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Veröffentlicht am 2014-12-13 22:58: in /z/

/z/ 5171: So Bernd, ich gebe zu hier rein gar nichts zu suchen z...

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#5171

So Bernd,
ich gebe zu hier rein gar nichts zu suchen zu haben weil dieser Bernd hier auch wieder ein „Habe noch nie im Leben gezeichnet“-Lutscher wie etliche Lutscherbernds vor ihm ist.

Nun nimmt dieser Bernd aber an einem Experiment über Lernfähigkeit und Durchhaltevermögen Teil.
Für eine unbestimmte Zeit wird dieser Bernd nun Wöchentlich ein Paar Stunden Zeichnen lernen.

Ich fordere Bernd dazu auf einen Lernplan zu erstellen. Was soll gezeichnet werden? Ergebnisse werden Pfostiert ohne Rücksicht auf Qualitätskontrolle.

csteib Avatar
csteib:#5172

Übung 1:
Punkte. Nimm ein Blatt Papier und mache mit deinem Zeichengerät Punkte darauf. Du kannst sie anordnen wie du willst. Aber visiere jede Stelle, an der du einen Punkt haben willst an, setze den Stift/Pinsel/Penis auf, mache einen Punkt und setze wieder ab.
Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Punkte in kurzer Zeit zu fabrizieren, sondern jeden einzelnen gezielt und fokusiert zu setzen. Versuche, deine Konzentration aufrecht zu halten - mache eine Pause, wenn sich Erschöpfung einstellt.
Zeit: Für den Anfang 30 Minuten.

Mit was für einem Zeichengerät willst du arbeiten?

kennyadr Avatar
kennyadr:#5173

Lern' die Mullenbox!

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#5174

Bin selber Zeichenversager. Mein Leben lang Vieren in Kunst bekommen und immer gedacht es wäre alles Talentlosigkeit von mir. Habe mir aber jetzt Mark Kistlers "You can draw in 30 days" geholt. Habe erst Kapitel 13 abgeschlossen, habe aber schon sehr große Fortschritte gemacht.
Er fängt mit einfachen Formen an, zeigt wie man 3D-Effekte erzielt und wie Schatten machen muss. Später Blumen, Häuser, Gesichter.

Habe schon mal versucht Zeichnen zu lernen mit "Die neue Zeichenschule" von Barber und "Die Kunst des Zeichnens", die haben aber gar nichts gebracht, keinerlei Fortschritte gemacht. Sind wohl eher etwas für Fortgeschrittene.

Zu Kistlers Buch kannst du die Ergebnisse eines anderen hier sehen und was er für Fortschritte gemacht hat
http://brotherswhim.com/you-can-draw-in-30-days-learning-how-to-draw
Würde es empfehlen.

gmourier Avatar
gmourier:#5195

>>5172
Sowas?
Jaja man merkt das man bei größeren Anordnungen schnell die Abstände verliert.
Ist das der Sinn der Übung? Wenn es hier um Konzentration geht taugt es nur um einen in den Wahninn zu treiben. Mit Filzstiften ist in dem Ganzen aber sogar etwas „Kunst“ zu erkennen.

Ich werde wohl vorerst bei Bleistift bleiben.

>>5174
So ausführlich muss es nicht sein, ist nur ein Test wie ich es durchziehen würde.

chrstnerode Avatar
chrstnerode:#5203

>>5195
Huch, der Faden lebt ja noch!

Ja, genau so habe ich es mir vorgestellt. Sinn der Übung ist nicht nur das Erlernen von Konzentration und wie man sie hält. Der tiefere Sinn besteht darin, das Handwerkliche am Malen und Zeichnen zu erlernen und vor allem:
Lerne kennen, was du kannst.
Was dir leicht fällt, was dir schwer fällt. Oder anders gesagt, lerne deine Wohlfühlzone kennen und deine Zone, an der du arbeiten solltest.
Das sogenannte Selbstbewusstsein, also zu wissen, was man kann, bewahrt uns vor Enttäuschungen weil wir uns übernommen haben und lässt uns dort aufmerksamer sein, wo wir besonders Fehleranfällig sind.

Künstlerisches Tun beinhaltet immer einen gewissen Grad an handwerklichem Können. Je nach Kunstform ist das Verhältnis von (Talent, Können, Wissen und Übung) zu (Intuition, Kreativitär, Phantasie) unterschiedlich. Beim Malen beträgt das Verhältnis meiner Meinung nach etwa 90% zu 10%. Vielleicht sogar mehr.
Selbst Hartkern-Expressionismus verlangt einen soliden Grundstock an Können. Ja, sogar ein Kandinsky hat sein handwerk beherrscht! Von Surrealismus oder Hyperrealismus will ich gar nicht erst anfangen. Dies führt uns zur zweiten und dritten Übung:

2.: Mache Punkte, etwas weiter entfernt. Verbinde nun jeweils zwei Punkte mit Strichen. Versuche ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Linien am besten gelingen. Visiere Anfang und Ende an. Versuche dir vorzustellen, wie sich der Strich beim Zeichnen anfühlen wird. Wie der Strich aussehen wird wenn er fertig ist. Ziehe und eine Linie. In einem Zug.
Wie sieht die Linie aus? So wie du sie dir vorgestellt hast? Warum nicht? Was kannst du beim nächsten mal besser machen?
Probier alle möglichen Richtungen aus, von oben nach unten und unten nach oben, lin ks, rechts, diagonal. Lange Linien, kurze Linien, mehr und weniger Druck. Aus dem Fingergelenk, Handgelenk, Ellenbogen, Schulter. Oberkörper.
Wie gelingt es am Besten? Was fühlt sich gut an?
FÜHLE DEN STRICH, WERDE ZUM STRICH!

Zeit: 30 Minuten oder so.

3.: Wie zuvor, nur mit dem Unterschied, dass du nun von einem Punkt aus Linien zu 3 anderen Punkten ziehst. Es entstehen die Kanten eines Tetraeders. Versuche, die Tetraederflächen zu schraffieren, mit gleichmäßigen, geraden Linien.

Ein Beispielbild folgt.

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#5204

>>5203
Noch ein Tipp: Egal was man Feinmotorisches vor hat, ob es nun Schweißen, Malen oder Gitarre spielen ist - die Muskulatur bzw. das Hirn-Hand-Interface scheint 10 bis 15 Minuten für den Bootvorgang zu benötigen. Auch Profis machen Aufwärmübungen, ehe sie produktiv tätig werden.
Bildverwandt entstand ohne Aufwärmen, und ich glaube dass man sehen kann, in welcher Reihenfolge ich gesprüht habe.