denn da, wenn außenrum das Kalifat Deutschland gegründet wird?

KÄMPFEN und nicht klagen.

grafxiq Avatar
grafxiq:#13990

>>13984
>KÄMPFEN und nicht klagen.
Jaja, mach mal.

>>13982
>Für Jagdschein muss ich leider noch 3 Jahre warten. Wurde mal mit Marihuana erwischt.
Immer der elende BTM-Mist, bin ich froh, dass ich so ein Spießer bin und nur Bier sauf. Lass den Quatsch in Zukunft, das kostet nur Geld. Wenn dir der Schein wegen irgendwas jagd-/waffenrechtlichem genommen wird, kannst dir nach Verjährung einfach einen neuen holen, wenns was mit Sucht zu tun hat, macht man dir es schwerer..

>Studiere Agrarwissenschaften. Gibt genug Länder die sich nach mir reißen würden. Vor allem in Russland, aber ich kann nunmal kein russisch.
Gut. Aber selbst wenn du Russisch könntest, wäre Russland eine grottige Wahl (siehe die ersten vier Punkte der folgenden Auflistung).

Man sollte da immer das Gesamtbild des Ziellands im Kopf haben:
>Grundrechtsschutz
>Rechtsstaatlichkeit, Justiz und Bürokratie (Verfahrenabläufe und Effizienz),
>Demokratie und Mitbestimmungsmöglichkeiten,
>Marktwirtschaft und Schutz von Privateigentum,
>gesamtgesellschaftlicher Wohlstand und sozialstaatliche Aspekte,
>Sprache (Englisch ist immer von Vorteil),
>gesellschaftlicher Zusammenhalt/Patriotismus/wie auch immer (wird imho gerne unterschätzt, beugt sozialen Spannungen vor),
>kultureller Hintergrund und Religion (nach Möglichkeit europäisch-abendländisch, dann fällt die Anpassung leicht),
>Jobangebot (kommt freilich sehr auf den Einzelfall an),
>Umweltbedingungen (Klima, Naturkatastrophen),
>Bevölkerungsituation (Dichte, Altersstruktur), u.ä.

Je nach persönlicher Gewichtung schwankt das Ergebnis freilich, aber Länder wie
Kanada, Neuseeland, Australien, Finnland,
auch die Schweiz, Island, Alaska, Neuengland (auf "die USA" verallgemeinern würde ich nicht),
evtl. Argentinien (für dich als Agrarmann wegen der Viehhaltung vlt.?), Chile, u.ä.
dürften bei den meisten die beste Option sein. Wenn man (als Bayer) heimatnah bleiben will und trotzdem politisch-gesellschaftliche Verbesserung bietet sich Österreich an, m.M.n. inzwischen das bessere, überlebensfähigere Deutschland (ob das so bleibt, mal schauen).

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#13991

>>13975
>Wenn man in der Geschichte zurückblickt, dann wird man feststellen, dass z.B. 1933 ein sehr markantes Jahr war, an dem sich sehr viel verändert hat. Rückblickend kann man einfach sagen: "Die Juden hätten sich damals mal lieber aus dem Staub gemacht."
>2015 und 2016 ist ein genauso markantes Jahr, doch was sind die Schlussfolgerungen daraus?

Bernd, ich möchte mal was allgemeineres dazu sagen. Deine spezifischen Fragen hat >>13990 schon sehr gut beantwortet.

Letztens hat auf /b/ jemand ein Bild pfostiert, mit verschiedenen Tagesschau Schlagzeilen aus den Neunziger Jahren, die genauso gut auch von heute hätten sein können. Und es stimmt auch, die Parallelen sind da. Damals ist vieles ähnlich abgelaufen. Massen an Flüchtlingen, die Stimmung war ähnlich aufgeheizt, Flüchtlingsheime brannten lichterloh, Rechtspopulisten und deren Parteien waren enorm im Aufwind, die Zeitungen voll mit "Einzelfällen", es wurde von manchen schon ein "Bürgerkrieg herbei fantasiert und so weiter. Zudem war der Ostblock gerade zusammen gebrochen, die Wiedervereinigung war auch nicht lange her, von "Blühenden Landschaften" war noch nichts zu sehen und die RAF hat in ihrer Verzweiflung Anschläge verübt um nicht in der Versenkung zu verschwinden.

Trotzdem war das Alles rückblickend deutlich weniger drastisch als es sich damals angefühlt hat und es war schon gar nicht eine Zeit "wo man sich lieber aus dem Staub gemacht hätte". OP will ich das gar nicht zum Vorwurf machen, er hat die Zeit damals ja auch wahrscheinlich gar nicht richtig wahrgenommen. Aber das, was gerade alles vonstatten geht mit dem Jahr 1933 zu vergleichen ist lächerlich, genauso wie die Befürchtung es würde hier zu einem "Bürgerkrieg" kommen. Man sollte sich nicht die ganze Zeit so kirre machen lassen.

ggavrilo Avatar
ggavrilo:#14000

Bilder relatieren zum Inhalt von diesem Post: >>13990

kennyadr Avatar
kennyadr:#14001

>>13991
>Trotzdem war das Alles rückblickend deutlich weniger drastisch als es sich damals angefühlt hat und es war schon gar nicht eine Zeit "wo man sich lieber aus dem Staub gemacht hätte". [...] das, was gerade alles vonstatten geht mit dem Jahr 1933 zu vergleichen ist lächerlich, genauso wie die Befürchtung es würde hier zu einem "Bürgerkrieg" kommen. Man sollte sich nicht die ganze Zeit so kirre machen lassen.
Finde Stimmen die zur ruhigen Diskussion rufen prinzipiell gut (der '33-Vergleich ist überspitzt, da bin ich durchaus bei dir), aber es gibt eben ein paar fundamentale Unterschiede, die einige, OP und mich (der bin ich >>13978 >>13990 ) eingeschlossen, nachdenklich stimmen.
Mal ein paar Zahl um zu verdeutlichen welches potenzielle "Flüchtlingsreservoir" vorliegt im Vergleich Anfang der Neunziger und heute

Bevölkerung Anfang der 90er Jahre
---------------------------------
Jugoslawien 25 Mio. (von denen nur ein Bruchteil geflohen und hier geblieben ist)

- dazu einige hunderttausend Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge die aus der UdSSR nach D kamen

Bevölkerung (heute) einiger beispielhafter Länder
mit hohen Asylchancen
---------------------
Irak 33 Mio.
Syrien 22 Mio.
Lybien 6 Mio.
Somalia 10 Mio.
_______________________
Summe 71 Mio.

Länder wie Pakistan 182 Mio., Algerien 40 Mio., Marokko 33 Mio., Afghanistan 30 Mio. habe ich jetzt mal außen vor gelassen, auch wenn viele von dort auch weg wollen.

Zudem ist zu beachten, dass wir es, trotz aller sozialen Differenzen, mit Europäern zu tun hatten, heute sind nicht nur die Zahlen höher sondern auch die Qualität der Flüchtlinge ist eine andere, weit über die Hälfte kommt schon schon aus den oben genannten Ländern 3. Welt Ländern, das stellt völlig andere Anfordungen an die Einbindung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt.

Ich sage nicht das die alle kommen, der springende Punkt ist aber: Wir hätten bereits ein Problem wenn nur (!) jeder 5. oder jeder 10. aus den vier Ländern oben zu uns käme (also 7 bis 15 Mio.).

Um das Problem mal auf den Punkt zu bringen, ein Interview mit
> Prof. Gunnar Heinsohn im Schweizer Fernsehen (10/2015):
> https://youtu.be/6Fp3EiGKS-M?t=18
Selbst wenn man Heinsohn für einen Schwarzmaler hält und die Zahlen sehr zurückhaltend interpretiert sind das immer noch dutzende Millionen (wenn nicht mehr), die kommen wollen und werden, wenn man sie nicht in geeigneter Weise davon abhält.

Solange für diese Wanderungsbewegung keine akzteptable Lösung in Sicht ist, braucht sich die Politik nicht wundern (Stichwort Talentschwund), wenn die flexiblen, jungen Akademiker, wie zB der OP, sich umsehen, ob es nicht sinnvoller ist sich sein Leben in Ländern aufzubauen die einen tragfähiges Konzept im Umgang mit Flüchtlingen haben (Kanada und Australien finde ich hier vorbildhaft).

Bilder relatieren - Bernd ist fasziniert vom eklataten Kontrast zwischen AUS und GER im Umgang mit Illegalen, man stelle sich vor jemand würde hier solche Plakate aufhängen, die Reaktion der politischen Linken hatten schon beinahe etwas komödiantisches: https://www.youtube.com/watch?v=i_wH5OXWTP4

polarity Avatar
polarity:#14002

>>13975
>Die Juden hätten sich damals mal lieber aus dem Staub gemacht."

Kauf dir ein Geschichtsbuch.
Die Juden konnten sich nicht so einfach aus dem Staub machen.
Warum? Visa für die USA oder England gab es vor allem für Reiche und Kulturschaffende. Nach Polen wollte keiner und 1938 hat Polen alle Pässe von Auslandspolen für ungültig erklärt, die nicht innerhalb einer sehr kurz gefassten Frist in Polen bei den Einwohnermeldeämtern bestätigt wurden.
Suche: Polenaktion. Zehntausende Polen blieben im Niemandsland zwischen Reich und Polen hängen, weil niedliches Polen die Grenze dicht machte.

Die Grenze zur Udssr war bis 1941 offen, eine Auswanderung Richtung Aisen, China oder Udssr war möglich, aber damit dass das Reich die Inlandsjuden als Geisel für den Terrorluftkrieg der Roosevelts und Lindemanns nimmt, haben wohl die wenigsten gerechnet. Im Juli 1941 blieben nur Spanien via Frankreich, Schweden oder die Schweiz als Fluchtland. Und hier wieder: Kontingente und Visa.

Die Lehre daraus?. Den Murricans in den Pöter kriechen, wenn dir danach zumute ist, je früher je besser.

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#14009

>>14001
Ich würde gerne zu allererst dein erstes Bild korrigieren, die prognostizierten 800.000 Flüchtlinge sind nicht gekommen. Stattdessen bewegten sich die Flüchtlingszahlen 2015, wenn auch geringfügig höher, in etwa auf dem Niveau der Jugoslawienkriege 1992 :

https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/statistik-anlage-teil-4-aktuelle-zahlen-zu-asyl.pdf?__blob=publicationFile

Deine Auflistung will ich auch nicht relativieren, die Länder in den en es derzeit brennt sind bevölkerungsreich. Aber vielleicht noch zwei kleine Anmerkungen

>Jugoslawien 25 Mio. (von denen nur ein Bruchteil geflohen und hier geblieben ist)
Die stark geschwundene Anzahl der Flüchtlinge aus Jugoslawien nach 1992, lag meines Erachtens weniger an einer Änderung der Fluchtfaktoren dort (die wurden eher noch schlimmer ich denke da an die ganzen "ethnischen Säuberungen"), sondern an der drastischen Verschärfung des Asylrechts damals unter Kohl.

Überhaupt, ich stelle mal die These auf, dass dieses "Asylchaos" heute auch eine Spätfolge der Entwicklungen in den Neunzigern ist, wäre dieses Thema nicht so unbeliebt bei Politik und Wählern und der Tenor nicht so pauschal auf Verschärfung und Begrenzung, so hätten wir heute einerseits ein nach Qualifikationen ausgerichtetes Einwanderungssystem und andererseits ein deutlich realitätsnäheres und brauchbareres Asylrecht.

>Somalia 10 Mio.
Somalia war Anfang der Neunziger ähnlich brisant, Siad Barre würde 1991 gestürzt nach langjährigem Bürgerkrieg und seitdem hat sich die Lage erst in den letzten Jahren etwas gebessert.


>Zudem ist zu beachten, dass wir es, trotz aller sozialen Differenzen, mit Europäern zu tun hatten, heute sind nicht nur die Zahlen höher sondern auch die Qualität der Flüchtlinge ist eine andere, weit über die Hälfte kommt schon schon aus den oben genannten Ländern 3. Welt Ländern, das stellt völlig andere Anfordungen an die Einbindung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt.

Hm, das hier ein bisschen das was ich in meinem Ursprungspfosten meinte. Damals habe ich gleichen Aussagen und Argumente in Bezug auf Jugoslawen gehört. Von wegen die hätten keine Qualifikationen für den Arbeitsmarkt, die könnten aufgrund ihrer Kultur nicht integrieren, die wären asozial und kriminell oder viele sprachen auch ganz einfach von den "scheiß Jugos". Heute haben das viele irgendwie vergessen bzw. betrachten die Menschen die damals flüchteten viel sachlicher und unemotionaler.

> Bernd ist fasziniert vom eklataten Kontrast zwischen AUS und GER im Umgang mit Illegalen, man stelle sich vor jemand würde hier solche Plakate aufhängen, die Reaktion der politischen Linken hatten schon beinahe etwas komödiantisches:

Meines Wissens nach wird doch von den deutschen Behörden entsprechende Anzeigen in den Medien der Herkunftsländer (hauptsächlich der Balkanländer) geschaltet die auf die Sinnlosigkeit eines Asylantrages aus Deutschland hinweist.

nateschulte Avatar
nateschulte:#14010

> Meines Wissens nach wird doch von den deutschen Behörden entsprechende Anzeigen in den Medien der Herkunftsländer (hauptsächlich der Balkanländer) geschaltet die auf die Sinnlosigkeit eines Asylantrages aus Deutschland hinweist.

Auch in Afghanistan.
Im Boot zurückgeschickt oder auf einer Insel interniert wird aber keiner durch die GmbH das ist der Knackpunkt.

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#14011

>>14009
>Ich würde gerne zu allererst dein erstes Bild korrigieren, die prognostizierten 800.000 Flüchtlinge sind nicht gekommen. Stattdessen bewegten sich die Flüchtlingszahlen 2015, wenn auch geringfügig höher, in etwa auf dem Niveau der Jugoslawienkriege 1992
Gekommen sind die sehr wohl, sogar deutlich mehr, über eine Million 2015 (Quelle ebensfalls BAMF http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/01/asylantraege-dezember-2015.html ). Die Fehlmenge ergibt sich aus denen, die sich nicht registrieren ließen bzw. Asylantrag stellten.

>[...] wäre dieses Thema nicht so unbeliebt bei Politik und Wählern und der Tenor nicht so pauschal auf Verschärfung und Begrenzung, so hätten wir heute einerseits ein nach Qualifikationen ausgerichtetes Einwanderungssystem und andererseits ein deutlich realitätsnäheres und brauchbareres Asylrecht.
Die Union konnte sich nicht aufraffen´qualifizierte Einwanderung zu erleichtern und die andere Seite des Bundestags hielt (und hält weiterhin) in weiten Teilen an ihrem Konstrukt vom unbegrenzten Asylrecht fest. Durch Kompetenz und langfristiges Denken hat sich keiner ausgezeichnet.

>Somalia war Anfang der Neunziger ähnlich brisant, Siad Barre würde 1991 gestürzt nach langjährigem Bürgerkrieg und seitdem hat sich die Lage erst in den letzten Jahren etwas gebessert.
Dito, mit Somaliland ist ja de-facto ein neues Land entstanden, relativ friedlich und demokratisch noch dazu. Rest-Somalia bleibt aber ein failed state und Unruheherd.

>Damals habe ich gleichen Aussagen und Argumente in Bezug auf Jugoslawen gehört. Von wegen die hätten keine Qualifikationen für den Arbeitsmarkt, die könnten aufgrund ihrer Kultur nicht integrieren, die wären asozial und kriminell oder viele sprachen auch ganz einfach von den "scheiß Jugos". Heute haben das viele irgendwie vergessen bzw. betrachten die Menschen die damals flüchteten viel sachlicher und unemotionaler.
Nur entkräften - im Nachhinein - erfreulicherweise zum Teil ungerechtfertigte Befürchtungen in der Vergangenheit, nicht begründete Einwände gegen das heutige Vorgehen ohne jegliche Art Plan oder ernsthafter Kontrolle. Wer Menschen einläd, läd auch immer ihre Meinungen mit ein, das gehört untrennbar zusammen (und Integration braucht seine Zeit). Wer nun ebendiese Zuwanderung vollkommen ungefiltert mit Menschen aus Dritte Welt Ländern betreibt, der muss auch damit rechnen vor Ort zunehmend mit Überzeugungen, Verhaltensweisen und Zuständen der Dritten Welt konfrontiert zu werden. Diese einfache Erkenntnis scheint vielen vollkommen zu fehlen bzw. unbegreiflich zu sein.

>Bernd ist fasziniert vom eklataten Kontrast zwischen AUS und GER im Umgang mit Illegalen, man stelle sich vor jemand würde hier solche Plakate aufhängen, die Reaktion der politischen Linken hatten schon beinahe etwas komödiantisches:
>Meines Wissens nach wird doch von den deutschen Behörden entsprechende Anzeigen in den Medien der Herkunftsländer (hauptsächlich der Balkanländer) geschaltet die auf die Sinnlosigkeit eines Asylantrages aus Deutschland hinweist.
Gibt es wie >>14010 schon sagt auch in Afghanistan, nur stehen auf allen mir bekannten dt. Plakaten bestenfalls Tipps wie "Sie verlassen Afghanistan? Sind Sie sicher?" (). Sowas ist gänzlich nutzlos wenn der Mensch, der vor dem Plakat steht, auf facebook eindrucksvolle Bilder von Bekannten sieht, die unbehelligt ins verheißungsvolle Europa kamen.

Was AUS macht ist etwas völlig anderes, dort wird eine klare politische Linie gefahren (Keine illegale Einreise.) und unschöne Bilder von abgedrängten Flüchtlingsbooten werden in Kauf genommen, allerdings auch mit der positiven Konsequenz, dass kaum noch jemand die gefährliche Überfahrt versucht.

Bilder relatieren, übrigens schade das du nicht auf Heinsohn eingegangen bist, finde den Herrn und seine Argumentationslinie recht interessant.

joynalrab Avatar
joynalrab:#14012

> übrigens schade das du nicht auf Heinsohn eingegangen bist, finde den Herrn und seine Argumentationslinie recht interessant.

Wenn du wert auf meine Antwort legst, dann kann ich auch noch ein paar Sätze zu Heinsohn sagen.. Ich habe bewusst nichts dazu gesagt, weil ich den Faden nicht noch mehr abschweifen lassen wollte, als ich es mit meiner 90er Flüchtlingsdiskussion bereits getan habe.

Also ich kannte Heinsohn zuvor nicht und ich kann auch nicht so recht verstehen was du genau an seiner Argumentationslinie so interessant findest. Ich persönlich fand seine gesamte Argumentation in sich nicht schlüssig und teilweise etwas wirr. Was mich am meisten gestört hat war, dass er die ganze Zeit die Aufnahme von Verfolgten und Kriegsflüchtlingen, mit der Einwanderung von qualifizierten Fachkräften in ein Land auf eine Stufe stellt. Er tut einfach die ganze Zeit so, als sei das beides das gleiche und Länder müssten sich zwischen den beiden Sachen entscheiden entweder Flüchtlinge oder "Brain power" und wer Flüchtlinge aufnimmt verliert dann deswegen seinen Status als wirtschaftliche Spitzengruppe, als ob ein Land das temporär Kriegsflüchtlinge aufnimmt kein System zur dauerhaften Einwanderung von qualifizierten Fachkräften habe könne. Er suggeriert damit, dass die Länder die Asyl gewähren dadurch dann versuchen ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken. Das finde ich hanebüchen. Natürlich ist ein System zur zielgerichteten Einwanderung von "Brain power" wie es bspw Kanada hat sinnvoll und definitiv ein großer Anreiz für Menschen wie OP in entsprechende Länder einzuwandern, aber das heißt doch nicht im Umkehrschluss, dass man deswegen das Recht auf Asyl abschaffen muss und seine Grenzen für Kriegsflüchtlinge und andere Verfolgte schließen muss um nicht Unterzugehen.

Desweiteren fand ich, dass Heinsohn immer sehr weit ausgeholt hat, dann es aber nicht geschafft hat seine Aussagen und Argumente vernünftig zu verknüpfen. So fand ich seinen Bogen von Wirtschaftsflüchtling zu Kriegsflüchtling unbefriedigend. Genauso seine Argumentationen mit dem demographischen Wandel, weswegen ja bei uns "die Faulen" glänzende Chancen hätten und aufgrund des umgekehrten demographischen Wandels in den Entwicklungsländern deren "Fleißigen" kaum Chancen hätten weil sie so viel Konkurrenz haben. Das wäre in meinen Augen wohl eher als ein Argument geeignet Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen wofür ich übrigens nicht bin

keyuri85 Avatar
keyuri85:#14029

>>13975
Hast du nicht auch auf /we/ und anderen Brettern schon Fäden zu dem Thema aufgemacht? Findest du nicht das es mal so langsam reicht?

teylorfeliz Avatar
teylorfeliz:#14032

>>13975
Boar ey, kack dir mal nicht gleich ein. Deutschland ist gerade drauf und dran mal wieder zur Weltmacht zu werden: höre dir doch das Geflenne von Ken Jebsen an...

Hier was wirklich geschieht:

Phase 1 -- Massenhaft Ausländers aufnehmen, offiziell um zu helfen™, halboffiziell um die Wirtschaftspotenzen der Länder in der europäischen Union zu nivellieren (Frankreich, Spanien und Italien vorm Mettlocaust bewahren) und inoffiziell um Phase 2 vorzubereiten.

Phase 2 -- Ausländers zu Kriegers, Ingenöre und Siedlers weiterbilden (hat damals in der SS auch geklappt). Plötzlich Wirtschaftsleistung über 9000 und Herkunftsländer der Ausländers immernoch durchweg alles Scheißlöcher. Beste Bedingungen für Phase 3 also.

Phase 3 -- Umgedrehte Ausländers benutzen um deren ehemalige Heimatländer effektiv zu kolonialisieren. Diesmal unter Labels wie der Rückeroberung™, Heimführung™ etcpp. Machen die Amis schon seit 200 Jahren so, Israel ist nur ein Testballon. Und keiner kann was sagen, weil eigentlich gehörte das Land ja sowieso den Eroberern und die Bösen™ haben es ihnen vor 50 Jahren weggenommen.

Irgendwann in den nächsten 20 Jahren werden wir uns einfach Russland, China und den Iran mit ins Boot holen und keiner kann was sagen. Die VSA sitzen jedenfalls auf einem sinkenden Ast, während wir auf einem Turbobaum hocken. Jetzt Europa zu verlassen, ist das dümmste was man machen kann. Irgendwann wird das Asylrecht vielleicht tatsächlich verschärft -- und dann darfst du nicht mehr zurück :3 Und begründet wird das dann mit den Folgen der aktuellen Flüchtlingskrise :3
Ich meine überlegt euch das doch mal: alle Welt will unbedingt nach Europa. Nur Bernd, der kackt sich plötzlich ein und will aus Europa weg. Wenn die Allierten uns in WK2 nicht erfolgreich bekämpft hätten, hätten wir noch viel mehr Untermenschen in unserem Land. Und wir hatten die sogar ein paar Jahre... zB 50 Millionen Froschfresser, Hitler hat die sogar persönlich in ihrem Ghetto besichtigt (gibt Fotos von Hitler vorm Eifelturm).

Natürlich werden die Bedingungen in Deutschland jetzt vorübergehend erstmal schlechter. Aber so ist das nunmal, wenn man in die Zukunft investiert: dann verfrisst man mal eben nicht sein gesamtes Einkommen sondern lebt mal eine Zeit lang unter seinen Verhältnissen.

rdbannon Avatar
rdbannon:#14034

>>13975
Erstmal Respekt, man findet selten derart viel zusammenphantasierten Blödsinn auf einem Haufen.

>Deutschland ist gerade drauf und dran mal wieder zur Weltmacht zu werden
Eher heilt mein Sperma Krebs, als dass Deutschland noch einmal eine ähnliche Machtposition erlangt wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

>Ausländers zu Kriegers, Ingenöre und Siedlers weiterbilden [...] so ist das nunmal, wenn man in die Zukunft investiert
Die britischen Ex-Kronkolonien planen und investieren in ihre ihre Zukunft, sie holen sich die besten der Welt ins Land und bieten ihnen gute Bedingungen, Deutschland hingegen "investiert" sein Geld in Leute, die schon in ihren (bürger-)kriegszerstörten Dreckslöchern von Heimatland bestenfalls Durchschnitt waren und bei uns, auf Jahre und Jahrezehnte hinaus, größtenteils in den Sozialsystemen hängen werden.
Man kann ja meinetwegen einem ausgewählten Teil der tatsächlich Verfolgten aus Humanität heraus helfen, aber ich dieses Geseiere nicht mehr ertragen, dass das irgendetwas zum Wohlergehen Deutschlands beitragen würde.