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Veröffentlicht am 2016-05-14 01:44:20 in /wk/

/wk/ 14586: Die perfekte Waffe

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#14586

Bernd, stell dir vor, du hättest die Möglichkeit, die perfekte Feuerwaffe zu konstruieren aus den jeweils besten Merkmalen aller existenten Waffentypen unabhängig von existenten Patenten.

Das Ziel wäre, die Kombination aus der besten Ergonomie, Zuverlässigkeit, Robustheit und Präzision, eventuell noch Modularität und Vielseitigkeit zu finden und zwar für:

- Pistole
- Sturmgewehr
- Maschinenpistole
- Scharfschützengewehr
- Schrotflinte
- leichtes Maschinengewehr

Welche Konstruktionsmerkmale aus artverwandten Waffen würdest du jeweils kombinieren für deinen ultimativen Ballermann?

Bitte nur ernsthafte Vorschläge.

Bernd Avatar
Bernd:#14587

Es gibt keine perfekte Waffe.

Das philosophische Konzept der Perfektion mal beiseitegenommen, Waffen sind immer für einen bestimmten Zweck gebaut. Sie unterliegen gewissen Anforderungen die der Auftraggeber oder mögliche Käufer hat. Ebenso unterliegen sie Anforderungen die die Einsatzbedingungen stellen, was gut im Dschungel funkioniert muss noch lange nicht gut am Nordpol sein, ein Kaliber das super im Häuserkampf funktioniert kann sich als komplett wertlos im Gebirge herausstellen, usw..

Du müsstest die Fragestellung also anders formulieren, in etwa:

"Hallo zusammen, ich bin Bananenrepublik X. Ich kämpfe einen soundso gearteten Konflikt gegen Organisation/Land Y, und zwar seit soundsoviel Jahren. Dabei kommt es zumeist zu Kampfhandlungen zwischen Infanterie auf demunddem Terrain, auf dieunddie Etfernung. Die Mannstärke unserer Streitkräfte beträgt soundsoviel Soldaten, welche in der Regel soundso gut/schlecht augebildet sind. Unser Budget beträgt soundsoviel Schekel. Bitte reichen sie ein auf unsere oben beschriebenen Bedürfnisse zugeschnittenes Waffensystem des Typs blablubb ein. Oke wa ales."

lightory Avatar
lightory:#14588

>>14587
Dies

Ops Idee führt nur zu einem haufen Scheisse der in jeder Situation den spezialisierteren Geräten unterlegen ist.

Flugzeugbau lässt grüßen.

grrr_nl Avatar
grrr_nl:#14589

Würde schweres Maschinengewehr mit Scharfschützengewehr kombinieren. Munitionsart: Schrot.

puzik Avatar
puzik:#14590

>>14587
>>14588
Ihr habt beide die Aufgabenstellung nicht richtig verstanden.

Es geht nicht um irgendein spezielles Aufgabenszenario, sondern nur darum, eine typische Waffe der jeweiligen Waffenfamilie für typische Aufgabenzwecke zu konstruieren, welche die jeweils besten konstruktionstechnischen Eigenheiten aller existenten vergleichbaren Waffenmodelle in sich vereint.

Also, stellt euch vor, ihr hättet die entsprechenden Gerätschaften zuhause, um ein voll funktionelles Sturmgewehr zu bauen aus allen üblichen Materialien. Welche Konstruktionsmerkmale existierender Sturmgewehre würdet ihr in eurem Eigenentwurf vereinen, um das bestmögliche Sturmgewehr zu schaffen?

Also angefangen vom Kaliber und Bauform zur Mechanik, Magazin über Wechsellaufsysteme, Abzug, Gasdrucksystem bis hin zu Schaftform und Material, Montageschienen und Optiken etc.

Stellt euch einfach vor, ihr wäret dafür zuständig, den Nachfolger für das G36 für die Bundeswehr zu konstruieren, ohne patentrechtliche Bedenken. Ihr dürft borgen und kopieren so viel ihr wollt von allen Waffen der letzten 100 Jahre und könnt die modernsten Fertigungstechniken nutzen, um das ultimative Sturmgewehr zu erschaffen.

Besonderer Schwierigkeitsgrad: Ihr habt dafür nur eine Hinterhofwerkstatt zur Verfügung mit Drehbank, einfacher CNC Fräse und üblichen Büchsenmacherwerkzeugen, plus einer einfachen Blechprägepresse und eventuell einem semiprofessionellem 3D-Drucker. Die zu konstruierende und fertigende Waffe entspricht dem modernen Volkssturmgewehr für den europäischen Bürgerkrieg und muss daher so einfach wie möglich gehalten werden, um auf vergleichbarem Fertigungsniveau in möglichst kurzer Zeit reproduzierbar zu sein. An Materialien sind alle handelsüblichen Industriemetalle, Holz und Kunststoffe von ABS bis Karbonfaser verfügbar.

Nicht erlaubt ist es, einfach ein bestehendes Waffenmodell 1 : 1 zu kopieren, z.B. ne Ak-47. Das Endprodukt muss Konstruktionsmerkmale von mindestens 2 - 3 unterschiedlichen Waffenmodellen aufweisen und darf maximal zu ca. 80% einem einzigen Waffenmodell entsprechen.

enriquemmorgan Avatar
enriquemmorgan:#14591

>>14590

Du hast die Antwort nicht verstanden.

>welche die jeweils besten konstruktionstechnischen Eigenheiten aller existenten vergleichbaren Waffenmodelle in sich vereint.

Das ist z.B. schlicht nicht möglich.

joki4 Avatar
joki4:#14592

>>14591
>Das ist z.B. schlicht nicht möglich.

Warum? Sicher kann man nicht so ohne weiteres beliebige Teile verschiedener Waffenmodelle miteinander kombinieren, wenn diese mechanisch inkompatibel sind.

Aber es geht hier ja auch eher um prinzipielle Ansätze und Designphilosophien, sowie generelle Leistungsmerkmale.

Z.B. mir gefällt das Konzept der FN-P90 insgesamt sehr gut, ist eine der besten heutigen Maschinenpistolen.

Jetzt möchte ich aber eine leistungsfähigere Variante davon als Sturmgewehr, in einem stärkeren Kaliber für grössere Reichweiten (300-400+ Meter), welches aber trotzdem noch effektiv Schallgedämpft werden sollte.

Also skaliere ich das Systemgehäuse der P90 etwas hoch, verlängere das Ganze und wechsele das Kaliber z.B. auf .300 blackout. Entsprechend wird natürlich auch das Magazin angepasst, um weiterhin 50, besser noch 60 Schuss zu fassen. Wenn möglich, wäre auch eine hülsenlose Munitionsvariante wie beim G-11 vorzuziehen.

Bei einem deutlich stärkeren Kaliber mit mehr Rückstoss würde ich eventuell versuchen, eine Impulskompensationsmechanik im Stile der Kriss Vector zu integrieren.

Anstatt dem integrierten vorderen Griffstück kommt eine längere Unterbauschiene typ Picantinny ran mit einem Griffstück mit unten ausklapparem kleinem Zweibein.

Anstatt dessen wäre auch die Montage eines einschüssigen Unterlaufgranatwerfers möglich.

Der auf etwa 410mm verlängerte Lauf wird mit einem integralen Schalldämpfer versehen wie bei der Mp5SD.

Anstatt der Optikschiene der P-90 kommt ein in den Tragegriff integrierte Doppeloptik 1x Reflexvisier und 4x-6x im Stile G-36 drauf, jedoch ist diese Abnehmbar bzw. der gesamte Tragegriff-optik Komplex ist per integrierter, die gesamte mittlere Oberlänge der Waffe verlaufende Picantinny montiert.

Ein ins Systemgehäuse integrierter optischer Munitionszähler mit Batteriebetrieb kann mit den Optiken verbunden werden, um so den Magazinfüllstand dynamisch im Sichtfeld anzuzeigen.

Der Hinterschaft erhält sowohl eine begrenzt höhenverstellbare ergonomische Wangenstütze, als auch eine ausziehbare Schaftbacke.

So Bernd, jetzt du!

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#14594

>Also skaliere ich das Systemgehäuse der P90 etwas hoch

Mal versucht eine P90 im Feld zu reparieren bzw. zu pflegen?

>wechsele das Kaliber z.B. auf .300 blackout
Warum dieses Kaliber?

>um weiterhin 50, besser noch 60 Schuss zu fassen

60 Schuss 300 BKL? klingt ja sehr leicht!

>eine Impulskompensationsmechanik im Stile der Kriss Vector zu integrieren.

Passt nicht in das gehäuse einer P90 (auch wenn du sie vergrößerst.

>Anstatt dem integrierten vorderen Griffstück kommt eine längere Unterbauschiene typ Picantinny ran mit einem Griffstück mit unten ausklapparem kleinem Zweibein.

Oh ja, noch mehr Gewicht!

>Der auf etwa 410mm verlängerte Lauf wird mit einem integralen Schalldämpfer versehen wie bei der Mp5SD.

Jetzt wird es wirklich absurd. Stammt dein Wissen über Waffen aus CS:GO?

>Anstatt der Optikschiene der P-90 kommt ein in den Tragegriff integrierte Doppeloptik 1x Reflexvisier und 4x-6x im Stile G-36 drauf

Wenn ich die Optik wechseln will muss ich also die ganze Schiene auswechseln? Wie praktisch!

>Ein ins Systemgehäuse integrierter optischer Munitionszähler mit Batteriebetrieb kann mit den Optiken verbunden werden, um so den Magazinfüllstand dynamisch im Sichtfeld anzuzeigen.

Also eine P190/G36 Star Trak?


Ach CS:GO Kind..

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#14595

>>14592
>>14594
OP scheint gewissermaßen ein Noob zu sein, was Waffen angeht, aber ganz Unrecht hat er nicht, viele Waffen waren eine Kombination von gute Detaillösungen.

Nun ist es so, dass alle.jpg Konstrukteure versuchen, das Beste zu erreichen, und nachdem die meisten Patente in dem Bereich ausgelaufen sind, sind die Hauptprobleme entweder Designentscheidungen oder wirtschaftliche Gründe. Beispiel Sturmgewehre: Das allgemein anerkannte Optimum für klassische Sturmgewehre sind ein AR18 short stroke piston System mit typischen Bedienelementen und modularen Anbauteilen. So etwas wollte Magpul mit dem Masada machen. Wurde dann an Bushmaster verkauft, heisst heute ACR. Weil Bushmaster zwischenzeitlich von Heuschrecken aufgekauft wurde, ist es jetzt deutlich teurer und deutlich schlechter produziert als möglich, Anbauteile und Wechselläufe werden nicht verkauft, also fristet das Ding ein Nischendasein.

Bei Pistolen ist die Sache etwas simpler, der Browning-Petter-Sig Verschluss mit Schlagbolzen- oder Hahnschloss ist der Standard. Wird von fast allen modernen Pistolen verwendet, die unterscheiden sich auch nicht groß.

Bei Militärwaffen mit geringen Stückzahlen liegt das Problem häufig bei schlechten Beschaffungsämtern und mangelnder Auswahl. Die BW z.B. kauft was HK liefern kann, selbst wenn es nicht optimal und/oder überteuert ist. Genaueres zu den Designmerkmalen weiß ich nicht.

Was deine P90 übrigens angeht: Das Hauptmerkmal dieser ist ja das längs liegende Magazin. Das macht die Knarre schön handlich, hat aber ansonsten nur Nachteile: langsames Nachladen, Probleme mit der Optik, variabler Schwerpunkt und Rückstoßverhalten beim Leeren des Magazins. Außerdem müssen das Magazin und damit die Patronen gerade sein. Das ist aber der Zuverlässigkeit beim Ausziehen, besonders bei Selbstladern, nicht zuträglich.

Allgemein gibt es häufig die Abwägung zwischen Funktionalität, Zuverlässigkeit, Robustheit und Gewicht und Sperrigkeit. Ein Schalldämpfer bspw. hat im Grunde nur Vorteile, macht die Waffe nur leider länger und schwerer. Kombioptiken sind zwar hübsch vielseitig, aber auch wieder schwer und sperrig (außerdem ist eine große Entfernung von Optik und Laufachse von Nachteil). Dankbarer Weise lassen sich solche Dinge ja prinzipiell modular anlegen.

vigobronx Avatar
vigobronx:#14596

HK 416 in .50BMG mit integriertem Zweibein, halbautomatischem 40mm Granatwerfer, 12x Zielfernrohr sowie 100 Schuss Beta C-Mag.

donjain Avatar
donjain:#14597

>>14596
Hab den Schalldämpfer vergessen.

wiljanslofstra Avatar
wiljanslofstra:#14599

>>14596
850 Schuss/min mit .50BMG ist eine sehr gute Idee. Doppelter Lauf wäre noch besser. Feuerkraft!!!1

splashing75 Avatar
splashing75:#14604

>>14599
Warum kein Kaliber 30 x 173 mm einer GAU-8/A?

bassamology Avatar
bassamology:#14608

>>14604
1: Ich will kein Uran herumtragen
2: Braucht Strom, eignet sich also nicht für die Apocalypse

saarabpreet Avatar
saarabpreet:#14611

>>14608
Ach unsinn. Bleiweste und ein portabler Stromgenerator an der Picatinny Schiene und gut ist.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#14763

Funktioniert zuverlässig und weltweit.

m4rio Avatar
m4rio:#14764

>>14586
Hurra ein Faden den ich mir schon lang herbeygewünscht habe.
Bernd hat einige Ideen die er gerne in seiner Feuerwaffe der Zukunft umgesetzt sehen würde.
1. Keine "Patronenhülsen", die zwar den Großteil der entstandenen Abwärme aus der Waffe abführen aber auch relativ viel Gewicht verursachen. Da sehe ich sehr viel Optimierpotential was ja schon mal beim G11 versucht wurde. Bernd schwebt eine Art Brennkammer vor die mit einer genau berechneten Menge flüssigen Treibmittels befüllt wird und elektrisch gezündet wird. Abwärme wird durch Heatpipes auf das gesammte Waffengehäuse verteilt.
Das Projektil sollte vorzugsweise ein Fletchet sein das in einem Kunstoff-Treibkäfig steckt und dazu auch noch durch einen recht leistungsfähigen Magneten beim Durchtrieb durch den glatten Lauf ordentlich Energie erzeugt.
Freilich wird auch die V0 gemessen und in den Rauswamscomputer gespeist.
Der Lauf bestünde aus segmentierten glattgehohnten Keramikrohren die durch Piezoaktoren Längschwingungen ausgleichen.
Trotz dieser Träumerei sollte sich das ganze relativ einfach am besten in einer gut ausgerüsteten Werkstatt bauen lassen.
3D gedruckte Waffen sind freilich natürlich etwas gehypter Unsinn, doch liesen sich durchaus diverse Zubehörteile der Waffe drucken.

danro Avatar
danro:#14765

>kombinieren für deinen ultimativen Ballermann
Unauffällige Aufbewahrung und gängige Kaliber.

woodydotmx Avatar
woodydotmx:#14766

Kauf Glock. Das Ende.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#14767

>>14764

Viel zu kompliziert und/oder physikalisch nicht darstellbar.
Brennkammer nutzlos da Cordit sehr gut funktioniert. Einziger Nutzen wäre Bau eines Gewehrs aus einem Dieselmotor, womit HE kontrolle umgangen.

naupintos Avatar
naupintos:#14772

>>14764

Warum Fletchet? Deren Einsatzbereich ist doch sehr speziell.

alexradsby Avatar
alexradsby:#14785

>>14765
>Unauffällige Aufbewahrung
Musste schmunzeln. Würde einem 2-Meter-Mann sofort abkaufen, dass er eine Geige trägt.

jonkspr Avatar
jonkspr:#14815

>>14586

Bist Du die Bundesministerin für Verteidigung am Hindukusch?